
© Tracy Bryant
Geschrieben von: Bernd Kröninger
Band: Tracy Bryant
Album: The Well
Genre: Indiefolk / Postpunk
Plattenfirma: Taxy Gauche Records
Veröffentlichung: 22.05.2026
Tracy Bryant sagte mir nichts. Okay, bei all den Künstlern, Bands kann man alle und jeden kennen? Natürlich nicht. Tracy ist ein Singer – Songwriter, kommt aus Kalifornien und hat einen Hang zu schwerer Rhythmik. Wahrscheinlich ist es der „Pandemie“ aus 2020 geschuldet. Selbstkritisch mit sich selbst, verlässt kein Song sein Studio, bevor er selbigen nicht nochmals beurteilt hat. Werden wir tatsächlich mit schwerer Kost konfrontiert?
„Cold Floor“ ist biografisch. Aus traurigem Anlass (sein Vater verstarb) geschrieben, setzte er ein passendes Instrument ein, dass diese Melancholie bestens wiedergeben kann. Statt Gitarre gab er dem Klavier den Vorrang. Dazu eine extrem „unterkühlte“ Drums. Der Folgesong hebt sich jetzt schon rhythmisch ab. „Weight“ könnte musikalisch aus der Feder der Düsseldorfer Formation „Kraftwerk“ stammen. Galaktische Töne finden hier Beachtung. Doch ganz ohne Gitarre scheint es nicht zu gehen. „Famished“ brilliert durch zwei Soli. Zum einen durch das Klavier, zum anderen durch eine Gitarre. Eine feine Linie, die zwischen den Instrumenten gezogen wird.
Psychedelisch erleben wir eine Witwe („Widow“). Hauptaugenmerk neben dem Klavier findet nun die Drums. Seine Voice strahlt Ruhe und Empathie aus. Gefühlsbetont verarbeitet er den Tod seines Vaters (..„my heart has broken now my dad is gone“). Piano, Synthesizer geben das entsprechende Flair dazu. Selbiges Flair ist in „Meet Me“ zu spüren. Feinen Synthie Pop erfahren wir im Titeltrack „The Well“. Erinnert mich rhythmisch an „New Order‘s“ „Blue Monday“ aus den 80ern. Einen leichten „Touch“ von „Feetwood Mac“ weist der Song „Halfway“ auf. Sehr melodiös, mit tiefer Voice, ein eher besonnener Track.
„Danny“ ist ein weiterer Ruhepol auf dem Album. Sollten sich meine Ohren nicht täuschen, so sind hier Streicher zu hören, die dem Song eine besondere Note verleihen. Den Schlusspunkt setzt „Easy Street“. Versehen mit einem „Hall“ in der Voice, ein enorm schleppender Song, der eher einen schweren Gang vorgibt.
Fazit: Ein Album, das sich sehr schlecht in irgendein Genre einordnen lässt. Zu verschieden ist die Anordnung der Melodien. Selbst bei den Instrumenten muss genau hingehört werden, welche er einsetzt. Seine vertraute Voice klingt stark, passt sich der Instrumentierung an. Songs, die trotz ihrer Lyrik entspannt und frisch wirken. Als Gegenpart zu den harten Metalsongs, die den Markt bereichern, ist es gut zu wissen, dass dieses Genre noch lebendig ist. Meine Bewertung sind 8 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
01- Cold Floor
02- Weight
03- Famished
04- Widow
05- Meet Me
06- The Well
07- Half Way
08- Danny
09- Easy Street
Mehr Infos:















