Wacken 2026: Samstag 01.08.2026, Tag 4

Der finale Wacken Tag beginnt früh um 11.00 Uhr, denn Torsten Sträter betritt die W.E.T.-Stage und unterhält die durchaus zahlreichen erschienen Anwesenden gewohnt launig und wortgewandt mit Geschichten über seine Erlebnisse mit Elton am Broadway, den Terminator und natürlich seine erste Reise zum Wacken Open Air. Gerne nächstes Jahr wieder! (Klaus)

Heavysaurus

Einer der beliebtesten Acts dieses Jahres war auf jeden Fall Heavysaurus. Sowohl jung als auch alt konnten sich die erste Performance am Samstag auf der Harder Stage der Dino-Rocker nicht entgehen lassen. Ihr an die Kinder gerichteter Sound macht nicht nur auch als Erwachsener Spaß, sondern ist allgemein konzeptionell klar durchdacht. Dazu mit den prächtigen Dino-Kostümen so einwandfrei zu performen, ist auch nicht selbstverständlich. Wacken denkt mit Bands wie Heavysaurus gut an den Nachwuchs und anhand des reichlich gefüllten Publikums konnte man auch sehen, dass Heavysaurus es zudem mehr als verdient haben, auf den ganz großen Bühnen zu spielen. (Tim K.)

Kim Dracula um den androgynen Sänger Samuel Wellings spielten mittags auf der Faster Stage. Ich weiß nicht, was oder ob ich etwas erwartet hatte, als ich in den Fotograben einlief. Der Mix aus MetalIndustrial, Jazz, Trap und Pop-Einflüssen war allerdings für mich nicht unbedingt das, was ich bevorzugt höre. Dazu ein müder optischer Abklatsch von Avatar. Mir war das Ganze zu flach. (Jörg)

Blood Command aus Bergen/Norwegen legten um 13:00 Uhr die W:E:T Stage in Schutt und Asche. Speziell Frontfrau Nikki Brumen machte Strecke ohne Ende; quer über die Bühne, runter von der Bühne, an die Absperrung zum Fotograben…. Die Punk Attitüde der Band war erfrischend und ansteckend. Toller, energiegeladener Auftritt! (Jörg)

Ich kenne Minotausus seit 2005, als sie zum Film „Kriegerherzen“ den Titelsong geliefert haben. Von der damaligen Besetzung ist außer Sänger Oliver Klump niemand mehr an Bord. Die komplette Instrumental Fraktion ist erst 2026 zu Oliver und Sängerin Clarissa Hobeck (Einstig 2016) gestoßen. Von daher wirkte der Set auch noch etwas steif. Da aber Sänger und Sängerinnen bekanntlich die meisten Blicke auf sich ziehen, war das „Defizit“ marginal. (Jörg)

Am frühen Nachmittag gibt es eine Premiere auf der Headbanger Stage zu erleben, denn Crimson Glory absolvieren ihren allerersten Auftritt auf dem Wacken Open Air. Spielfreudig und von einem in Top-Form agierenden Sänger Travis Wills haben die Amerikaner die Meute mit Klassikern wie „Lady Of Winter“ und „Where Dragons Rule“ voll im Griff und legen eine starke Performance hin. (Klaus)

Nevermore

Es folgt ein kurzer Sprint zur Faster Stage, um den Auftritt der wiederbeleben Nevermore von Beginn an zu erleben. Angeführt von einem gut aufgelegten Frontmann Berzan Önen legt die Band einen bemerkenswerten Auftritt hin, bei dem Önen vor „Believe In Nothing“ auch seinem verstorbenen Vorgänger Warrel Dane gedenkt. Und mit Songs wie „Beyond Within“ und „Enemies Of Reality“ können die US-Metaller ohnehin nichts falsch machen. Klasse! (Klaus)

Wer Johnny Gioeli einmal live gesehen hat, wird ihn nie wieder vergessen. Eher bekannt als der Frontmann von Axel Rudi Pell, ist er aber seit 1991 auch mit seiner Band Hardline am Start. Johnny ist ein begnadeter Sänger mit einer unglaublichen Stimmgewalt. Auf der Bühne ein rastloses Tier, das man kaum mit der Kamera eingefangen kann. Der Auftritt auf der W:E:T Stage war ein Durchmarsch! Angelehnt an Caesar: „Er kam, er sang, er siegte“. Und seine Band war nicht minder gut drauf. Der Spaß auf der Bühne übertrug sich augenblicklich auf das Publikum. Der Ausdruck „gute Laune Musik“ ist vielleicht etwas negativ klischeehaft stigmatisiert. Bei Hardline aber uneingeschränkt positiv! (Jörg)

