
© Converge
Geschrieben von Tim Braff
Band: Converge
Album: Hum Of Hurt
Genre: Metalcore
Plattenfirma: Epitaph
Veröffentlichung: 05.06.2026
Converge bringen dieses Jahr bereits ihr 2. Studioalbum auf den Markt. Die Band hat zuvor bekannt gegeben, dass bei der letzten Songwriting-Session genug verschiedenes Material entstanden ist, was auf 2 verschiedene Alben gehört. Dass so schnell das zweite Album folgen würde, überrascht trotzdem.
Vor weniger als 4 Monaten habe ich bereits „Love Is Not Enough“ rezensiert, was ich als ordentliche Nummer bewertet habe und jetzt sitze ich wieder hier und rezensiere „Hum Of Hurt“. Dabei merkt man stilistisch natürlich die Ähnlichkeiten der beiden Alben – vor allem durch die typische Converge-Formel –, aber auch die Unterteilung, die die Band vorgenommen hat. Man versteht nämlich beim Hören, warum das ganze Material auf zwei Alben aufgeteilt wurde und nicht auf einem langen Album vereint wurde.
„Hum Of Hurt“ ist im Gegensatz zu „Love Is Not Enough“ um einiges chaotischer. Core-Elemente sind immer noch präsent, aber nicht mehr Alleinstellungsmerkmal des Sounds. Chaos in Form von Sludge-, (Melo-) Death-, Groove- und Punkelementen lenken Song für Song den Sound des Albums in eine andere Richtung. Ich finde dieses Hin und Her gewagt: Dadurch wird es als Hörer schwierig, den roten Faden durchs Album zu behalten und ich zu meinem Teil habe kaum Anknüpfungspunkte in diesem Werk finden können. Es gibt garantiert Leute, die genau auf so ein Chaos stehen, aber eine gewisse Grundstruktur schadet meines Erachtens nie. Hier ist es jedes Mal eine erneute Wundertüte.
Converge läuft zudem gegen den Strom. Trends sind ihnen nicht wichtig, was für Charakterstärke der Band spricht. Zugleich fehlt ihnen aber auch eine gewisse Zugänglichkeit. Das Album kann zwar ein Niveau permanent aufrechterhalten, aber Langlebigkeit erzeugt dies nicht. Das ist in Vergangenheit ihr Aushängeschild gewesen mit ihrem Album „Jane Doe“. Dort haben sie ehrlichen Core mit Zugänglichkeit präsentiert, der alles andere als weichgespült gewesen ist. Ich möchte damit nicht, dass Converge ein „Jane Doe“-2.0 anstreben soll, sondern eher darauf hingewiesen haben, dass Converge in Vergangenheit eben diese Schere zwischen Eigenwillen und Zugänglichkeit nachhaltig gemeistert hat.
Das konstante Niveau auf dem Album habe ich bereits angesprochen. Dahingehend möchte ich noch ergänzen, dass auch wieder auf dieser Platte Converge mit Wechseln aus schnell & langsam, atmosphärisch & druckvoll und kreativ & simpel hantiert. Ihre Alben wirken dadurch grundsätzlich passabel, was definitiv für ihr Musiktalent spricht. Der Song, der sich trotzdem hervorheben kann, ist meiner Meinung nach „Detonator“. Er weist ebenfalls jedes typische Merkmal von Converge auf, aber in dem Fall hat es mir der Song angetan.
Fazit: Converge präsentiert wieder ein Album, was ganz gut als Gesamtwerk funktioniert. Einzelne starke Momente hat „Hum Of Hurt“ allemal. Durch das vorherrschende Chaos finde ich das Werk dennoch nicht so stark wie sein Jahresbruder aus Februar.
6,5 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Slip the Noose
02 Doom in Bloom
03 It Only Gets Worse
04 Detonator
05 I Won’t Let You Go
06 It’s Not Up To Us
07 Dream Debris
08 It Used to Matter
09 Hum Of Hurt
10 Nothing is Over
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