Crying Steel – Agent Steel

© Crying Steel

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Crying Steel
Album: Agent Steel
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 26.06.2026

Acht Jahre ist es nun schon her, dass die italienische Formation CRYING STEEL ihre Fans mit ihrem bis dato letzten Studio-Longplayer beschenkt hat. Bis auf eine Compilation sowie einer Live-Scheibe war aus dem Hause der aus Bologna stammenden Band seit dem nichts Neues zu vernehmen. Dies mag vielleicht auch dem Umstand geschuldet sein, dass mit Ausnahme der beiden Gründungsmitglieder Franco Nipoti (Gitarre) und Luca Ferri (Drums) die übrigen Positionen neu besetzt wurden. Das Ergebnis dieser Blutauffrischung trägt den Namen „Agent Steel“ und ist das fünfte Album der Italiener.

Der neue Sänger hört übrigens auf den Namen Tiziano „Hammerhead“ Sbaragli und macht einen ausgezeichneten Job, was er auf dem kraftvollen Opener „The Arrival“ auch eindrucksvoll unter Beweis stellt, teilweise klingt er einem gewissen Biff Byford nicht ganz unähnlich. Der Song selbst fällt in die Kategorie Midtempo Banger (bis auf das Ende) mit stark ausgeprägten Hooks. „You Got The Look“ erhöht das Tempo und haut vor allem in Sachen Gitarren-Spiel richtig einen raus. „Under Cover“ legt sogar noch einen drauf und lässt im Chorus die Double Bass von der Leine, abgesehen davon ist die Nummer catchy as hell- endet dafür allerdings etwas abrupt.

„Just Played On“ ändert grundsätzlich nichts an dieser Marschrichtung, allerdings muss man konstatieren, dass der Song nicht ganz an die vorherigen Glanzleistungen heranzureichen vermag – vom Solo Part einmal abgesehen. Auch die sich anschließenden „To Remember“ und „Coming Home“ halten den Energielevel hoch und erinnern nicht von ungefähr an ähnlich veranlage Saxon-Stücke. „My Heart Steel Rocks“ klingt dann wie etwas, das ich mir in den 80ern von diversen Glam Metal Bands hätte vorstellen können. Man mag das Teil womöglich ein wenig cheesy finden, Ohrwurmqualitäten hat das Ganze aber definitiv.

„Queen Of Grinder“ knüpft stilistisch an den Beginn des Albums an, während „You Steal My Soul“ nicht nur wieder mehr Dampf an den Tag legt, sondern trotz einer nicht zu leugnenden Eingängigkeit rifftechnisch ein paar Ecken und Kanten einbringt. Mein persönliches Highlight versteckt sich als Bonus Track ganz am Ende der vorliegenden Album-Version: für eine Neueinspielung des vom Debüt „On The Prom“ (1987) stammenden „No One’s Crying“ konnte niemand Geringeres als Ralf Scheepers (Primal Fear) gewonnen werden, der dem rasanten Stück gewohnt souverän seinen Stempel aufdrückt, wobei es eigentlich ein wenig Schade ist, dass die Südeuropäer kein Duett mit „Hammerhead“ Sbaragli daraus gemacht haben.

Ungeachtet dessen bleibt mir nur festzustellen, dass sich CRYING STEEL mit „Agent Steel“ eindrucksvoll zurückmelden – vom Cover vielleicht einmal abgesehen. Fans des klassischen Edelstahls sollten sich hier bestens aufgehoben fühlen.

Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. The Arrival
  2. You Got The Look
  3. Under Cover
  4. Just Played On
  5. To Remember
  6. Coming Home
  7. My Heart Steel Rocks
  8. Queen Of Grinder
  9. You Steal My Soul
  10. No One’s Crying (bonus track, 2026 version, feat. Ralf Scheepers)

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