Die Killerpilze – Zusammen mit unseren Fans einen großen Traum gelebt

© Die Killerpilze

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit der Band Die Killerpilze, die im September ihr vorerst letztes Album „Nichts ist für immer…“ veröffentlichen werden.

HF: Auch wenn euer Album „Nichts ist für immer…“ heißen wird, so habt ihr in 17 Jahren ja gewissermaßen eine ganze Generation begleitet und seit mit euren Fans quasi auch erwachsen geworden. Welchen bleibenden Eindruck möchtet ihr gern hinterlassen und was denkt ihr, welche Killerpilze-Momente eure Fans noch ihren Enkeln erzählen werden?

Jo Halbig: Ich bin mir sicher, dass unsere Fans viele verschiedene Anekdoten erzählen könnten: Egal, ob sie vor mittlerweile 17 Jahren mit uns in den kleinsten JuZes Pogo getanzt haben oder im Garten unserer Eltern gezeltet haben, ob sie vor der Rock Am Ring-Bühne mit uns gesungen haben, Schulgebäude für Äthiopien finanziert haben oder mit uns zusammen goldene Schallplatten und einen Kinofilm gefeiert haben. In diesen 17 Jahren ist mehr passiert, als man je in einem Interview erzählen könnte. Ich persönlich glaube, das größte, was wir neben unseren Songs hinterlassen, ist die KPFAMILY, unsere Fan-Community. Wir haben uns nie verbogen in diesem Musikbusiness, sondern haben zusammen mit unseren Fans und Anhängern einen großen Traum gelebt, den keiner sonst für möglich gehalten hat.

Fabi Halbig: Außerdem hinterlassen wir die besten Live-Shows der Galaxie.

HF: Wenn ich von eurer Single „Planet B“ aufs Album schließe, dann war es euch ein Anliegen, einige Dinge anzusprechen, die euch wichtig sind und die vielleicht auch im argen liegen. Habt ihr diese Songs in dem Bewusstsein geschrieben, dass es vorerst die letzte Möglichkeit ist, in diesem Format ein Statement zu setzen oder wären die Lieder auch so entstanden, wenn die Killerpilze danach nicht in den Winterschlaf gehen würden?

Jo Halbig: Das Album ist tatsächlich innerhalb von 12 Tagen von Grund auf entstanden. 12 Songs in 12 Tagen. Das heißt, wir sind ohne ein großes Konzept auf eine Berghütte gefahren und wollten einfach mal ausprobieren, wohin die Reise geht. Auf einmal ging alles ganz schnell und die politische Lage, die uns seit Jahren extrem beschäftigt, hat sich auf einmal auch in den Texten und der Musik niedergeschlagen. Wir wollten nicht bewusst Statements setzen, aber die Klarheit und Einfachheit war uns unglaublich wichtig. Der ganze Prozess war für uns als Band sehr befreiend, denn es fühlte sich total ungezwungen und leicht an, diese Songs zu schreiben.

Mäx Schlichter: Bei den Alben zuvor haben wir sehr viel Zeit und Energie investiert und für diese Platte war auf einmal ein Flow da, den wir selbst in dieser Form seit den frühesten Band-Tagen nicht mehr kannten. Aufstehen, Song schreiben, aufnehmen, Wein trinken. Und am nächsten Tag wieder.

Fabi Halbig: Dass die Songs tatsächlich thematisch auch alle einen irgendwo „endlichen“ Bezug haben, ist uns erst viele Monate nach dem Songwriting-Prozess im Studio aufgefallen.

Jo Halbig: Dennoch ist NICHTS IST FÜR IMMER… ziemlich sicher das Album, das wir schon immer schreiben wollten. Es fließt alles zusammen.

HF: Apropos Album: Mit jetzt dann sieben Alben und einer EP habt ihr ja eine große Anzahl und Vielfalt von Liedern im Portfolio. Welcher davon ist euch über die Jahre am meisten ans Herz gewachsen und warum? Mit welchem Song verbindet ihr die schönsten Erinnerungen?

Mäx Schlichter: Das kann man pauschal nicht sagen. Viele Songs wachsen, manche sind von Tag 1 an Lieblinge und manche verändern sich. Es gibt keinen Song, den ich anderen gegenüberstellen möchte.

Jo Halbig: Wir sind auf alle Songs irgendwo stolz, selbst die Schüler-Songs der ersten Tage. Das neue Album bringt aber sicher alles zusammen, was wir gerne sagen möchten.

HF: Auch wenn die Band eine Pause einlegt, so bleibt ihr ja alle weiter im kreativen Bereich tätig, aber eher hinter den Kulissen oder vor ganz anderen Kulissen. Wie leicht oder schwer fällt euch da das Umdenken und habt ihr keine Angst, dass euch die Bühne fehlen wird?

Jo Halbig: Vieles, was nach dem 21.12.2019 (unserem letzten Konzert) passieren wird, können wir wirklich noch nicht absehen. Jeder von uns hat viele Projekte, in die er sich stürzen kann und wird. Ob das Filme, Produktionen oder neue Musik ist, wird sich zeigen. Nachdem wir 17 Jahre immer Vollgas unter Strom standen, immer zwischen neuer Platte und Tour hin – und hergewandert sind, freuen wir uns auch erstmal auf eine gewisse Art von Freiheit. Ich für meinen Teil kann sicher sagen, dass die Bühne mir womöglich eher früher als später fehlen wird, aber erstmal stehen dieses Jahr noch unglaublich viele und wahnsinnig schöne Konzerte an. Daran denken wir jetzt erst einmal.

Mäx Schlichter: Das Umdenken wird uns nicht so schwer fallen, da wir auch schon immer, seitdem wir unser eigenes Label betreiben, hinter den Kulissen aktiv waren. Nur verlagert sich erst einmal der Blickwinkel.

HF: Jeder Abschied verdient eine richtige Party und ihr feiert mit eurer Tour in einem würdigen Rahmen. Was könnt ihr uns schon verraten über die Planungen und was denkt ihr, welche Songs eure Fans am meisten feiern werden?

Fabi Halbig: Die Tour wird sehr sehr intensiv, auch emotional. Das wissen wir jetzt schon und deshalb wird es neben dem neuen Album natürlich einen großen Querschnitt durch 17 Jahre Killerpilze geben. Auch Fans der ersten Stunde sollen und werden auf ihre Kosten kommen. Wir haben den Leuten die besten Shows versprochen und wer uns kennt, weiß, dass wir bei diesen Shows nochmal alles auf die Bretter legen, was wir haben. Es wird wirklich grandios und jeder sollte dabei sein, wenn die Killerpilze ein letztes Mal aufdrehen.

Jo Halbig: Wir werden jeden Abend dafür nutzen, mit unseren Fans zusammen abzureißen. Diese Shows sollen allen in Erinnerung bleiben als das Beste, was es von uns in 17 Jahren gab.

HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch als Band und für die Zeit nach dem vorerst letzten Konzert alles Gute und viel Erfolg mit eurem Album.

Interview: Katja Maeting

Weitere Infos:
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