
© Gozu
Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Gozu
Album: VI
Genre: Stoner Rock
Plattenfirma: Metal Blade
Veröffentlichung: 15.05.2026
Auf ihrem mittlerweile sechsten Album sind Gozu wieder „heavy as hell“, Fans der Band aus Boston kommen also nach wie vor voll auf ihre Kosten. Aber vielleicht nicht nur die, sondern auch Leute wie ich. Denn für mich waren Gozu bislang immer etwas zu sehr auf Sound fixiert — und etwas zu wenig auf Song. Nicht selten war es so: Beim ersten Song war ich begeistert von diesem unfassbaren Druck, beim fünften Song gab ich wegen dauerhaften Überdrucks auf. Das hat sich geändert. „VI“ frohlockt nicht nur mit tief frittierten Riffs und schallend klatschenden Grooves, sondern auch mit überaus eingängigen, teils auch nachdenklichen oder gar zauberhaften Melodien.
Das eröffnende „Corinthian Leatherface“ ist ein fulminanter Tritt in den Arsch, wie man es von Gozu erwartet, und wie das generell auch sein muss. Infolgedessen beweist die Band aber, dass sie viel mehr auf dem Kasten hat als nur Vollspann-Allerwerteste zu malträtieren. Dem doomigen „Midnight Express“ wohnt eine tiefe Sehnsucht inne, ein Wunsch auszubrechen, der mich packt und auf eine Weise durchschüttelt, wie ich es von der Band bislang nicht gewohnt war. Stimmungsmäßig ähnlich gelagert und mindestens genauso stark: „They Did Know Karate“.
Es sind Stücke wie diese oder auch das für Gozu-Verhältnisse fast schon zärtliche „Corner Lariot“, welche die einzelnen Songs erfreulich unterscheidbar und die ganze Platte erstaunlich bekömmlich machen. „VI“ fühlt sich nicht wie ein endloser Rifforkan an, sondern wie eine Sammlung von Stücken mit eigener Persönlichkeit. Und genau das macht „VI“ für mich zum bisher besten Gozu-Album. 8 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracks:
01 Corinthian Leatherface 05:06
02 Midnight Express 06:21
03 Killer Khan 04:41
04 Corner Lariat 06:47
05 Banacek 04:20 video
06 They Did Know Karate 07:23
07 Gimme the Lute 05:49
08 Corvette Summer 05:04
