Das nächste Mal, dass an dem Tag die Bühnen so beachtlich gefüllt waren, war auf der Faster Stage bei Airbourne. Davor haben auch schon Zuschauer-Magnete wie Lamb of God, Orbit Culture oder Nevermore gespielt und auch die Hütte auf Faster & Harder abgerissen, aber bei Airbourne war das nochmal eine andere Größenordnung. Die charismatische Band aus Australien, die man manchmal aufgrund des australischen Akzentes bei Ansagen kaum verstanden hat, etabliert sich nunmehr als ein absoluter Live-Act. Bei Wacken haben sie einfach gute Stimmung verbreitet durch die Bühnenpräsenz ihres Frontmanns Joel O’Keefe. Dieser hat Bierdosen an seinem Kopf zerschlagen, Biere ins Publikum geworfen, wild herumgesprungen auf der Bühne und und und… Auch wenn man vielleicht musikalisch nichts mit ihnen anfangen kann, hat man trotzdem eine Unterhaltung, die von der Band ausgeht, die erstmal eines Gleichen sucht. Sowas nennt man Showmänner. Das war pure Unterhaltung mit zusätzlich guter Musik. Um ihre Musik nicht zu kurz kommen zu lassen, war spätestens bei ihrem Hit „Runnin‘ Wild“ auch klar, dass sie musikalisch auch das Publikum wecken können. (Tim K)

Zeltinger

Lamb Of God aus Virginia haben inzwischen auch schon 27 Jahre auf dem Buckel; gesehen habe ich die Band bisher noch nicht, weil es nicht so meine Mucke ist. In Wacken wollte ich die Lücke in meiner „Konzert-Liste“ allerdings füllen und marschierte zur Harder Stage. Der Set wurde eindeutig bestimmt durch Shouter Randy Blythe, während der Rest der Band eher „Beiwerk“ waren. Ich hatte auf einen Kick gehofft, der aber leider ausgeblieben ist. (Jörg)

Irgendwie hatte ich ein Déjà-vu: Als Zeltinger auf die Wackinger Stage kam, glich die Reaktion des Publikums einem Orkan, der 2022 auch von den Höhnern an gleicher Stelle ausgelöst wurde. Für mich war der Auftritt von Jürgen Zeltinger mit seiner Band ein Gefühl von „Grüße aus der Heimat“ (bestimmt auch für einige der Fans vor der Stage), ansonsten einfach die Kraft des Rocks. „De Plaat“ hat einfach Charisma und seine Band ist pure Energie. Auch wenn nur ein Bruchteil des Publikums die Ansagen und die Texte verstanden haben werden, die Energie der Songs verwandelte den Wackinger Bereich in einen Hexenkessel. Bravo Jungs! (Jörg)

Der erste Act am Abend auf der Wackinger Stage war Ad Infinitum. Die haben mal richtig ihre Performance angezündet; das Ganze nicht nur metaphorisch. So viel Feuer wie da gezündet wurde per Fontänen vor der Bühne, erinnert schon eher an eine Stuntshow. Das war teils schon sehr beeindruckend, wie das Zusammenspiel aus Feuer und Musik hervorragend funktioniert hat. Dazu konnten sie mit ihrem Sound das Publikum erreichen und dieses hat geklatscht, ist kollektiv gesprungen und hat lautstark mitgesungen, wo es konnte. Melissa Bonny hat zudem als Frontsängerin richtig abgeliefert und einen Sahnetag gehabt. Sie klang in allen Momenten besser als auf Aufnahme und hat so natürlich auch zur guten Stimmung beigetragen. (Tim B)

Wer dann noch nicht genug hat, wendet sich der Harder Stage zu, wo Arch Enemy ihren ersten Wacken Auftritt mit Sängerin Lauren Hart hinlegen. Und die Freude darüber ist allen beteiligten anzumerken. Die Instrumental Fraktion gibt alles und Miss Hart strahlt zwischen den Songs bis über beide Ohren. Angereichert mit dem neuen Track „To The Last Breath“ werden zahlreichen Band Klassiker wie „War Eternal“ und „Nemesis“ dargeboten, mit denen die Meute mehr als zufrieden entlassen wird. (Klaus)

Castel Rat

Castle Rat aus Brooklyn bezeichnen ihren musikalischen Stil als „mittelalterlicher Fantasy-Doom-Metal“, wobei die Optik definitiv im Vordergrund steht. Sängerin Riley Pinkerton geizt nicht mit ihren Reizen aber auch der Rest der Band bietet nicht nur den Fotografen viele interessante Eindrücke. (Jörg)

Die Heimat von Finsterforst hätte ich eher in Skandinavien vermutet, denn im heimischen Schwarzwald. Die Folk/Viking Metal Band stammt aus Freiburg, der sonenreichsten Stadt der Republik. Also ziemlich konträr zur düsteren Mucke der Band. Die Musik von Finsterforst kann jedem Vergleich zu nordischen Bands standhalten, und somit wurde den Fans vor der Wackinger Stage eine amtliche Vorstellung geboten. (Jörg)

