Redaktions Quick5 – Katja, die Mutter Beimer des Hellfire Mags

Keine Band, kein Plattenlabel oder Veranstalter. Nein… heute stellen sich unsere Teammitglieder dem Quick5-Interview. Mal schauen, was wir von Katja erfahren.

Katja ist im bürgerlichen Leben Controller, was man nicht unbedingt bemerkt, wenn man ihre Rezensionen liest.
Hinter den Vorhängen des Hellfire Mags wissen wir diese Tätigkeit aber durchaus zu schätzen. Viel Engagement, welches Katja aufbringt, wird von unseren Lesern kaum bemerkt und kann deshalb auch kaum wertgeschätzt werden.

 

Jörg: Katja, es ist für mich manchmal schon erschreckend, wie schnell Du auf interne Posts reagiert oder Fragen von Fans und Bands beantwortest.
Ich glaube, ohne Deine wachen Augen liefe unser Mag deutlich langsamer und unstrukturierter.
Ist Deine Tätigkeit „im Hintergrund“  bewusst gesteuert oder kommt hier Dein „normales Ich“ zum Vorschein?

Katja: Das ist eindeutig Berufskrankheit.
Während ich Berichte schreibe, scanne ich regelmäßig den dienstlichen Mail-Eingang nebenbei, da öfters mal kurzfristige Sachen reinkommen, gebe telefonisch Anleitung zum Klicken in unseren diversen Datenbanken und Programmen und hör mit einem Ohr noch auf den Flurfunk.

Da ich job-mäßig meistens Einzelkämpfer bin (bundesweit gibt es bei meinem „Verein“ vielleicht ne Handvoll Leute, die das gleiche/was ähnliches machen), hat sich das für mich einfach bewährt. Und da ich zwecks Musikauswahl das Handy ständig in der Nähe liegen habe, überträgt sich das dann einfach auf den „Job“ beim Hellfire.

Bei Katja gibt es nicht nur Musik Kultur

Jörg: Immer, wenn Dirk und ich meinen, mehr sei nicht möglich, verantwortbar (Euch gegenüber) und vertretbar, kommen neue Ideen, die von Dir (und auch von Marco) dann auch wie selbstverständlich umgesetzt und abgearbeitet werden.
Hast Du Angst, in Langeweile zu ersticken? Was sagt Dein Mann zu der ganzen Geschichte?

Katja: Ich hab auch oft genug den Moment, wo mir alles über den Kopf wächst und ich mir denke: warum hast du nicht einfach die Klappe gehalten? 😉
Aber mein Controller-Gen sorgt dafür, dass ich reflexartig über Lösungsansätze nachdenke, sobald man mir nen „Problem“-Knochen hinhält…und da in meinem Job eher wenig Platz für Kreativität und Phantasie ist (entgegen aller Vorurteile „schraube“ ich nicht so lange an Zahlen bis sie passen 😉 ), bin ich dankbar für jede Möglichkeit, mal ein paar andere Teile meines Hirns einsetzen zu können. Sobald dann der erste Geistesblitz da ist, läuft der Rest oft wie von allein.
Anfangs war mein Mann schon öfters mal genervt von meinem neuen „Hobby“, aber inzwischen höre ich regelmäßig „musst du nicht noch ne Review schreiben?“…komischerweise meistens dann wenn ich ihm gerade wieder in nen Film reinquatsche…

Jörg: Ich habe es inzwischen aufgegeben, Deinen Musikgeschmack analysieren zu wollen. Jedes Mal, wenn ich denke, ‚jetzt hab ich’s‘ verwirrst und „erschütterst“ Du mich auf’s Neue mit neuen Vorlieben.
Klar macht es Dir Spaß, mich zu verwirren; aber von ungefähr kommt das doch mit Sicherheit nicht, oder?

Katja: Um das zu erklären, muss ich mich wohl erstmal als absolut unmusikalisch outen. Ich kann absolut nicht singen und es hat nen Grund, warum mir mein Musiklehrer damals selbst die Triangel aus der Hand genommen hat.

Dementsprechend habe ich keinen, ich nenn’s mal technischen Zugang zu Musik, sondern bei mir läuft das eher über die emotionale Ebene. Klar funktionieren bei mir auch die üblichen Konditionierungen in Sachen Ohrwurm, Mitsing-Faktor etc. ( der Schlager-Effekt sozusagen), aber hauptsächlich muss mich die Musik irgendwie ansprechen und da bin ich (fast) vorurteilsfrei. 

