BLITZ – Bitter Me

© BLITZ

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: BLITZ
Album: Bitter Me
Genre: Industrial Metal / Neue deutsche Härte
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 12.06.2026

 

Mit „Bitter Me“ werfen BLITZ ihre Hörer in eine düstere Zukunftsvision des Jahres 2066. Zwischen Konzernherrschaft, Rebellion und maskierter Identität versucht die Band, Industrial Metal, Neue Deutsche Härte und modernen Rock miteinander zu verbinden. Das Ergebnis fällt dabei deutlich vielseitiger aus, als die Genrebezeichnung zunächst vermuten lässt.

Denn wer hier kompromisslosen Industrial Metal erwartet, dürfte bereits beim Opener „Blitzkrieg“ überrascht werden. Statt kalter Maschinenhärte dominiert moderner Alternative Rock mit elektronischen Einsprengseln. Auch „The Score“ bewegt sich eher im melodischen Rockbereich und besitzt stellenweise beinahe Radio-Potenzial.

Erst Songs wie „Sudden Death“ oder „The Forsaken“ gehen stärker in die stampfende Industrial-/NDH-Richtung. Besonders „The Forsaken“ gehört zu den stärksten Momenten des Albums: düster und mit genau der bedrohlichen Atmosphäre ausgestattet, die man sich von diesem Konzept erhofft. Spannend wird es immer dann, wenn BLITZ verschiedene Extreme kombinieren. „Bitter Me“ mischt sanfte Gesangslinien mit überraschend heftigen Growls und erzeugt dadurch eine angenehm verstörende Dynamik. Auch „Vermilion Vein“ integriert endlich deutlich hörbar Industrial-Elemente, ohne die melodische Seite der Band aufzugeben.

Überhaupt lebt das Album von seinen vielen Stilwechseln. Mal dominieren elektronische Beats, mal klassische Rock-Strukturen oder modernere Metal-Einflüsse. Dadurch bleibt „Bitter Me“ abwechslungsreich, wirkt stellenweise aber auch etwas unausgegoren. Nicht jede Idee zündet vollständig, und gerade der Industrial-Anteil wird deutlich kleiner ausgefahren, als das Marketing vermuten lässt.

Trotzdem besitzt das Album seine Momente. Die dystopische Grundstimmung funktioniert, die Produktion klingt druckvoll und die Mischung aus Härte und Eingängigkeit weiß durchaus zu gefallen.

Zum Schluss ist „Bitter Me“ weniger reiner Industrial Metal als vielmehr ein vielseitiges Modern-Metal-Album mit NDH- und Rock-Einflüssen. Nicht alles wirkt komplett ausgereift, doch Songs wie „Sudden Death“ zeigen deutlich Potenzial. 8 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist:

01 Blitzkrieg
02 The Score
03 Sudden Death
04 My Enemy
05 The Game
06 Bitter Me
07 Vermillion Vein
08 The Forsaken
09 Carnival
10 Take Me Alive

 

Mehr Infos:

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