Venger – Times Of Legend

© Venger

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Venger 
Album: Times Of Legend
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Silver Lining Music
Veröffentlichung: 09.01.2026

 

Venger sind so ein Projekt, bei dem man beim Lesen der Namen erst mal stutzt. Doug Scarratt von Saxon, dazu James Fogarty (Old Forest, Ewigkeit, früher In The Woods), Franz Bauer von Roadwolf und Sven Rothe am Schlagzeug, das riecht auf dem Papier schnell nach einer dieser Nebenbei-Supergroups, die einmal aufblitzen und dann wieder verschwinden. „Times Of Legend“ beweist aber ziemlich schnell, dass hier mehr dahintersteckt als ein lockeres Feierabendprojekt.

Der Bandname ist dabei Programm und kein Zufallsprodukt. Venger ist eine direkte Referenz auf den Dungeons & Dragons-Zauberer, und genau diese nerdige Konsequenz zieht sich durch das komplette Album. Mythen, Horror, Fantasy, Filme und Games werden aufgegriffen, ohne dass das Ganze ins Peinliche kippt. Statt überfrachtetem Konzept-Geschwafel gibt es klar erzählte Songs, die ihre Bilder im Kopf entstehen lassen.Musikalisch bewegt sich „Times Of Legend“ fest im klassischen Heavy Metal, angereichert mit Hard-Rock-Elementen. Die Gitarren stehen klar im Fokus, liefern stabile Riffs und Leads mit Wiedererkennungswert und erzählen mehr, als nur technische Fingerübungen abzufeuern. Die Synths drängen sich nicht auf, sondern schaffen Atmosphäre und funktionieren eher als Kulisse, die Songs wie „Pharaoh’s Curse“ oder „Séance” zusätzlich Tiefe verleiht. Das Ganze wirkt angenehm cineastisch, ohne überladen zu sein.

Der raue Gesang von Franz Bauer passt grundsätzlich sehr gut zur Ausrichtung der Band, auch wenn man sich stellenweise etwas mehr Präsenz im Mix wünschen würde. Die Vocals klingen stellenweise leicht gedämpft, fast wie hinter Glas, was entweder bewusste Stilentscheidung oder kleine Schwäche in Produktion und Mix ist. Wirklich störend wirkt das allerdings nicht, sondern verleiht dem Album eher eine leicht entrückte Note.

Tempo und Grundausrichtung bewegen sich meist im gehobenen Midtempo, trotzdem kommt keine Langeweile auf. Dafür sorgen starke Soli, eingängige Refrains und kleine stilistische Akzente. Besonders hervorzuheben sind das sehr zugängliche „From Worlds Unknown” mit seiner UFO -Story über Stonehenge, das orientalisch angehauchte „Pharaoh’s Curse” und das bombastische „Impaler Of Souls„das mit düsteren Keyboardflächen eröffnet. Der Abschlusstrack „Tower Of Babel”eingesungen von Matt Mitchell, braucht ein paar Durchgänge, wächst dann aber spürbar.

Unterm Strich ist „Times Of Legend“ ein starkes Debüt, das zeigt, wie klassischer Heavy Metal auch heute noch frisch und stimmungsvoll klingen kann, ohne sich zu verbiegen. Fans von Klassikern wie Dio oder Saxon, dürfen hier definitiv genauer hinhören, und Nerds sowieso. Von einem Nerd zum anderen würde ich 8 von 10 Hellfire-Punkten geben. 

 

Tracklist

01 From Worlds Unknown 
02 Pharaoh’s Curse
03 Navigate The Labyrinth 
04 Crystal Gazer
05 The Legend Still Remains
06 Séance
07 Throw The Switch
08 Impaler Of Souls
09 Tower Of Babel

 

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