
© Castle Rat
Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Castle Rat
Album: The Bestiary
Genre: Epic Doom
Plattenfirma: Blues Funeral Recordings
Veröffentlichung: 19.09.2025
Mit „The Bestiary“ legen Castle Rat ihr zweites Album vor – und machen damit deutlich, dass sie keine Eintagsfliege der Retro-Doom-Szene sind. Schon das Debüt hatte seinen eigenen Charme, doch nun zeigt die Band, dass sie ihr Songwriting spürbar weiterentwickelt hat. Fast jeder Track beweist, wie viel reifer, variabler und souveräner die Kompositionen geworden sind. Mehr Klasse, mehr Dynamik, mehr Tiefe – Castle Rat klingen so, als hätten sie innerhalb kurzer Zeit einen beträchtlichen Reifeschub durchlaufen.
Neben der gesteigerten Komplexität sind es die unerwarteten Momente, die „The Bestiary“ besonders machen. Ein Paradebeispiel ist „Crystal Cave“, das mit Streichern überrascht und die düstere Grundstimmung der Platte um eine ungewohnte, fast mystische Klangfarbe bereichert. Auch ansonsten überzeugt das Album durch Abwechslung: zwischen epischen Doom-Hymnen und leisen, atmosphärischen Zwischenstücken entfaltet sich ein durchdachter Spannungsbogen. Intro und Outro rahmen das Ganze zu einer runden, fließenden Reise, die man kaum unterbrechen möchte.
Last but most definitely not least: Riley Pinkerton alias The Rat Queen ist das unangefochtene Zentrum dieses Albums. Ihre Stimme besitzt eine unterkühlte, verführerische Aura, die man getrost mit antiken Sirenen vergleichen kann – hätte sie bei Homer als Lockruferin von Odysseus’ Schiff angeheuert, man hätte ihr die Rolle ohne Zögern anvertraut.
Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracks:
01 Phoenix I – 02:15
02 Wolf I – 04:37
03 Wizard – 04:57
04 Siren – 03:41
05 Unicorn – 06:30
06 Path of Moss – 01:34
07 Crystal Cave – 04:55
08 Serpent – 03:21
09 Wolf II – 03:20
10 Dragon – 03:19
11 Summoning Spell – 02:37
12 Sun Song – 06:12
13 Phoenix II – 01:17









