
© The Rods
Geschrieben von: Klaus S.
Band: The Rods
Album: Wild Dogs Unchained
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 05.09.2025
Knapp eindreiviertel Jahren nach ihrer letzten Scheibe melden sich die US Metal Veteranen THE RODS mit „Wild Dogs Unchained“ zurück, einem neuen Album, das nicht nur aufgrund seines Titels den Bogen zur bandeigenen Frühphase spannt, sondern auch neu interpretierte Klassiker ihrer Vergangenheit mit neuen Songs verbindet.
Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, „Eyes Of A Dreamer“ stamme aus der Feder des unvergessenen Ronnnie James Dio und sein Cousin Dave „Rock“ Feinstein hätte den Song noch irgendwo aus Dio’s Hinterlassenschaften hervorgekramt. Bei dem Track handelt es sich um einen getragenen Midtempo Track mit epischer Note und fantastischer Hookline, der nicht nur vom Titel her perfekt zu Ronnie gepasst hätte.
Wer solch ein Highlight an den Anfang einer Scheibe setzt, musss schon einiges aufzubieten haben, um da noch nachlegen zu können. „Rock And Roll Fever“ ist als zweites Stück zumindest mal eine hervorragende Wahl, denn der Track bringt nicht nur mehr Dynamik mit sich, sondern entpuppt sich als hymnische Hommage an den Rock’n Roll, bei der Stillsitzen schlicht unmöglich ist. Von einem lässigen Groove angeführt lassen THE RODS auf „Mirror Mirror“ vermehrt Platz für Glanzpunkte von Feinstein’s Gitarrenspiel. Nach den beiden Übernummern zu Beginn fällt der Song trotz gefälligem Chorus beinahe ein wenig ab, und das obwohl wir hier von einer richtig guten Komposition reden.
„Tears For The Innocent“ erweckt zunächst den Anschein einer gefühlsbetonten Ballade, versetzt dem Hörer jedoch nach rund anderthalb Minuten einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten und driftet in Richtung getragener Rocker ab. Bei „Wild Dogs Unchained“ handelt es sich gewissermaßen um eine aufgemotzte Version des Titelstücks des 1982er Album-Klassikers, bei dem das Tempo im Vergleich zum Original zwar etwas zurückgeschraubt, dafür aber um über eine knappe Minute verlängert wurde.
„Time To Rock“ ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie zuvor „Rock And Roll Forever“ und sollte dank des ebenso einfachen wie einprägsamen Refrains bei Live Aktivitäten gesetzt sein. „Run Run Run“ besticht weniger durch feine Melodik als vielmehr durch einen fast schon hypnotisierenden Groove. „World On Fire“ ist nicht nur mit knapp sieben Minuten Spieldauer der längste Track der Scheibe, sondern auch ein mit Keyboards untermaltes episches Glanzstück, welches noch tagelang in den Hirnwindungen nachhallt.
Zum Abschluss des Albums folgen mit „Make Me A Believer“ (von „Heavier Than Thou“, 1986) und „Hurricane (von „In The Raw“, 1983) zwei weitere Neueinspielungen von Band-Klassikern. Während das eindringliche „Make Me A Believer“ ordentlich rockt und den schnellsten Song in der Tracklist markiert, wirbelt „Hurricane“ kaum minder stürmisch durch die Lautsprecher, vielleicht mit etwas mehr Lässigkeit versehen und beendet den Songreigen ebenso stark wie dieser begonnen hat.
Wie oft hat man in Bezug auf Wein schon die Worte gehört, dass dieser mit zunehmendem Alter immer besser wird. Ich glaube, selten war eine Übertragung dieser Phrase auf eine Band passender als bei THE RODS, denn seitdem ich vor einigen Jahren begonnen hatte, mich mit ihr auseinanderzusetzen, konnte sich das Trio mit jedem Longplayer seit ihrer Comeback-Scheibe „Vengeance“ (2011) steigern, und „Wild Dogs Unchained“ stellt unbestritten den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Hoffen wir mit Blick auf David „Rock“ Feinsteins Alter (der Mann zählt immerhin schon 78 Lenze!), dass uns die Band noch lange erhalten bleibt.
Von mir gibt es 9 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Eyes Of A Dreamer
- Rock And Roll Fever
- Mirror Mirror
- Tears For The Innocent
- Wild Dogs Unchained
- Time To Rock
- Run Run Run
- World On Fire
- Make Me A Believer
- Hurricane
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