When Nothing Remains – Echoes Of The Eternal Night

© When Nothing Remains

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: When Nothing Remains
Album: Echoes Of The Eternal Night
Genre: Doom- / Death Metal
Plattenfirma: The Circle Music
Veröffentlichung: 21.11.2025

 

When Nothing Remains war ja nie die große Dampflokomotive des Doom/Death-Genres, aber das abrupte Verstummen nach In Memoriam 2016 wirkte schon etwas kurios. So, als hätte jemand mitten im Satz die Batterie aus der Fernbedienung gezogen. Ein offizieller Abschied kam nie, aber der Mangel an Bewegung sprach damals eine eigene, recht deutliche Sprache. Umso erstaunlicher ist es, dass das Trio im Hintergrund weitergeschraubt hat, während draußen Pandemie und Alltagschaos tobten. Neue Songs, neues Label, ein bisschen frischer Mut, und plötzlich steht „Echoes Of Eternal Night“ da, als wäre nie etwas gewesen.

Musikalisch blieb man sich treu. Keine wilden Experimente, keine technisch verrückten Ausreißer, sondern weiterhin dieser dezent gothic-getränkte Doom/Death, der seine Tragik eher mit großen Gesten als mit überladenen Ideen transportiert. Melodisch, schwer, nachvollziehbar, und trotz Überlänge jedes Songs erstaunlich klar strukturiert. Man findet die kleinen Hooklines nicht sofort, aber sie sitzen. Der klare Höhepunkt ist das finale „A Ceaseless Rain“, veredelt durch Gogo Melone, die der Platte einen Beauty/Beast-Moment schenkt, der locker mit Tristania mithalten kann. Da blüht die Band richtig auf. Allzu weit aus der Komfortzone traut sich When Nothing Remains nicht. Die bekannten Zutaten werden sicher verwaltet, manchmal vielleicht etwas zu sicher. Der Opener „The Grim Reapers Tears“ trägt beispielsweise die Keyboards etwas zu dick auf, da wird’s kurz klebrig. Aber spätestens mit den weiteren drei Tracks ist man wieder solide im Fahrwasser der eigenen Stärken unterwegs.

Woher die vier Bonusstücke stammen, bleibt zwar im Dunkeln, aber geschenkt. Sie passen zum Grundgerüst und strecken das Gesamtpaket noch mal ordentlich. Für die Kaufentscheidung sind sie nicht zwingend, aber sie stören auch nicht, im Gegenteil, sie bringen ein bisschen Fülle in eine Scheibe, die sonst vielleicht etwas zu schlank geraten wäre.

Fazit: „Echoes Of Eternal Night“ ist keine Offenbarung und sicher nicht das Album, das das Genre neu sortiert. Aber es ist ein ehrliches, gut geschriebenes Comeback, episch, düster, verlässlich und mit genug Herzblut, um Fans des theatralischen Doom zufrieden nach Hause zu schicken. Kein Feuerwerk, aber ein stabiles Leuchten im Nebel. Ich würde dem neuem When Nothing Remains Album 8,5 von 10 Hellfire-Punkten geben.

 

Tracklist

01 The Grim Reapers Fear
02 A Glimmer Of Hope
03 Everything Ends
04 A Ceaseless Rain 
05 In The Woods Of Darkest Dispair (Bonus Track)
06 Our Final Hours (Bonus Track)
07 Behind The Clouds (Bonus Track)
09 Gospel Od Apostasy (Bonus Track)

 

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