Katja – Tabu sind für mich Fragen nach dem Privatleben der Musiker!

Eigentlich ist sie es, welche die Bands mit Fragen quält, heute muss sich Katja aber meinen Fragen im Rahmen der Quick5-Team-Interview-Reihe stellen… seid gespannt 😉

 

HF: Du bist ja eine der fleißigen Schreiberinnen bei uns im Team. Ob erfolgreich Bands kontaktieren, CD/DVD´s Review oder Konzertberichte schreiben. Würdest du von dir aus sagen, dass du anders an die Sache rangehst, als andere “Journalisten” oder hast du eine ganz bestimmte Macke, welches dich auszeichnet bzw. hervorhebt in diesem Job?

Katja: Ob ich was anders mache, kann ich gar nicht sagen, dazu müsste ich wohl die Kollegen ausquetschen 😉 . Als Journalistin sehe ich mich nicht wirklich, ich schreibe einfach unheimlich gerne. Das hab ich schon früher in der Schule gern gemacht, später z.B. für die Studenten-Zeitung oder auch Buch-Rezensionen. Da kann ich dann auch mal ewig an einer Formulierung rumbasteln, bis sie mir endlich gefällt. Macken habe ich viele 😉 , hilfreich für die Arbeit beim Hellfire dürfte zum einen sein, dass ich mich grundsätzlich gern ausführlich mit (neuen) Themen auseinandersetze. Sei es nun mit einem für mich neuen Musik-Genre, dem Schreiben an sich oder dem Background einer Band. Zum anderen schnappe ich vieles “nebenbei” auf und kann auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, eine Auswirkung meines Alltags-Jobs, so dass ich einen Berg unnützes Wissen mit mir rumschleppe, der manchmal dann doch hilfreich ist.

 

HF: Welches Interview/Quick5 und CD Rezension war für dich bisher am einprägsamsten? Wurdest von Antworten überrascht, oder von der Band an sich? Oder hast einen Fehler begangen oder etwas ausgelöst, was unerwartet war?

Katja: Meine allererste Rezension fürs Hellfire, Imminence “This Is Goodbye”, hat sich definitiv eingeprägt. Nicht nur, weil es die erste war, sondern weil ich dadurch zu einer neuen tollen Band gekommen bin und zu einem für mich neuen Musik-Genre, das seither einer meiner musikalischen Schwerpunkte geworden ist.

Belustigt bin ich bei Interviews manchmal, wenn Bands anscheinend nicht wissen, was in ihren Pressetexten steht und sie ratlos sind, wenn man auf einen Punkt daraus näher eingehen möchte. Überrascht bin ich immer wieder, wie ehrlich viele Bands/Musiker Fragen beantworten und dabei auch persönliche Dinge wie Krankheiten oder den Verlust geliebter Menschen offen ansprechen. Interviews haben sich einige eingeprägt, z.B. eines meiner ersten Live-Interviews (Gloryhammer), wo es vorher hieß, ich würde den deutschsprachigen Sänger interviewen und dann zehn Minuten vorher erfahren habe, dass es doch der englischsprachige Bassist wird. Seitdem hab ich immer Fragen dabei, die jedes Bandmitglied beantworten kann, ggf. in zwei Sprachen 😉 Oder mein Interview mit Norbert und Nico von Annisokay, weil die beiden so ziemlich auf dem gleichen Humor- und Ironie-Level liegen wie ich.

 

HF: Wenn dir eine CD/Platte nicht gefällt, bist du eher eine ehrliche Kritikgeberin oder umschreibst du es, dass es noch nett klingt? Wie gehst du allgemein damit um, wenn dir etwas überhaupt nicht gefällt?

Katja: Zum Glück werden bei uns die Alben ja nicht zwangsweise zugeteilt, da ist die Gefahr gering, dass ich etwas erwische, was mir musikalisch komplett gegen den Strich geht, außer natürlich bei Namensverwechslungen oder ähnlichem ;-). Ich denke, ich bin schon ehrlich, aber versuche, das dann auch sachlich zu beschreiben bzw. zu begründen, denn wenn man Kritik übt, sollte man dies konstruktiv tun, auch wenn das in der Geschmacksfrage Musik nicht immer einfach ist. Das sind wir meiner Meinung nach unseren Lesern und auch den Bands schuldig. Einfach nur “Das ist Mist” raushauen, nützt keinem und ich rege mich ja selber auf, wenn mir meine Entwürfe auf Arbeit abgelehnt werden, ohne das ich einen Grund erfahre. Wenn ich mal komplett außerhalb meiner musikalischen Vorlieben lande, dann schreibe ich dies auch ehrlich in die Review rein, denn die Band kann ja nichts dafür, dass mir ihr Genre nicht liegt bzw. ich null Ahnung davon habe. Überraschenderweise gefallen mir dann einige dieser “Fehlgriffe” dann doch sehr gut. Auch im Alltag versuche ich, Kritik möglichst konstruktiv zu äußern, muss mich da aber öfters mal dran erinnern, es auch wirklich zu tun.

 

HF: Welche Fragen dürfen in einem Interview deiner Meinung nach nicht fehlen? Und welche sollte man eher meiden? Deine Lieblingsfrage an die Bands? 😀

Katja: Puh, welche Fragen nicht fehlen dürfen, ist schwierig zu sagen. Kommt immer ein bisschen auf die Band und Situation an. Grundsätzlich versuche ich, Fragen zu stellen, zu denen die Bands was erzählen können (wenn sie wollen) und nicht nach einem Satz fertig sind. Tabu sind für mich Fragen nach dem Privatleben der Musiker oder politische Themen, außer sie leben es öffentlich aus, z.B. politische Punk Bands oder Teilnehmer von Doku-Soaps oder ähnlichem. Meine aktuelle Lieblingsfrage an alle Bands, die schon was länger dabei sind und eine gewisse Fan-Base erreicht haben, ist: “Wie fühlt es sich an, Einfluss und Inspiration für andere zu sein?” Die Reaktionen sind immer interessant.

 

HF: Als unsere Meister-Stalkerin, bist du ja meist Recht aufgeklärt über die verschiedensten Bands. Welche Tipps würdest du einem Neuling geben, wenn er sich das erste Mal an eine Rezension oder ein Interview wagt? Wie sollte er an die Sache rangehen? Woher beziehst du deine “Informationen”? 😉

Katja: In Sachen Rezension bietet sich für die ersten Versuche entweder eine Band an, die man schon ein bisschen kennt oder die noch halbwegs neu ist – hat sich zumindest für mich bewährt. Wenn man sich sein Leben lang z.B. nicht mit Iron Maiden befasst hat, dann wäre deren neues Album als erstes Review-Objekt wahrscheinlich äußerst undankbar. Grundsätzlich lasse ich mich immer von meiner eigenen Neugier leiten: was wäre für mich über eine Band/ein Album interessant, was möchte ich gerne von der Band wissen usw. Gerade für Interviews grabe ich dann auch mal etwas tiefer in der Band-Historie. Wie schon eingangs erwähnt, sammel ich einen Haufen unnützes Wissen an, der mir da manchmal zur Hilfe kommt, sei es nun in Bezug auf Feature-Gäste, Besetzungswechsel oder ähnliches. Ansonsten sind Google, Facebook und meine beiden menschlichen Musik-Wikis Klaus und Max meine besten Freunde 😉 Ich scrolle mich auch schon mal durch ein paar Jahre Timeline auf Facebook, denn ich stelle einfach ungern zum 100. Mal die gleiche Frage oder Schablonen-Fragen, die nichts mit der Band zu tun haben.

 

Interview: Jenny Ehlers

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