
Geschrieben und Fotos von Tim Braff
Um die Jahrtausendwende gab es wohl kaum eine größere Band als Limp Bizkit. Durch MTV, Fred Dursts Attitüde und einigen Charterfolgen haben sie damals die sogenannte Generation der Millenials geprägt. Auch heute ziehen sie noch Massen an, obwohl sie schon lange nicht mehr die aktive Band sind, die sie damals waren. Jetzt waren sie mal wieder hier in der Region im Sparkassenpark Mönchengladbach.
Als Support hatten sie geballte Frauenpower dabei. Zuerst hat nämlich Deathbyromy die Bühne bespielt und sowohl mit Bühnencharisma als auch mit einer guten Stimmung überzeugt. Als Eröffnung haben sie sehr gut funktioniert und ihren Job gut erfüllt. Danach hat dann Ecca Vandal den zweiten Act vor Limp Bizkit gegeben. Mir persönlich hat es musikalisch nicht so gut gefallen, was aber vor allem an der Art der Musik lag, die nicht meinem Geschmack entspricht. Für viel Stimmung haben sie allgemein auch nicht sorgen können, was zusätzlich nicht so toll ist in ihrer Position, aber beeinflussen können sie das auch nicht unbedingt – ihr Stil war vielleicht einfach nicht ansprechend für das anwesende Publikum.
Dann kam auch schon Limp Bizkit auf die Bühne. Vor paar Jahren galt Limp Bizkit noch als schlecht gealterter Act, der nur noch durch Nostalgie aussorgen kann. Das lag vor allem an dürftigen Auftritten von Fred Durst, bei denen er teils stark alkoholisiert kaum bis gar nicht einem Frontmann würdig war. Diesmal (und die letzten Monate) kann sich keiner beschweren. Fred Durst hat solide seinen Job erfüllt, charismatisch mit dem Publikum interagiert und keine Anzeichen von Lustlosigkeit gezeigt. Dadurch ist das Publikum umso mehr abgegangen.
Generell sind Limp Bizkit-Konzerte ziemlich einzigartig, weil viel Einzigartiges zusammenspielt. Es fängt an mit Wes Borland (Gitarrist), der immer ein abgespacetes Kostüm trägt, DJ Lethal, der sehr sympathisch bei jedem Konzert auftritt am DJ-Pult und natürlich John Otto an den Drums, der das ganze Bild abrundet. Fred Durst ist selbstverständlich auch immer ein ikonischer Faktor, weil er nunmal polarisiert und Showmann ist. Diesmal war es dennoch anders, weil Sam Rivers nach seinem Tod letztes Jahr nicht mehr am Bass ist und vom Gitarrist/Bassist von Ecca Vandal vertreten wurde. Dazu ist die Bühne jedesmal für eine Überraschung zu haben. Von Metallica-Andeutungen, Memes an der Leinwand oder gar Countdowns, die in lustigen Bildern enden, ist alles möglich.
Ihre Setlist war genial! Man realisiert erst beim Konzert, wie viele Hits Limp Bizkit eigentlich hat. Mal davon abgesehen, dass das Publikum jeden Text konnte, bestand ihre Setlist bis auf 2 Songs aus Songs, die innerhalb von 6 Jahren um die Jahrtausendwende veröffentlicht wurden, und man kennf quasi alle Songs, auch wenn man kein Fan der Band ist.
Generell war die Stimmung überragend und das Publikum mit vollem Einsatz dabei. Insbesondere bei den Songs „My Generation“, „Hot Dog“ oder „Break Stuff“. Letzteren haben sie typisch wieder zweimal performt, weil er live immer das Maximum aus dem Publikum holt. Emotional wurde es bei „Re-Arranged“ (ein Song, auf dem Sam Rivers sehr markante Basslines geliefert hat) und selbstverständlich beim The Who Cover „Behind Blue Eyes“, der quasi für Sam Rivers gespielt wurde. Da floss die ein oder andere Träne im Publikum.
Auch wenn Limp Bizkit aus den 90ern stammt, waren die 80er sehr relevant bei ihrer Show. Einmal haben sie ihr berühmtes George Michael-Cover von „Faith“ gespielt und zwischendurch bei Gitarrenwechsel etc. wurden immer wieder Hits aus den 80ern gespielt. Fred Durst hat sogar kurz „99 Luftballons“ von Nena gesungen, nachdem es beim Umstrukturieren lief.
Nu-Metal is Back! (bzw. war es nie weg; Limp Bizkit ist der Beweis dafür). Aktuell werden Fans des Nu-Metals richtig verwöhnt und auch hier trifft meine Aussage wieder zu: Nu-Metal-Bands enttäuschen live nicht, weil die Stimmung immer überragend ist.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass Limp Bizkit live echt einen Ruf-Wechsel verdient hat. Die Band performt wieder mit Leidenschaft, das Publikum feiert sowieso in voller Extase und die Setlist ist jedes Mal aufs Neue zwar sehr ähnlich, aber immer der Garant für optimale Stimmung.
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