Velvet Viper – From over Yonder / Pilgrimage

© Velvet Viper

 

Geschrieben von Jörg Schnebele
Band: Velvet Viper
Album: From over Yonder / Pilgrimage
Genre: Dramatic Metal / Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre (Soulfood)
Veröffentlichung: 21.08.2020

 

Ich kann mich noch daran erinnern, als sei es gestern gewesen: der Manager einer neuen Band namens Zed Yago rief mich 1988 an und schwärmte in den höchsten Tönen von der Platte „From Over Yonder“ vor.

Die Musiker allesamt im Vorfeld kaum in anderen Bandes aufgefallen, bis auf die Sängerin, Jutta Weinhold, die sich zuvor unter anderem eher durch die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg Gehör verschafft hatte.
Damals war eine derartige Kooperation im Metal eher verpönt, so dass ich eher recht verhalten an das erstmalige Hören der Debüt LP heranging.
Aber schon bei den ersten Tönen war ich sehr angetan und extremst positiv überrascht. Jeder weitere Ton machte mich zum Zed Yago Überzeugungstäter.

Bekanntlich war Jutta Weinhold schon bald gezwungen, sich einen neuen Bandnamen zu suchen (mehr im Interview: https://www.hellfire-magazin.de/velvet-viper-es-kam-wie-der-tod-als-wir-uns-trennten-jutta-weinhold/ ).
Den nachfolgenden Generationen blieben „From Over Yonder“ und der Zweitling „Pilgrimage“ oftmals verborgen, und so ist es umso begrüßenswerter, dass das neue Label Massacre Records beiden Scheiben unter dem Banner von Velvet Viper wiederveröffentlichen.

Nun, remastered und mit neuen Covern versehen, auf denen versteckt dem damaligen und 2018 verstorbenen Drummer „Bubi der Schmied“  gehuldigt wird, erfahren zwei musikalische Perlen erneut verdiente Aufmerksamkeit .

„From Over Yonder“ war für mich von eh und jeh ein Hammeralbum, welches die damals erstmalig verwendete Stil- Bezeichnung „Dramatic Metal“ etablierte.
Songs wie der Opener „The Spell From Over Yonder”, “Zed Yago”, “Rebel Ladies” und die für mich beste ZedYago/Velvet Viper Ballade ever „Revenge“  begeistern auch nach 32 Jahre wie am ersten Tag.
Aufgepimpt wird das Album nun mit drei Bonus Tracks, von denen „The Schmied“ eine ehrfürchtige Verbeugung vor dem damaligen Weggewährten darstellt: eine Ballade, die das gemeinsame Schaffen von Jutta und Bubi umschreibt. Für mich, der Bubi auch persönlich kennenlernen durfte und der den Schmied als absolut sympathischen, freundlichen Menschen kennengelernt hat, ist dieser Song ein neues Highlight des Albums, welches in mir jede Menge Herzschmerz entfacht.

Das zweite Album, „Pilgrimage“, brauchte bei mir damals etwas länger, bis es zündete. Warum? Kann ich gar nicht sagen. Ich denke, dass Songs wie „Pale Man“, „Pilgrimage“ oder „Achilles Heel“ einfach mehr meiner Aufmerksamkeit benötigten, obwohl sie aus dem gleichen Holz geschnitzt waren, wie die „From Over Yonder“ Stücke.
Mit Abstand von  31 Jahren (Erstveröffentlichung 1989), klingen beide Alben wie aus einem Guss.
Seinerzeit als Single ausgekoppelt und heute noch Bestandteil der Velvet Viper Konzerte ist „Black Bone Song“, unbestritten DIE Zed Yago/Velvet Viper Hymne.
„Pilgrimage“ enthält zudem vier Bonus Tracks, die Einblick in das erste und gleichbetitelte Velvet Viper Album geben: „Merlin“,“ HM Rebels“, „King Arthur“ und „Ring Of Stone“ zeigen, dass die beiden Zed Yago Alben keine musikalische Eintagsfliegen waren, sondern dass Jutta Weinhold ihren bestimmten Weg trotz niederschmetternder Ereignisse um Ihr Baby Zed Yago kontinuierlich weiterführte.
Juttas Stimmgewalt trägt die Songs allesamt und verleiht ihnen ein einzigartiges  Gewand, welches unter hunderten von Bands unverkennbar und einmalig ist.

Resümierend möchte ich jedem die beiden Re-Releases ans Herz legen, der die Alben nicht kennt und auf Velvet Viper steht: beide Werke gehören in Eure Sammlung!!!

Für „From Over Yonder“ gibt’s von mir 9 von 10 Hellfire Punkten, „Pilgrimage“ hinkt mit 8,5 von 10 Hellfire Punkten leicht hinterher.

 

Tracklist:

From Over Yonder

01 The Spell from over Yonder
02 The Flying Dutchman
03 Zed Yago
04 Queen and Priest
05 Revenge
06 United Pirate Kingdom
07 Stay the Course
08 Rebel Ladies
09 Rockin’ for the Nation
10 Rebel Ladies (Live) [Bonus Track]
11 Rockin’ for the Nation (Live) [Bonus Track]
12 The Schmied (Bonus Track)

 

Pilgrimage

01 Pilgrim’s Choir
02 Pilgrimage
03 The Fear of Death
04 Pioneer of the Storm
05 Black Bone Song
06 Rose of Martyrdom
07 The Man Who Stole the Holy Fire
08 Achilles Heel
09 The Pale Man
10 Omega Child
11 Fallen Angel
12 Merlin (Bonus Track)
13 HM Rebels (Bonus Track)
14 King Arthur (Bonus Track)
15 Ring of Stone (Bonus Track)

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/VelvetViper

 

 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.