Scraper – Infinite Journey

© Scraper

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Scraper
Album: Infinite Journey
Genre: Thrash Metal / Melodic Death Metal
Plattenfirma: Metalloscope Music
Veröffentlichung: 08.05.2026

 

 

Thrash Metal und Science-Fiction passen oft besser zusammen als man zunächst denkt. Kalte Atmosphäre. Technische Präzision und dystopische Geschichten ergeben schnell eine explosive Mischung. Genau dort setzen Scraper mit Infinite Journey an. Die Band aus Marl entwickelt ihren Sound konsequent weiter und liefert ein Album ab das deutlich reifer wirkt als der ohnehin schon starke Vorgänger Hunger Within.

Schon der Opener “The Infinite Journey” macht klar, dass hier kein stumpfer Dauerangriff folgt. Der Song baut sich langsam auf. Fast schon bedrohlich. Erst nach und nach entfaltet sich die volle Wucht. Ein starker Einstieg, der direkt Atmosphäre erzeugt.

“Hunger Within” geht danach deutlich aggressiver vor. Schneller. Die Mischung aus klassischem Thrash Metal und melodischen Death-Metal-Einflüssen funktioniert hier besonders gut. Die Riffs drücken kompromisslos nach vorne, während der Gesang genug Dreck und Energie mitbringt um dem Ganzen die nötige Schärfe zu verleihen.

Mit “Progenies Of The Void” nimmt die Band bewusst Tempo heraus. Genau das funktioniert überraschend stark. Der Song lebt mehr von Stimmung und Dynamik als von purer Geschwindigkeit. Dadurch bekommen die härteren Momente im weiteren Verlauf sogar noch mehr Wirkung.

Richtig heftig wird es anschließend mit “Epitome Of Obliteration”. Kompakt. Wütend. Direkt auf die Zwölf. Hier zeigen Scraper ihre kompromisslose Seite. Vor allem das Zusammenspiel der Gitarren sorgt permanent für Druck.

“Cold Resistance” setzt danach stärker auf Atmosphäre. Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut bevor sich der Song komplett entlädt. Gerade diese Mischung aus Kontrolle und Eskalation macht die Platte interessant. Das Album bleibt dadurch abwechslungsreich ohne seinen roten Faden zu verlieren.

Das große Finale liefert “Inheritance Of The Grand”. Ein ausgedehnter Abschluss der nochmals verschiedene Facetten der Band zusammenführt. Episch aber nie überladen. Technisch stark aber trotzdem greifbar. Auch inhaltlich funktioniert „Infinite Journey“ hervorragend. Das Science-Fiction-Konzept über ein künstlich erschaffenes Wesen das im Universum ein eigenes Bewusstsein entwickelt zieht sich konsequent durch die Platte. Dadurch wirkt das Album geschlossen und durchdacht.

Produktionstechnisch klingt das Ganze druckvoll und modern ohne die klassischen Thrash-Wurzeln zu verlieren. Genau das ist eine der größten Stärken von Scraper. Die Band schafft es Tradition und moderne Härte sinnvoll miteinander zu verbinden.

Das Werk was ich oben rezensiert habe, ist bisher meine Neuentdeckung des Jahres. Das ist ein fettes Brett was von vorne bis hinten überrascht!  10 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 The Infinite Journey
02 Hunger Within
03 Progenies of the Void
04 Epitome of Obliteration
05 Cold Resistance
06 Anatomy of Devastation
07 March of the Shattered
08 Battleborn
09 Inheritance of the Grand Design

 

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