
© Warfield Within
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Warfield Within
Album: Riss Of Independence
Genre: Technical Death- / Trash Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 07.11.2025
Nachdem es bei Warfield Within zuletzt wieder sichtbar gerumpelt hat und personelle Veränderungen unvermeidlich wurden, keimten bei mir sofort die altbekannten Befürchtungen auf. Die Band musste in ihrer Laufbahn schon so einige Hindernisse überwinden, schien aber nach dem grandiosen Comeback-Album und der druckvollen EP endgültig zurück in der Spur zu sein und bereit für den nächsten Karriereschritt. Zusätzliche Querelen kamen daher zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.
Leider lässt sich nicht behaupten, dass das rotierende Line-up am neuen Release spurlos vorbeigegangen wäre. Warfield Within agiert inzwischen nur noch als Quartett und musste zudem den Drum-Hocker neu besetzen, normalerweise in dieser Spielklasse gut kompensierbar, diesmal jedoch mit spürbaren Auswirkungen. Die Prügelintensität hat abgenommen, die vertrauten Brachialoffensiven weichen über weite Strecken einer Rückbesinnung aufs Midtempo, und soundtechnisch wirkt „Rise Of Independence“ stellenweise eher wie eine Rohfassung denn ein vollwertig produziertes Endprodukt. Ein Rückschritt? Leider ja.
Das neue Material zündet schlicht nicht mehr mit derselben Wucht wie die Songs von „Beast Inside“ oder „Pure Purge“. Das liegt zum einen am extrem rohen Endmix, der zwar ursprünglich, aber eben auch unausgereift klingt. Zum anderen fehlt es den Kompositionen an der früheren Durchschlagskraft: Die Riffs kommen nicht mehr so massiv, die Stakkato-Passagen können das frühere Highspeed-Geballer nicht ersetzen, und auch die Leads bleiben hinter vergangenen Glanztaten zurück. Lediglich der erstklassige, unverändert bösartige Gesang hält das Qualitätsniveau der letzten Veröffentlichungen.
Gerade diese Zutaten hatten Warfield Withins jüngste Werke so kraftvoll gemacht. Der spartanische Sound des neuen Albums verstärkt den Eindruck zusätzlich und verhindert, dass „Rise Of Independence“ an die vorherigen Highlights anknüpfen kann. Hatte man zuletzt das Gefühl, die Band könne Acts wie The Haunted beinahe unbemerkt überholen, muss man nun ernüchtert feststellen, dass dieser Schritt vorerst vertagt wurde. Von mir gibt es leider nur 6,5 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 King
02 Rise Of Independence
03 Hecate
04 Chatterbox
05 Three Of Swords
06 Sick Nation
07 Jumping Jack
08 Circle
09 Stand Your Ground
10 First Blood
Mehr Infos:










