Redaktions-Quick 5: Frank sieht nach 20 Jahren in der Musikbranche alles sehr gelassen!

 

Keine Band, kein Plattenlabel oder Veranstalter. Nein… heute stellen sich unsere Teammitglieder dem Quick5-Interview. Dieses Mal hat das Hellfire-Küken den Foto-Hasen im Verhör, der ihr nicht selten Mal Ratschläge gibt und möchte wissen, ob er nach 20 Jahren im Fotograben, noch neue spannende Geschichten auf Lager hat.

Jenna: Ich glaube im Team bist Du derjenige, der bisher die Meisten Bands vor der Linse hatte. Du hast ja mittlerweile gefühlt schon alles fotografiert, was irgendwie eine Tour in Deutschland gemacht hat. Welches war für Dich als Fotograf das einprägsamste Bild und der bedeutendste Moment, welches dir wohl immer in Erinnerung bleiben wird?

Frank: Naja, wen das so wäre dann müsste ich ja jeden Tag bei irgendeinem Konzert sein… Aber es stimmt, in 20 Jahren (mit Unterbrechung) haben sich doch schon verdammt viele Konzerte angehäuft. Und in der Zeit gab es viele bedeutende Momente/Begegnungen usw. an die ich gerne denke und die mir persönlich wichtig sind. Aber einer, der ist für mich persönlich am Wichtigsten und das zeigt mir auch das die Künstler doch noch ab und zu schauen was die Fotografen so alles fabrizieren. Denn bei meiner absoluten Lieblingsband bekomme ich jedesmal eine Begrüßung von einem der zwei Gitarristen wenn ich in den Graben reinlaufe. Und das ist eine Band die schon seit über 50 Jahren besteht…

Jenna: Jeder Fotograf hat so seine Ticks und Macken. Welche sind Deine und über welche machst Du dich selber lustig? Hast du deswegen vielleicht schon einen Spitznamen bekommen?

Frank: Puh, das ist eine schwere Frage. Ich wüsste jetzt nicht das ich Ticks oder Macken habe. Eigentlich nur, das ich meine Ausrüstung die ich mitnehme mehrmals überprüfe, ob auch alles vorhanden ist was ich brauche bevor ich das Haus verlasse. Ansonsten, über die Jahre gesehen wird man da seeeehr gelassen…

Jenna: Wenn Du nicht Mal im Fotograben stehst und die Kamera Zuhause lässt, findet man Dich ja ganz gerne Mal in Schottland und Irland in irgendeinem Pub. Wir wollen deine beste Pub-Geschichte hören! Und welchem Soundtrack würdest du dieser Geschichte verpassen?

Frank: Tja, liebe Jenny, da muss ich Dich enttäuschen, selbst da ist meine Kamera am Start, ok, vielleicht nicht in den Pubs, aber im Urlaub oder sonst wo. Da ich ja nicht nur Konzerte fotografiere ist die eigentlich immer am Start. Und meine beste Pub-Geschichte? Hm, da gibt es auch viele, die Leute da sind einfach cool und verdammt locker drauf. Aber eines wird mir immer in Erinnerung bleiben, wir waren vor etlichen Jahren in Edinburgh einem kleinen Pub Abends unterhalb des Castles und haben uns mal richtig ins aus geschossen. Am nächsten Morgen stand dann die Burgbesichtigung auf dem Plan. Und da waren wir frühzeitig dran. Das Edinburgh Castle hat ja eigenen Whisky und ich habe dann herausgefunden das man an dem Tag im Shop probieren kann. Nachdem ich mich zum 4. Mal angestellt habe, meinte der Verkäufer das es die letzte Probe für mich heute sei… und so sind wir weiter gezogen und da ja so eine Castlebesichtung sehr durstig macht, haben wir das Pub vom Vorabend aufgesucht, war ja nicht wirklich weit. Und dann sind wir da rein (es hatte zum Glück schon offen, sonst wären wir verdurstet) und wir sind an den Tisch, Jacken abgelegt und ich zur Bar, wollte gerade meine Bestellung abgeben und da stellt der Barkeeper die gleichen Drinks wie am Vorabend auf die Theke mit dem Spruch : „The same like yesterday?“ Was kann es besseres geben? Hahaha

Jenna: Du bist oft mit Dominic Pencz, ein recht bekannter Fotograf der Konzertszene unterwegs. Wie kam eure Zusammenarbeit zustande und hast Du viel von ihm lernen können, oder andersherum?

Frank: Naja, bekannt würde ich jetzt nicht sagen, das wäre untertrieben, ich würde ihn in die Top 15 weltweit einordnen… Wir haben eigentlich keine Zusammenarbeit, das ist ein Freund von mir, ich habe ihn in der Rockfabrik Ludwigsburg kennengelernt als ich dort noch regelmässig Gast bzw. Mitarbeiter war und er mit dem fotografieren angefangen hat. Und so ist die Freundschaft über die Jahre gewachsen. Und ich würde sagen, wir lernen beide voneinander, mal fragt er mich Dinge und dann ich ihn wieder. Wir beide reden auch offen über das was uns am anderen gefällt oder wenn etwas scheisse ist.

Jenna: Wenn Du Dir aussuchen könntest mit einer Band/Künstler auf Tour zu gehen. Welche wäre es?

Frank: Haha, das hätte ich früher sogar können, als Lichtmann etc… Ich hätte früher mal bei einem Label anfangen können, und da ich damals schon mitbekommen habe was das für ein Haifischbecken ist, habe ich mich dann, typisch Schwabe, für den sicheren Job in meiner Firma entschieden anstatt im unsicheren Musikbusiness zu arbeiten. Aber wenn ich mir das heute aussuchen könnte, dann bei Scorpions, Aerosmith oder wenn es ausserhalb des Rock/Metal Bereiches wäre, dann so Sachen wie Lady Gaga oder Shania Twain. Aber ganz ehrlich, nur noch als Fotograf.


Interview: Jenna

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