
© Iron Spell
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Iron Spell
Album: From The Grave
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Dying Victims Productions
Veröffentlichung: 25.07.2025
IRON SPELL ist eine chilenische Metalband, die 2013 von Schlagzeuger und Komponist Felipe Carvajal (alias Steelhammer) gegründet wurde und ein Jahr später eine im Underground viel beachtete 4-Track EP veröffentlichte. Zwei Jahre später folgte der erste Longplayer „Electric Conjuring“, auf dem sogar ein gewisser Richie Faulkner als Gast zu hören war. Danach folgte eine lange Phase mit einigen Stand-Alone Singles, einer Live EP sowie einer Best Of (bei genau einem vollständigen Album!), doch es sollte letztlich neun Jahre dauern, bis die Band eine neue Scheibe an den Start bringt.
Musikalisch bedienen sich die Südamerikaner beim traditionellen Metal der 80er Jahre, was grundsätzlich nichts Schlechtes ist, so lange das Songmaterial halbwegs frisch und nicht wie der zigfache Abklatsch der Band XY klingt, und diese ist bei IRON SPELL glücklicherweise nicht der Fall. Natürlich ertappe ich mich dabei, beim einen oder anderen Riff das Gefühl eines Déjà-vu’s zu bekommen, und nicht nur vom teils in höchste Höhen abdriftendem Gesang werden hier zahlreiche Klischees bedient, die man mit dieser Metal-Epoche verbindet. Aber auf welche ähnlich agierende Formation trifft dies nicht zu?
„From The Grave“ jedenfalls enthält zehn Tracks, die das ganze Spektrum des klassischen Edelstahls abdecken. Mit „Curse Of The Ushers“ und „Sorceress“ wird gleich zu Beginn gehörif Staub aufgewirbelt, die Band gibt ordentlich Gas und liefert ein paar tolle Hooks und Riffs, wobei besonders der folklore-artige Gitarren-Part des Openers für eine gewisse Überraschung sorgt. Gleiches gilt für die zahlreichen kurzen Veränderungen der Rhythmik bei „Release From Darkness“, während „Whispers Of Sorrow“ sowohl mit seinem eher dem Rock zugehörigen Chorus als auch dem packenden Solo aufhorchen lässt.
Zwei Songs ragen für mich besonders heraus: Beim Instrumental „While Witches Dance“ können sich die Gitarristen nach einem etwas verhaltenen Start so richtig austoben, zumal der Song nach etwa der Hälfte deutlich an Dynamik gewinnt, ehe das Ganze letztlich ganz ruhig ausklingt. Den Schlusspunkt „Children Of The Night“ darf man dann getrost als „episch“ bezeichnen, denn die Nummer legt ebenso großen Wert auf abwechslungsreiche Gesangsmomente einschließlich eines Kinder Chors gegen Ende wie auf hinreichend viel Raum für Phasen ohne Lyrics. Und was gibt es besseres, als einen solchen Track mit einem Solo ausklingen zu lassen.
Weniger erbaut bin ich ob des als Zwischenspiel dienenden Titelstücks, das mit merkwürdigen Keyboard-Klängen aufwartet und nicht so recht in die Tracklist passen will. „Devil King“ kommt trotz leichter Maiden Vibes eher unspektakulär rüber, und neben der sicherlich noch ausbaufähigen Produktion wirken die einen oder anderen Backing Vocals etwas schräg.
„From The Spell“ ist sicherlich keine schlechte Scheibe und bietet über weite Strecken gute Metal Unterhaltung, insbesondere für Anhänger der klassischen Spielart. Der Frage, ob das dann für den großen Wurf ausreicht, stehe ich allerdings ein wenig skeptisch gegenüber.
Von mir gibt es 7 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Curse Of The Ushers
- Sorceress
- Release From Darkness
- While Witches Dance
- Whispers Of Sorrow
- Devil King
- Deep In The Night
- Black, Hot & Heavy
- From The Grave
- Children Of The Night
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