
© Elvenking
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Elvenking
Album: Rites Of Disclosure
Genre: Folk/Power Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment
Veröffentlichung: 22.05.2026
Nachschlag aus dem Hause ELVENKING. Während der Abschluss der „Reader Of The Runes“ Trilogie gerade mal ein Jahr zurückliegt, steht mit „Rites Of Disclosure“ bereits der Nachfolger parat. Allerdings handelt es sich nicht um ein klassisches Studio-Album mit komplett neuen Songs, sondern um eine Sammlung von Stücken, die während der „Reader Of The Runes“ Jahre entstanden sind und bislang noch nicht in physischer Form zu erhalten waren, einigen Cover-Versionen sowie zwei brandneuen Songs.
Und besagte neue Tracks bilden dann auch direkt den Auftakt. „Blizzards Of Anger“ erweist sich als ebenso melodischer wie eingängiger, schwungvoller Track, der vermutlich für manchen an der Käserinde kratzen würde, wenn da nicht die eingetreuten Growls wären. Beim weitestgehend etwas gesetzter agierenden, düster gehaltenen „Rite Of Passage“ machen sich rifftechnisch und dank der Keyboard Untermalung dezente Ghost-Vibes breit, was da Gespür für fette Hooks miteinschließt. „The Past Is Forever“ ist dann ein flotter, gute Laune verbreitender Folk-Feger, der aufgrund seiner Party-Kompatibilität genauso gut zu Feuerschwanz passen würde.
„The Moon And Magic“ ist eine feierliche Folk-Schunkel-Ballade mit toller Hookline, die wie gemacht erscheint für eine Tavernen-Szene im nächsten Tolkien-inspirierten Film. „Ethel“ ist ein rein akustischer Track, dessen musikalisches Fundament im Folk-Bereich liegt und von beschwingtem Gesang mit positiven Grundton getragen wird.
Danach startet „Arrival“ (King Diamond) den Reigen der Cover-Versionen. Auch ohne Kenntnis des Originals muss man konstatieren, das die Nummer rockt und den düsteren Sound des Kings gut einfängt, nur bei den eigentümlichen Falsett-Einlagen bekomme ich erste Anzeichen von Ohren-Herpes. Iron Maiden auf Folk, kann das funktionieren? Eigentlich muss man die Frage fast automatisch bejahen, denn auch wenn „No Prayer For The Dying“ nicht zu den „Hits“ der Eisernen Jungfrauen zählt, verfügt das Teil über eine tolle Melodielinie, die man nur schwerlich verhunzen kann, was die Italiener auch keineswegs getan haben, im Gegenteil, die ELVENKING-Interpretation kann prima mit dem Original mithalten.
Dies lässt sich auch von „Children Of Decadence“ (Children Of Bodom) sagen, denn ehrlich gesagt liegen die beiden Versionen gar nicht so weit auseinader, was ausdrpcklich auch für die Vocals gilt. Mit „Man Of Iron“ – ursprünglich von Bathory – folgt ein weiteres mir unbekanntes Stück. Dennoch hätte ich aufgrund des Original-Interpeten nicht erwartet, hier eine folkige Akustik-Ballade serviert zu bekommen.
Schon allein aufgrund der Verwendung einer Geige scheint „Salt On The Earth (Another Man’s Poison)“ von Skyclad wie gemacht zu sein für ein ELVENKING-Cover, zumal die hie vorliegende Version keineswegs wie ein bloßer Abklatsch wirkt, sondern richtig mitreißt. Für meinen persönlichen Geschmack die beste aller Fremd-Interpretationen. Den Abschluss bildet „Prime Evil“ von Venom. Bei diesem Song huldigen sie einerseits dem Original, machen sich jedoch zugleich die Nummer zu eigen und präsentieren eine interessante Neuinterpretation des Klassikers, bei dem Snowy Shaw an den Drums Platz genommen hat und Original-Sänger Tony „Demolition Man“ Dolan stimmgewaltig unterstützt.
So wie ich das sehe, wird mit „Rites Of Disclosure“ die „Reader…“ Epoche vervollständigt und endgültig abgeschlossen. Die hier dargebotenen eigenen Stücke fügen sich gut in den Band-Kontext ein und dürften Fans der Band nicht enttäuschen. Der Rest (die Covers) bleibt wie immer Geschmacksache!
Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Blizzards Of Anger
- Rite Of Passage
- The Past Is Forever
- The Moon And Magic
- Ethel
- Arrival
- No Prayer For The Dying
- Children Of Decadence
- Man Of Iron
- Salt On The Earth (Another Man’s Poison)
- Prime Evil
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