Obscurity – Ascheregen

© Obscurity

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Obscurity 
Album: Ascheregen
Genre: Melodic Death Metal
Plattenfirma: Trollzorn Records
Veröffentlichung: 29.01.2026

 

Melodic Death Metal mit Pagan- und Viking-Schlagseite geht bei mir eigentlich immer. Nach dem für mich grandiosem Vorgänger „Skogarmaors“ hatte ich bei Obscurity ehrlich gesagt eine hohe Messlatte. „Ascheregen“ wischt das jedoch mit einem einzigen Schwerthieb beiseite.

Schon „Initium Dekadentiae“ und „Flammentaufe“ zeigen, wo der Hammer hängt. Hier wird mit treibenden Drums, heroische Gitarren und diese wuchtige, leicht schwarzmetallisch gefärbte Stimme von Agalaz, die wie ein Kriegsruf durch die Songs peitscht dominiert. Variabel ist sein Vortrag vielleicht nicht übermäßig, aber Ausdruck, Druck und Atmosphäre stimmen zu 100 %. Das Ding klingt wie aus einem Guss und entfaltet genau diese urtümliche, nordisch aufgeladene Wucht, die man sich in diesem Genre wünscht. Auch das neue Line-up greift sauber ineinander. Die Gitarren drücken mit melodischer Schärfe, der Bass gibt ordentlich Fundament, und das Schlagzeug hält die Intensität konstant hoch. Obscurity schaffen es dabei, Härte und Melodie so zu verbinden, dass die Songs trotz Dauerfeuer nie stumpf wirken, sondern immer eine epische, kämpferische Note behalten.

Ein echtes Highlight ist „Rúnar Víg“ mit Erik Grawsiö (Månegram). Seine markante Stimme verleiht dem Track zusätzliche Größe und macht ihn zu einem würdigen Höhepunkt kurz vor Schluss.  Wenn man überhaupt meckern will, dann höchstens auf hohem Niveau. Das Soundbild ist sehr geschlossen, wodurch einzelne Songs etwas stärker miteinander verschmelzen. Aber ganz ehrlich – bei einer derart stimmigen Schlachtplatte fällt das kaum ins Gewicht.

All in All ist „Ascheregen“  ein kraftvolles, atmosphärisch dichtes Pagan/Melodic-Death-Metal-Album, das Obscurity wieder klar in die Speerspitze ihres Genres katapultiert. Episch, wuchtig, mitreißend, genau so muss das klingen ! Für mich Sand das wohlverdiente 9,5 Punkte an „Ascheregen“.

 

Tracklist: 

01 Initium Dekadentiae
02 Flammentaufe
03 Schwur
04 Blutgebet
05 Dreifaltigkeit
06 Ascheregen
07 Ketzerjagd
08 Läuterung
09 Bekehrung
10 Runenwinter
11 Rúnar Víg
12 Dystopie und Schwanensang

 

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