In den letzten zwei Jahren haben sich Powerwolf der fotografierende Zunft gegenüber nicht wirklich gut verhalten. Kaum ein Kollege / eine Kollegin bekam einen Fotopass, und wenn, dann nur, um die Support Bands zu fotografieren(?!?). Dementsprechend gespannt war nicht nur ich, ob es eine komplette Fotografen Sperre in Wacken geben würde, oder nur ein paar auserwählte Kolleginnen und Kollegen von der Band rausgepickt würden. Umso erstaunter waren wir, dass es diesbezüglich keine Limitierung gab. Natürlich sind Powerwolf immer geil zu fotografieren, und so fand auch ich mich trotz der unsäglichen Modalitäten auf Powerwolfs regulären Touren im Fotograben der Faster Stage ein. Dass Attila allerdings bei den bekannten Singsang Spielchen: „jetzt nur die Männer, jetzt nur die Frauen“ dann auch noch die fotografierende Zunft verhöhnte, indem er sie aufforderte, dieses Spielchen mitzuspielen („und jetzt nur die Fotografen“), empfand ich als absolute Frechheit, für die ich nur einen ausgestreckten Mittelfinger übrighatte. Sorry Jungs, geht gar nicht! (Jörg)

Corrosion Of Conformity

Von Powerwolf gings für mich zur W:E:T Stage, wo Corrosion Of Conformity aus North Carolina spielten. Der Mix aus Crossover/Sludge/Southern Metal war für meine Ohren etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss aber anerkennen, dass die Jungs zu einer der dienstältesten Bands des diesjährigen WOA gehörten. Bereits 1982 erblickte der Vierer das Licht der Welt. Hochachtung! (Jörg)

Vier lange Tage forderten bei mir langsam Tribut. Meine Konzentration ließ genauso nach, wie meine körperlichen Kräfte, was zur Folge hatte, dass ich bedauerlicherweise beim Auftritt der Norweger Einherjer nur noch Mist fotografierte, wobei der Viking Metal der Jungs doch genau meinem Geschmack entsprach. Sorry Jungs, beim nächsten Mal läuft es besser. (Jörg) 

Nachdem Celtic Frost auseinanderbrachen, gründete Thomas Gabriel Fischer, besser bekannt als Tom G. Warrior, Triptykon, wobei er sich am musikalischen Stiel von Celtic Frost orientierte. Der Mann hat Charisma, was auf seinen Konzerten sofort deutlich wird. Ohne großes Stageacting zieht Tom alle Blicke auf sich und ist somit der zentrale Punkt der Band.

Sabaton

Gegen Mitternacht auf der Harder Stage hat Sabaton wieder einmal ein Live-Spektal entfacht. Massenweise Feuer, Pyrotechnik und eine eindrucksvoll gestaltete Bühne ist zwar typisch für Schweden, beeindruckt mich aber jedes einzelne Mal aufs Neue. Live klingen die sowieso wie auf Aufnahme und ihre Songs haben einfach das Zeug, live für eine gute Stimmung zu sorgen. Allen voran natürlich Hits wie „Primo Victoria“, die für Bewegung im Publikum sorgen oder „The Last Stand“, bei dem das Publikum lautstark mitsingt. Allgemein war das Publikum textsicher und die Stimmung dem Hauptheadliner würdig. Wacken hat eigentlich immer eine gute Stimmung und bei Sabaton war das ein sicherer Schachzug.

Nicht nur der letzte Act der Faster Stage oder des Samstags, sondern auch der letzte Act des diesjährigen Wacken Open Airs war Alestorm. Alestorm verbindet Piraten, Party und Folk Metal. Um diese Uhrzeit funktionieren Party-Bands immer und Alestorm hat so die Hütte richtig einreißen können. Die Pits waren am Eskalieren, die Stimmung herausragend und auch das großflächige Rudern ein Highlight-Erlebnis. Die Schotten haben den perfekten Abschluss auf den Hauptbühnen geliefert.

 

Wacken 2026 ist nun Geschichte, aber die Ankündigungen für 2027 peitschen bereits meinen Blutdruck hoch. Dieses Jahr gab es für mich mehr positive Überraschungen als die Jahre zuvor. Das Billing war so recht nach meiner Fasson. Ich hatte das Vergnügen, diverse Haken in meiner Bucket List zu machen, habe aber auch jede Menge tolle neue Bands kennengelernt. Gerade beim Metal Battle habe ich klasse Bands gesehen.
Die Orga war wieder einmal perfekt! Dazu kam, dass die in der Vergangenheit ungünstig gelegene Wasteland Stage sehr zentral platziert wurde, so dass die Wege im Allgemeinen um einiges kürzer und somit Kräftesparender waren. Auch die Louder Stage rutschte etwas ans Infield heran; gute Entscheidung.
Wir waren dieses Jahr mit vier Leuten vom Hellfire aktiv, was sich in unserer Ausbeute positiv widerspiegelt: 98 Bands haben wir gesehen und berichten darüber, 84 davon auch fotografisch begleitet. Auf Grund der „kurzen“ Wege bin ich „nur“ 79,36 km gelaufen, was umgerechnet 114598 Schritte ausmacht. Bei den 84 fotografierten Bands landeten 13276 Bilder auf den Kamera Chips, was dann zzgl von Impressionen, Fans und Fotografinnen und Fotografen 87 Galerien bedeutet.
An dieser Stelle noch einmal unseren Dank im Namen desgesamten Hellfire Teams für die tolle Orga, die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit und das Vergnügen, dabeisein zu dürfen!

Mehr Infos:

Wacken Open Air

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