Lost Pearls: Bands, die mehr Anerkennung verdient hätten: Restless aus Herzogenaurach

Wenn der Chefredakteur sich plötzlich darüber bewusst wird, dass er (fast) der Älteste im Team ist, definitiv der Gesichtsälteste, und in Erinnerungen schwelgt, was es doch so in der Anfangszeit des Heavy Metals für (vermeintlich) geile Bands gab, die nie den „verdienten“ Durchbruch geschafft haben. Einige kamen über den Demo-Status nicht heraus, andere haben zwar Platten veröffentlicht, allerdings verrotteten die in den Plattenläden.
Diese „Lost Pearls“ müssen unbedingt wieder ans Tageslicht und so wurde die Idee ans Team kommuniziert, die dann auch begeisterten Anklang fand.
In loser Abfolge werdet Ihr nur immer wieder Reviews präsentiert bekommen. Wir hoffen, dass wir Euch da auch einige Überraschungen präsentieren können.

 

Ich war begeistert, als ich die Restless Scheibe das erste Mal auf den Plattenteller warf. Der Gesang von Shouter Czeki entsprach in den Achtzigern genau dem, was man von einer Metal Band erwartete. Im Nachhinein mag es sein, dass der Band das gewisse „Etwas“ fehlte, was allerdings in Polen, da, wo die Wurzeln des Sängers lagen, ganz anders aussah. Dort schaffte man eine hohe Chart Platzierung. Osteuropäischer Heimvorteil? Keine Ahnung. Ich bedaure es sehr, dass es nie zu einem weiteren Album gekommen ist.

 

 

 

Geschrieben von: Stefan Lorenzen
Band: Restless
Album: We Rock the Nation
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Scratch Records
Veröffentlichung: 1985

 

Bereits 1982 in Herzogenaurach gegründet, schaffte es die Band nie über ihren zweiten Longplayer „We Rock the Nation“ hinaus. Ein großer Titel, der Großes erahnen lässt. Doch dieses Album ist bei weitem kein Meilenstein oder gar Kultalbum. 
Versetzt man sich zurück in die Zeit der Anfänge des Metals, wird man hier mit dem Album sicher nicht enttäuscht. Angelehnt an die Metal Heroen von ACCEPT bekommt man hier feinsten Metal serviert. Warum hat es die Band dann trotzdem nicht geschafft etwas mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen?

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass sich die Band durchaus hören lassen kann. Besonders Songs wie „We Rock the Nation“ oder „Metal Chains“ haben ihren Charme und durchaus Potenzial. Ansonsten bekommt man schon fast eher Rock serviert. Das Ganze fühlt sich für mich wie eine Mischung aus AC/DC und ACCEPT an.

Doch genau dann, wenn es starke Momente auf dem Album gibt, wird es direkt im Folgenden mit wehenden Fahnen eingerissen. Manchmal wirkt der Sänger als würde er mit Gewalt sich als der zweite Brian Johnson versuchen. Das geht mehrfach in die Hose. Seine markante Stimme hätte so einen Vergleich überhaupt nicht gebraucht und hätte sich sicher auch so etablieren können.

Ich kann nachvollziehen, warum die Band nicht zu höherem bestimmt war. Aber zu Zeiten der Achtziger, als ich noch Windeln füllte, war es sicher durchaus hörbar und mit ein bisschen mehr Background wäre bestimmt was gegangen, was ja manche Songs durchaus zeigen, denn musikalisch kann man der Band nichts vorwerfen.

 

Tracklist:

01 Breakin´ Out
02 Walkin´ on Time
03 Turn it Loud
04 Burst Out
05 Wild Desire
06 We Rock the Nation
07 Let´s get crazy
08 See the Light
09 Metal Chains

 

Mehr Infos:

Metal Archieves

 

 

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