Tragik – Propaganda Elite

© Tragik

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Tragik
Album: Propaganda Elite
Genre: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Company Records
Veröffentlichung: 24.06.2026

Ich oute mich jetzt mal wieder als Ignorant und gestehe, den Namen Phil Vincent vorher noch nie gehört zu haben, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Auf jeden Fall ist der gute Phil ein Multi-Instrumentalist, der seine Songs nicht nur selbst schreibt und einsingt, sondern auch produziert und abmischt. Zudem ist er äußerst produktiv, denn seit 2007 hat er allein unter dem Banner TRAGIK bereits dreizehn Longplayer veröffentlicht.

Der Auftakt „Bushwhacked“ fällt zu Beginn und später wiederholt überraschend aggressiv und hart aus, dazwischen tummeln sich feine Melodielinien, die die Brücke zum melodischen Rock schlagen. „Nothin’ Left But Time“ ist dann eher das, was man aufgrund der Promo erwartet, ein mit leichten Keys unterlegter Uptempo Rocker und fast schon AOR-mäßigem Chorus, der Lust auf mehr macht. Mit dem leichtfüßigen und gleichzeitig eindringlichen „After All“ sind TRAGIK dann endgültig im AOR angekommen, während „Shot Down“ wieder zum kernigeren Rock des Album-Anfangs zurückkehrt und „Outlaw (Don’t Forget My Name)“ sich geradezu für den nächsten Road-Trip aufdrängt.

Das nach Radio-Airplay schielende „In The Pantomime“ bringt eine leicht theatralische Note hinsichtlich der Gesangslinien mit ein, „Threw It All Away“ schlägt zwar eine ähnliche Richtung ein, offenbart aber zumindest in den Strophen sowie beim Solo-Part ein paar schärfere Riff-Kanten. Herzstück des Albums ist das achtminütige „Ego Trip“, der Song entpuppt sich als getragenes, episch angelegtes Stück mit längerem Instrumental-Ende, das zu keiner Zeit langweilig wird. „Joy To The World“ ist mitnichten eine Interpretation der Beethoven Komposition, sondern ein locker flockiger Gute-Laune Song mit 70er Jahre Vibes.

„Earl Of Canterbury“ kommt deutlich reduzierter, teils im Akustik Gewand daher und verbreitet eine sehr entspannte Stimmung. „Not For Me“ lässt dann wieder die Gitarren sprechen und animiert zum gepflegten Abrocken. Der Schlusspunkt „Perception Lost“ knüpft atmosphärisch weitestgehend an „Earl Of Canterbury“ an – diesmal allerdings mit Keyboard Untermalung, erst im letzten Drittel legt die Nummer an Wucht und Dynamik zu und lässt den Song doch noch rockig ausklingen.

Trotz der nicht gerade geringen Anzahl an Veröffentlichungen scheinen Phil Vincent die guten Ideen nicht auszugehen, denn auch wenn vielleicht nicht jeder Song auf Anhieb zündet, ist „Propaganda Elite“ ein gelungenes Album für Freunde des melodischen Hard Rocks.

Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

1 Bushwacked 03:00
2 Nothin’ Left But Time 04:12
3 After All 05:45
4 Shot Down 04:45
5 Outlaw (Don’t Forget My Name) 04:07
6 In The Pantomime 05:14
7 Threw It All Away 03:56
8 Ego Trip 08:04
9 Joy To The World 03:26
10 Earl Of Canterbury 05:07
11 Not For Me 03:47
12 Perception Lost 05:21

Mehr Infos:

Phil Vincent Website
Phil Vincent FACEBOOK

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