
© Wolverine
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Wolverine
Album: Anomalies
Genre: Progressive Rock
Plattenfirma: Artone Label Group / Music Theories Recordings
Veröffentlichung: 06.02.2026
Nach fast zehn Jahren Funkstille hätten viele Wolverine wohl eher abgeschrieben. Doch statt sich einfach nostalgisch auf alte Stärken zu verlassen, nutzen die Schweden ihr Comeback mit „Anomalies“ für eine leise, aber spürbare Neuausrichtung.
Die Platte verabschiedet sich ein gutes Stück vom verspielten Prog vergangener Tage und setzt stattdessen auf Atmosphäre, Emotion und klare Dramaturgie. Wolverine klingen 2026 fokussierter, kompakter und vor allem zugänglicher. Und all das ohne ihre melancholische Handschrift zu verlieren! Das Album trägt eine permanente Schwermut in sich, wirkt dabei aber nie erdrückend. Vielmehr entfaltet sich eine Mischung aus introspektiver Ruhe, schwelgerischen Melodien und punktuell aufbrechender Dramatik. Gerade die stärkeren Hooklines zeigen, wie sehr die Band ihr Songwriting geschärft hat. Stücke wie „Nightfall“ oder „Losing Game“ bleiben sofort hängen, während Songs wie „Scarlet Tide“ oder „My Solitary Foe“ ihre Wirkung eher langsam entfalten und von ihrer Spannungsführung leben. Dabei gelingt Wolverine der Balanceakt zwischen Pathos und Zurückhaltung erstaunlich gut.
Im Zentrum steht weiterhin Stefan Zell, dessen Stimme nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren hat. Sein Gesang trägt die Songs, ohne sie zu dominieren, und sorgt dafür, dass selbst die ruhigeren Momente Gewicht behalten. Gerade in den balladeskeren Passagen zeigt sich, wie souverän die Band mittlerweile mit Dynamik und Raum arbeitet.
Natürlich werden Puristen anmerken, dass „Anomalies“ weniger progressiv und experimentell ist als frühere Werke. Doch genau diese Straffung erweist sich als Stärke. Wolverine konzentrieren sich auf Wirkung statt Technik, und treffen damit oft tiefer als früher.
„Anomalies“ ist nicht Wolverines dichtestes Werk, aber ein überzeugendes. Von mir kriegt Wolverine nach 52 Minuten Spielzeit eine Bewertung von 7 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01.A Sudden Demise
02.My Solitary Foe
03.Circuits
04.Nightfall
05.The World An All It’s Dazzling Light
06.Automaticon
07.A Perfect Alignment
08.Losing Game
09.Scarlet Tide
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