Dominum – Night Is Calling

© Dominum

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Dominum
Album: Night Is Calling
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 03.07.2026

Wie oft kann man ein Gimmick wiederholen, ohne das es ausgelutscht wirkt? Diese Frage dürfte bei so mancher Band gestellt werden, wobei es dem Die-Hard Fan der jeweiligen Formation ziemlich egal sein dürfte. Im Fall von Dr. Dead und seiner Bande von Untoten – besser bekannt unter dem Namen DOMINUM – geht die Zombie-Apokalypse mit „Night Is Calling“ nun schon in die dritte Runde.

Der musikalische Grusel-Reigen beginnt mit der beim Titel „The Circus Is In Town“ ebenso unvermeidbaren wie nervigen Zirkus Melodie, doch glücklicherweise hat der Song mehr als das zu bieten, ein mitreißender Uptempo Groove, eine hymnenartige Hookline sowie ein fast schon unerwartet heftiger Breakdown lassen den Track ziemlich schnell nach der Repeat Taste schielen. „Doctor Doctor“ ist kein Cover des UFO-Klassikers, vielmehr klingt das Ganze auch dank der Synthie Untermalung wie ein vergessenes Kleinod des fast schon poppig zu nennenden Melodic Metals der 80er Jahre und dürfte aufgrund des hohen Mitsingpotentials rasch zum Publikumsliebling avancieren.

Die Midtempo Hymne „Children Of The Night“ klingt wie etwas, was ich mir genauso gut von Feuerschwanz hätte vorstellen können – nur halt ohne Violine etc., und wer deren Gespür für griffige Hooks kennt mag die Ohrwurm Qualitäten erahnen. „Nosferatu“ legt ein wenig an Vehemenz zu, behält aber ansonsten die Eingängigkeit der vorherigen Stücke bei. Das melancholische „Dark Melodies“ orientiert sich stilistisch an „Don’t Get Bitten By The Wrong Ones“ vom Vorgänger-Album, kann aber im direkten Vergleich nicht ganz an die Über-Nummer von „The Dead Don’t Die“ heranreichen.

Beim schwungvollen Titeltrack hat sich die Untoten-Crew mit der neuen Battle Beast Frontfrau Marina La Torraca prominente Unterstützung ins Boot geholt, die – so ehrlich muss man sein – ihren Duett-Partner Dr. Dead klar in den Schatten stellt und den Song nachhaltig als Anspieltipp empfiehlt. Das flotte „Jack The Ripper“ erhöht wieder die Pop-Dosis und bewegt sich ähnlichen Sphären wie zuvor „Children Of The Night“, wobei der beinahe proggig wirkende Instrumental-Part sicherlich nicht zu erwarten war. Wer Michael Jacksons Video zu „Thriller“ kennt, dürfte wenig überrascht sein, dass sich DOMINUM dieser Nummer annehmen würden. Obwohl die Umsetzung bei weitem nicht schlecht ist, vermag ich mich für dieses Cover nur mäßig zu begeistern. Womöglich spielt der Fakt, dass das Original meiner Meinung nach einfach totgedudelt wurde, eine nicht unwesentliche Rolle.

Mit „Devil’s Son“ wird die Schlagzahl wieder etwas erhöht und DOMINUM wandeln auf den Spuren von Powerwolf in deren besten Momenten. „I Don’t Drink Wine“ bringt nicht nur hier und da Synthies zurück, sondern auch eine leichte cheesyness, die förmlich nach einem Auftritt bei der jährlichen Rock-Ausgabe des ZDF-Fernsehfriedhofs schreit. Mit ruhigen Klängen wird das entgegen seines Titels auf Englisch gehaltene „Endzeit“ eingeläutet, doch von einer Ballade ist das Teil weit entfernt, denn der wuchtige Stampfer weiß abermals durch einen Mix aus griffigen Melodien und harten Beats zu überzeugen.

Als Bonus-Beigabe gibt es mit „Don’t Get Bitten By The Wrong Ones“ und „Hey Living People“ noch Akustik-Versionen zweier bekannter Tracks, die belegen, dass sie Musik von DOMINUM trotz reduzierter Instrumentierung nichts von ihrer Faszination verliert und die Band nicht auf ihr Gimmick reduziert werden sollte.

Fazit: DOMINUM haben mit „Night Is Calling“ abermals ein verdammt geiles Melodic Metal Scheibchen abgeliefert, dass nur aufgrund der beschriebenen, winzig kleinen Kritikpunkte an der Höchstnote vorbeischrammt!

Von mir gibt es 9,5 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. The Circus Is In Town
  2. Doctor Doctor
  3. Children Of The Night
  4. Nosferatu
  5. Dark Melodies
  6. Night Is Calling
  7. Jack The Ripper
  8. Thriller
  9. Devil’s Son
  10. I Don’t Drink Wine
  11. Endzeit
  12. Don’t Get Bitten By The Wrong Ones (Acoustic)
  13. Hey Living People (Acoustic)

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