Wenn ich es zeitlich hinkriege, höre ich in alle Bands rein, die wir im wöchentlichen Update haben und dann lande ich eben mal bei Melodic Metal, mal bei Punk, mal bei Hardcore. Es muss halt einfach irgendwie passen.

Meine zarten Metal- und Rock-Wurzeln, wenn man das so nennen kann (ich bin im Gegensatz zu vielen Kollegen beim Hellfire nicht mit Urgesteinen wie Judas Priest und Black Sabbath groß geworden, meine Eltern haben es nicht so mit (guter) Musik 😉 ) liegen bei Bands wie  Bon Jovi , Van Canto, Sabaton, Rammstein, Die Ärzte, Schandmaul…teils weit entfernt von dem, was ich heute rezensiere….ich bin also nicht in der Metal-Wolle gefärbt und entsprechend offen für (fast) alle Töne.

Mal Mutter Beimer des Hellfire, mal Tante

Jörg: Es fällt auf, dass Du oft Bands vorstellst, deren Alben rezensierst, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Dennoch bekommen sie von Dir den höchsten Respekt und eine redaktionelle Rund-Um-Betreuung.
Ohne respektlos sein zu wollen: für mich bist Du die „Mutter Beimer“ des Hellfire-Mags.
Die Dankbarkeit, die von den Bands und deren Platten- und Promofirmen (sofern vorhanden) zurückkommen, ist unbeschreiblich.
Hast Du einen Mutter- oder Betreuer Komplex?

Katja: Eigentlich ist es ja pure Faulheit; beim ersten Album muss man viel weniger Bandgeschichte recherchieren 😉 …

Im echten Leben bin ich ja nur Tante, aber ich glaube, mein Mutti-Gen kann ich nicht leugnen, das kommt eindeutig durch. Und für mich sind grundsätzlich alle Bands gleich wichtig und gleich viel wert, egal ob sie erst vor fünf oder schon vor fünftausend Leuten gespielt haben. Gerade die „neuen“ Bands investieren dabei so viel Herzblut, Energie und auch Geld in ihre Musik, ohne zu wissen, ob sie jemals kommerziellen Erfolg haben werden, da ist es für mich selbstverständlich, mindestens ebenso viel Herzblut in meine Arbeit zu investieren.
Mir macht es Spaß, dafür etwas von meiner Zeit einzusetzen und den Bands gibt es hoffentlich die Chance, neue Fans zu gewinnen. Im Rahmen der Hellfire-Möglichkeiten helfe ich einfach gern.

Jörg: Nicht alles, was glänzt ist Gold. Was kotzt dich als Redakteurin / Hellfire Mitarbeiterin richtig an? Was würdest Du – wenn Du die Möglichkeit (und Überredungskunst Dirk und mir gegenüber) hättest, ändern, abschaffen oder neu mit einbringen?

Katja: Seit wir letztes Jahr das neue Logo eingeführt haben, hat sich das größte „Problem“ von selbst erledigt. Unser altes Design fand ich schon schrecklich 😉 …

Da ich meine innere Controllerin niemals ablegen kann, würde ich wahrscheinlich hauptsächlich interne Abläufe optimieren, zentrale Übersichten und Terminlisten anlegen etc. Ich bin bekennender Excel-Fan, von daher gibt es da unendlich viele Möglichkeiten 😉

Ansonsten hätte ich schon Bock auf so etwas wie Hellfire-Playlisten, z.B. bei Spotify oder YouTube, mehr Interaktion mit unseren Lesern/Followern, vielleicht ein neues Format, um Bands und Veranstaltungen vorzustellen…Ich glaub, wir sollten mal über ein paar Dinge reden 😉 … (mir schwant Schreckliches – Jörg)

Abschaffen würde ich wahrscheinlich wieder das Punkte-System, denn auch nach über einem Jahr fällt es mir echt schwer, das sehr subjektive Thema Musik in Punkten zusammenzufassen, zumal es auch oft Alben gibt, die erst nach ein paar Wochen regelmäßigem Hörens so richtig zeigen, was sie können.Leider haben wir da selten die Gelegenheit zu, einer Scheibe diese Zeit zu gönnen. So versuche ich dann einfach, so fair wie möglich zu sein und das Ganze in Relation zu setzen, denn auch wenn mir die Bands ein bisschen leidtun, wenn ich nur wenige Punkte gebe, wären 10 Punkte für jeden ja auch irgendwie unfair.

Interview: Jörg

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