(DOLCH) – Feuer

Geschrieben von Mathias Keiber
Band: (DOLCH)
Album: Feuer
Genre: Doom
Plattenfirma: Ván Records & Totenmusik
Veröffentlichung: 15.11.2019

Dass ich es bei FEUER von (DOLCH) nicht mit irgendeinem Debütalbum zu tun haben werde, war mir mehr oder weniger klar. Zwar hatte ich von der Band bisher noch nichts gehört, doch aber einiges gelesen. Die Fachpresse feiert das Duo ja nicht erst seit gestern als Underground-Sensation: ausverkaufte Demos, hoch gelobte EPs, unter Vertrag beim renommierten Label Ván Records und eine viel beachtete Tour mit King Dude und The Ruins of Beverast. Zuletzt las ich, (DOLCH) werden nächstes Jahr beim „Hell Over Hammaburg“ auftreten. All das sorgte bei mir für eine vergleichsweise hohe Erwartungshaltung.

Es folgt die unausweichliche Frage: Wird diese erfüllt? Die Antwort: voll und ganz. Mehr noch: FEUER klingt schlicht nicht wie ein Debütalbum. Es ist darauf keine Band zu hören, die noch nach ihrer Identität sucht. Es ist eine Band zu hören, die ziemlich genau zu wissen scheint, wer sie ist und was sie will. Das gilt für das ausgereifte Songwriting, das gilt für die majestätische Produktion und das gilt insbesondere für den Gesang.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass „Female-Fronted Doom“ für mich alles andere als ein Schimpfwort ist, und ich meist nur lachen kann, wenn die ganz traditionsbewussten unter den Kuttenträgern „Hype“ und „Hipster“ schreien. Doch was die Dame am Mikrofon, deren Namen offenbar geheim bleiben soll, hier abliefert, hat mit derartigen Kategorien eh nichts zu tun. Viel mehr erinnert ihr Gesang an grandiose Diven wie Marlene Dietrich oder Hildegard Knef – insbesondere bei „Halo“, dem für mich besten Lied des Albums.

Auch die Musik entzieht sich geläufiger Kategorien. Die Songs sind lang und langsam, die Stimmung zutiefst bedrückend. Doch ist das Doom? Ich weiß es nicht. Letztendlich ist das auch völlig egal. Denn was von Kategorien, Erwartungen und Vorurteilen zu halten ist, machen (DOLCH) mit einem viereinhalbminütigen Mantra unmissverständlich klar: „I’m glad we are not what you want us to be!“ heißt es im „Love Song“ in Dauerschleife. Dieser Haltung kann ich nur zustimmen.

Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire-Punkten.

Tracklist:
1. Burn
2. Halo (Afraid Of The Sun)
3. A Funeral Song
4. A Love Song
5. Psalm 7
6. Mahnmal
7. Feuer

Mehr Infos:
http://www.dolch-band.com

http://www.totenmusik.com
http://www.van-records.de
https://www.facebook.com/vanrecs

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