NordEnd – Der Anspruch, nicht irgendwelche Plattitüden oder aktuelle Trends zu bedienen

Photo by Boris Schöppner

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit den Jungs von NordEnd, deren Debütalbum „Gegenwind” seit dem 19.Juni 2020 auf allen Streaming Plattformen verfügbar ist. Physischer Release des Albums ist der 07. August 2020.

HF: Herzlichen Glückwunsch zu eurem Album. Ihr seid ja alle keine unbeschriebenen Blätter in Sachen Banderfahrung. Welche musikalischen Hintergründe treffen bei NordEnd aufeinander und wie kam es dann zur Bandgründung?

NE: Vielen Dank für die Glückwünsche. Ja, das kann man schon so sagen…. Wir bringen wirklich einiges an Banderfahrung mit. Nachdem sich viele unserer bisherigen Bands und Projekte (u.a. „Today we rise”, „47 Million Dollars”, „Stay Strong”) immer an irgendeinem Punkt nicht mehr wirklich weiter bewegt haben, sind wir zu der Überzeugung gekommen, was eigenes, besonderes machen zu wollen, was sich innerhalb der HC Szene dann auch nicht sofort als „Oldschool” oder „Modern” definieren lässt. Samu (Drums) und ich (Joe, Gitarre) haben ja vor der Bandgründung mit „Veilside” die Bühnen der Republik ausgiebig beackert – wir beide verstehen uns so gut (menschlich als auch musikalisch), dass uns nach dem Ende von „Veilside” sofort klar war, dass wir unseren eigenen Plan von Hardcore mit deutschen Texten verwirklichen wollten. Die Idee dazu kam uns im Frankfurter NordEnd – ZACK da war dann auch der Bandname geboren….

HF: Warum eigentlich Hardcore? Was macht für euch den Reiz dieses Genres und dieser Szene aus?

NE: Hardcore ist für uns alle jeweils wesentlich mehr als Musik. Der dahinterliegende „Community” Gedanke, der Zusammenhalt der „DIY” Szene, die Freundschaften, die wir über die Jahre mit Bands, Veranstaltern, Fanzines, Bookern und „Fans” geschlossen haben, sind einzigartig. Für uns steht HC vorrangig für unsere Ideale – auch politisch. Jeder kann mitmachen, jeder kann Teil des „großen Ganzen” sein und sich einbringen. Das gibt es in keiner anderen Musikszene wirklich noch.

HF: Schon allein mit den deutschen Texten stecht ihr ja aus der Masse heraus. Stand von Anfang an fest, dass ihr auf Deutsch unterwegs sein wollt und wird es auf Dauer dabei bleiben?

NE: Ja, das stand für uns von Anfang an fest und wird auch so bleiben. Wir haben (auch vor allem textlich) den Anspruch, nicht irgendwelche Plattitüden oder aktuelle Trends zu bedienen, sondern wollen erreichen, dass die Hörer sich selbst Gedanken zu den angesprochenen Themen machen und sich wirklich mit der Thematik auseinandersetzen. Das erreichen wir bei unserer Zielgruppe am ehesten, wenn wir uns in deren Muttersprache ausdrücken.

HF: Auf „Gegenwind” stellt ihr eure eigene Abwandlung des Extrabreit-Klassikers „Hurra, hurra, die Schule brennt” vor. Wer kam auf diese Idee und wie fühlt sich das an, doch mal musikalisch ziemlich außerhalb der eigentlichen Schublade zu agieren?

NE: Auch hier stand von Anfang an fest, dass wir uns an der kompletten „Neuinterpretation” (also Musik UND Text) eines deutschen Klassikers versuchen wollten. Wir hatten eine lange Liste mit in Frage kommenden Songs – von Rio Reisser bis Nena, alles dabei. Unsere Version „Hurra, Hurra die Erde brennt” erschien uns im Nachhinein am besten zu passen – den Song ins HC Gewand zu hüllen war ein riesiger Spaß. Live ist der Song ne Granate – jeder kann sofort mitmachen. Textlich haben wir die Thematik etwas „aktualisiert” wo im Original „nur” die Lehranstalt als Sinnbild für Sozialisation und Bildung brannte, brennt heutzutage ja wirklich die ganze Welt.

HF: Ihr scheint ja in der Zeit der Bühnen(zwangs)pause einen neuen Weg gefunden zu haben, euch zu beschäftigen. Ich habe da so ein #nord_cast auf eurer Seite gesehen. Könnt ihr da schon mehr zu verraten?

NE: Ja, wir haben uns wirklich lange Gedanken darüber gemacht, was wir machen könnten, um unsere Hörerschaft mit uns, unseren Inhalten und unserer Musik regelmäßig zu erreichen und auch neue Hörer anzusprechen – ganz ohne live auftreten zu können. Wir sind daher zum Schluss gekommen, dass wir unsere Kontakte in der ganzen Welt nutzen möchten, um in einem Podcast Format uns und unsere Musik zu bewerben (es wird immer thematisch einen Abschnitt zu NordEnd geben), aber auch Gäste zu haben, die interessantes und informatives zu erzählen haben. Lasst euch überraschen…. Nur so viel: der erste Gast spielt in „nicht Corona” Zeiten Gitarre u.a. bei „Billy Bio” und „the Exploited” und hat ne Menge zu erzählen. Das wird sicher cool.

HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit eurem Album.

Interview: Katja Maeting

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