Weedpecker – V

© Weedpecker

Geschrieben von: Mathias Keiber
Band: Weedpecker
Album: V
Genre: Psychedelic Rock
Plattenfirma: Heavy Psych Sounds
Veröffentlichung: 27.02.2026

Referenzen ans rauchbare Gewächs sind in der Stoner-Szene Pflichtprogramm und schlagen sich gern im Bandnamen nieder. Drei Beispiele allein aus Polen: Dopelord, Belzebong und eben Weedpecker. Tatsächlich existieren personelle Überschneidungen zwischen den Bands, musikalisch jedoch trennt sie einiges. Während Dopelord und Belzebong eher im Kommando Abrissbirne operieren, sind Weedpecker im Team Atmosphäre zu verorten.

Heißt konkret: kein tonnenschwerer Stoner Doom, sondern seidenweich schimmernder Psychedelic Prog, der auf „V“ nur punktuell die Zähne zeigt. Und das ist gut so. Denn die große Stärke der Band liegt nicht im maximalen Druck, sondern im kontrollierten Aufbau. Weedpecker verstehen es, Spannung wachsen zu lassen, statt sie mit der Brechstange zu erzwingen.

Besonders eindrucksvoll gelingt das bei „Fading Whispers“ und „Ash“. Ersteres überschreitet mit über elf Minuten deutlich die klassische Songlänge, Letzteres bringt es auf gut neun – und beide Stücke zeigen, dass epische Spielzeiten hier kein Selbstzweck sind. Die Songs ignorieren klassische Dramaturgien, nehmen sich Zeit, atmen – und entfalten sich mit traumwandlerischer Sicherheit. Sanfte, beinahe schwebende Passagen gehen organisch in riffgetriebene Momente über, ohne dass die Dynamik je gekünstelt wirkt.

Auch die zweite Hälfte ist nicht von schlechten Eltern. „In the Dark We Shine“ lädt als verträumte Ballade zum Wegdriften ein, „Mirrors““ startet direkt mit Zug nach vorn und dürfte der eingängigste Track der Platte sein. „The Last Summer of Youth“ fungiert schließlich als psychedelischer Rausschmeißer: gemächlicher Beginn, dann eine stetige Steigerung, die in einer Art „Champagne Supernova“-Moment kulminiert.

Alles eitel Sonnenschein also? Nicht ganz. Der Sound ist makellos – vielleicht sogar zu makellos. So sauber produziert, dass man sich bisweilen etwas mehr organische Reibung wünschen würde. Das ist kein Beinbruch, aber ein kleiner Dämpfer für all jene, die Psychedelic Rock gern etwas staubiger mögen.

Unterm Strich bleibt „V“ ein starkes, detailverliebtes Album, für das es von mir 7,5 von 10 Hellfire-Punkten gibt. 

Tracklist:
01 Intro 02:12
02 Fading Whispers – 11:12
03 Ash – 09:10
04 In the Dark We Shine 04:27
05 Mirrors 06:16
06 The Last Summer of Youth 07:14

Weitere Infos:
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