
© Wings Of Steel
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Wings Of Steel
Album: Winds Of Time
Genre: Hard Rock / Heavy Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 17.10.2025
Wenn es eine Band gibt, die im Old-School-Stil des Hardrock und Heavy Metal der 70er und 80er Jahre vermehrt von sich reden macht, dann ist es die aus Los Angeles stammende Formation WINGS OF STEEL. Gut zwei Jahre nach ihrem überzeugenden Debüt „Gates Of Twilight“ und diversen Auftritten, sowohl in den USA als auch in Europa, legt das Quintett nun ihren zweiten Longplayer „Winds Of Time“ vor.
Einen ersten Vorboten gab es vor einigen Wochen in Form des über zehnminütigen Titeltracks, der – angesichts der heutzutage oftmals nur rudimentär vorhandenen Aufmerksamkeitsspanne vielleicht ein wenig überraschend – auch den Songreigen eröffnet. Der Track selbst ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Songs mit Überlänge dank geschicktem Variieren von Tempo, Aggressivität und Platzieren feiner Melodielinien unterhaltsam gestalten kann, ohne dass man Richtung Skip-Taste zu schielen beginnt. Das genau Gegenteil davon folgt mit „Saints And Sinners“ – nicht einmal drei Minuten lang, temporeicher, klassischer Metal Right-In-Your-Face mit tollen Hooks und hochfliegenden Vocals, da werden Erinnerungen an das Debüt von HammerFall geweckt.
„Crying“ ist eine Blues-getünchte Ballade, die an ähnlich gelagerte Stücke der MTV geprägten goldenen Hair-Metal Ära der 80er Jahre erinnert. „Burning Sands“ pendelt zwischen dynamischen Riff Attacken im Primal Fear Stil und schwerfälligen, fast schon doomig anmutenden Phasen, gekrönt von einigen Solo-Ausflügen, die jedem Gitarren-Hero die Freudentränen in die Glubscher zaubern würden. „To Die In Holy War“ macht dort weiter, wo „Saints And Sinners“ aufgehört hat. Auch hier werden mit einer Mischung aus hymnischem Refrain, reichlich Pathos und donnernden Gitarren Reminiszenzen an Bands wie Helloween und HammerFall geweckt, nur fast doppelt so lang.
Mit „Lights Go Out“ servieren uns die Kalifornier einen eher schleppend verlaufenden Epic-Metal Track, der ansatzweise an frühe Manowar-Stücke gleicher Machart erinnert, wobei ich keine Vergleiche zwischen dem jeweiligen Sänger/Gitarristen Duo ziehen möchte. „We Rise“ startet zunächst ähnlich verhalten, entwickelt sich aber ab der zweiten Strophe hin zu einem vom Tempo her eher zurückhaltend agierenden Stadion-Rock Song, der für künftige Live Auftritte gesetzt sein sollte.
Dass abschließende „Flight Of The Eagle“ ist gewissermaßen das Pendant zu „Into The Sun“ vom ersten Longplayer, verhaltener Start mit gefühlvollem Gesang, das sich dann langsam aber sicher zu einem epischen Leckerbissen steigert, im Schlussviertel letztlich nochmal richtig aufdreht und der Scheibe zu einem wahrlich genialen Ende verhilft.
Mit „Winds Of Time“ haben WINGS OF STEEL ihre starke Debütscheibe nochmal übertroffen und eines der besten Genre-Alben dieses Jahrs hingelegt. Auch wenn die alten Helden so langsam in den Ruhestand bzw. von uns gehen, mit den Amerikanern wird ihr Erbe bestens fortgeführt.
Von mir gibt es 9 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Winds Of Time
- Saints And Sinners
- Crying
- Burning Sands
- To Die In Holy War
- Lights Go Out
- We Rise
- Flight Of The Eagle
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