
© Northborn
Geschrieben von: Bernd Kröninger
Band: Northborn
Album: Northborn
Genre: Symphonic / Melodic Death Metal
Plattenfirma: Art Gates Records
Veröffentlichung: 22.05.2026
Manchmal hab ich das Gefühl, neu gegründete Bands wollen mit Demos oder Singles den Markt abchecken, ob ihre Mucke bei den Hörern ankommt. So auch bei der 2024 ins Leben gerufenen Formation „Northborn“. Der Bandname spricht für sich selbst. Logisch stammen die „Nordgeborenen“ aus Skandinavien. Genauer gesagt aus Stockholm. Björn Hoenir (voc,kb), Ture Aspelin (g), Andreas Lundgren (b), Tobey Lagerkvist (g) und Felix Wahlund (dr) haben eben diesen Test vollzogen, bevor sie die Singles nun zu einem kompletten Album verarbeitet haben. Ihr Debut umfasst 10 Songs mit einer Spielzeit von 52:28 Minuten.
Hören wir uns also an, was die „Nordgeborenen“ mitzuteilen haben. Schon ein genialer Start in die Scheibe. Der Opener „Hymn of the North Star“ ist ein feierliches Lob nicht auf Götter, sondern auf ihr Land, Was sonst wäre wohl gemeint. Epischer Beginn, der sich in ein recht angenehmen Sound wandelt. Rhythmische Tempi Wechsel, die ineinander übergehen. Ein Keyboard, das nicht in erster Linie steht, Gitarren, die sich in Soli verlieren, und somit eine gewisse Dramatik aufleben lassen.
„Fireborn“ hat diesen martialischen Effekt, der durch die Vocals, die gleichbleibenden Drums den, rebellischen Sound provoziert. Was durch die „Backing Vocals“ Unterstützung findet. Mit dem Solo (3:05) geht es ins Schlachtgetümmel. Was könnte bei dem Titel „Children of the Frost“ zu erwarten sein? Ein Keyboard, das eine Tonfolge produziert, als fallen Schneekristalle vom Himmel. Schön eingebettet in heroische Klänge, die sich der nordischen Mythologie widmen.
„Helldamned“ steigt mit düsterem Chor und entsprechender Instrumentierung ein. Der angenehme, harmonische Sound steigert sich in ein galoppierendes, euphorisches Werk. Dynamisch und voller Power kommt der „Fluch des Wolfes“ („The Wolf`s Curse“) über uns. Beeindruckender harter Klang, der ein musikalisches „Biest“ von der Leine lässt. „Dreamhaunter“ lebt von der gelungenen Mischung des sakral tönenden Keyboards und dem fordernden, dunklen Sound der Drum, der Gitarren.
Völlig überraschend bringt sich „Yokai of the Lake“ ein. Mit diesem Song wird es mystisch. Yokai entstammt der japanischen Folklore und verbindet den Menschen mit der Natur. Gilt als übernatürlich, was sich hier klanglich nicht bemerkbar macht. Mit purer Energie und kurzfristigen, nachdenklichen Sequenzen geht es in das Schicksal des kriegers („A Warrior‘s Fate“). Einer Symphonie ähnelnd zaubern sie noch einmal eine epische Klangwelt hervor. Gelungene, nicht vorhersehbare Tempi Wechsel (3:37 und 3:59) geben dem Track eine gewisse Würze.
Fazit: Ein Debut der Schweden, dass sehr Keyboard – Soli lastig gestaltet ist. Teils dramatisch aufgebaut, teils sakral melodisch („Tale of Lies“) ist es dennoch keine Neuerfindung des Genres. Gesanglich hätte ich mir in den Songs mehr Kraft gewünscht. Rhythmisch ein gelungenes Werk, das sicherlich noch einiges in den nächsten Alben an Potenzial bereithält. 8 von 10 Hellfire Punkten für die „Nordgeborenen“.
Tracklist:
01- Hymn of the North Star
02- Tale of Lies
03- Fireborn
04- Children of the Frost
05- Helldamned
06- The Wolf‘s Curse
07- Dreamhaunter
08- The Fimbul Scourge
09- Yokai of the Lake
10- A Warrior‘s Fate
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