Schicksalsalben unseres Teams: AC/DC und der missionierte Klaus

In den letzten Jahren haben wir unseren Lesern kurz vor Jahresende hintergründige Einblick in unser Team gegönnt, indem wir uns gegenseitig interviewt haben.
Irgendwann sind die wichtigen Dinge gesagt und weitere Interviews untereinander liefen in Gefahr, unsere Leserschaft zu langweilen.

Deshalb haben wir dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit beschlossen, Euch unter dem Titel Schicksalsalben zu zeigen, welche Alben uns derart stark beeinflusst haben, dass unser weiterer Weg im Bereich Hard ‚n‘ Heavy fortlaufen musste.

 

AC/DC: Fünf Rabauken vom anderen Ende der Welt missionierten Klaus und wiesen ihm den richtigen Weg in Sachen Heavy Metal.

 

“I’m rolling thunder, pouring rain, I’m coming on like a hurricane…”

 

Wenn wir von “Schicksalsmelodien” reden, dann fällt mir natürlich sofort diese Textzeile ein, die sich samt akustischer Untermalung in meiner Jugend unauslöschlich in meine Hirnwindungen eingebrannt hat. Doch wie konnte es soweit kommen? Wie konnte aus einem braven Grundschüler ein Anbeter der Pommesgabel werden? Und warum ist dem damals vorherrschenden Disco Sound nicht das gelungen, was fünf Rabauken vom anderen Ende der Welt geglückt ist?

 

“…my lightning’s flashing across the sky, you’re only young, but you’re gonna die…”

 

Setzen wir uns also in unseren Delorean und reisen zurück ins Jahr 1981. Die Bundeskanzlerin heißt nicht Merkel, sondern Schmidt, trägt aber ebenfalls Hosen, es existieren noch Staaten wie Sowjetunion, DDR und Jugoslawien, ein mäßig begabter Ex-Schauspieler wird der 40.Präsident der Vereinigten Staaten und ein türkischer Rechtsextremist schießt den Papst nieder. In dieser Zeit war der Schreiber dieser Zeilen zwar schon musikinteressiert, doch beschränkten sich seine Vorlieben auf den gängigen Quark, der da aus dem kleinen alten Radio, dass er bereits sein Eigen nennen durfte, geträllert kam. Und dabei wäre es vermutlich auch geblieben, wenn da nicht der einige Jahre ältere Bruder gewesen wäre.

 

“…I won’t take no prisoners, won’t spare no lives, nobody’s putting up a fight…”

 

Dieser Bruder besaß eine für damalige Zeit hochmoderne Stereoanlage mit richtig fetten Boxen. Und wann immer unsere Eltern uns mal stundenweise alleine ließen, nutzte er die Gelegenheit, das Teil mal so richtig aufzudrehen und die komplette Hausgemeinschaft zu deren großer Freude zu beschallen, was ich ausgesprochen cool fand! (Un-) Glücklicherweise hatte mein Bruder bereits eine gewisse Vorliebe für rifforientierte Musik entwickelt und sich auch die ersten Schallplatten zugelegt. Seine neueste Errungenschaft war eine in schlichtes schwarz gehaltene Scheibe mit vier großen Buchstaben auf dem Cover, an dem mich besonders der Blitz in der Mitte faszinierte. Diese Platte musste ich unbedingt hören!

 

“…I got my bell, I’m gonna take you to hell…”

 

Also Platte aufgelegt, Plattenspieler gestartet, Stille… dann ein Glockenschlag…noch einer…und noch einer…und quasi mit dem fünften Schlag setzt die Gitarre ein, ehe dann der Rest der Band einsteigt. Natürlich in ohrenbetäubender Lautstärke! Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich erstmal total perplex war, zumal der Sänger klang wie eine fleischgewordene Kreissäge. Ich hatte zwar vorher schon was in Richtung Rock Musik aufgeschnappt (E.L.O. glaube ich), aber sowas hatte ich noch nie gehört. Dennoch – oder gerade deshalb – fand ich den Song vom erstem Moment an geil, das übertraf alles was ich bis dahin kannte. Die Folge war, dass mein Bruder mir das sofort auf Kassette aufnehmen musste, um es mir wieder und wieder anhören zu können. Warum ich allerdings zunächst nur die ersten drei Songs (“Hells Bells”, “Shoot To Thrill” und “What Do You Do for Money Honey”) haben wollte, kann ich mir rückblickend beim besten Willen nicht erklären.

 

“…I’m gonna get ya, Satan get ya…”

 

“Back In Black” hat zweifellos meine Leidenschaft für harte Mucke geweckt und somit mein “Schicksal” besiegelt (ein zweites, für mich wegweisendes Album sollten vier geschminkte Typen aus New York ein Jahr später veröffentlichen), doch sollten noch ein paar Jahre ins Land ziehen, bis ich schließlich dem Metal verfallen bin. Verantwortlich dafür war eine britische Band mit einem Maskottchen namens Eddie und der siebte Sohn eines siebten Sohnes! Aber das ist eine andere Geschichte… 🙂

 

“…Hells bells…”

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