
© Uwe Lulis Project
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Uwe Lulis Project
Album: Analog
Genre: Heavy Metal / Hard Rock
Plattenfirma: Uwesen Records
Veröffentlichung: 29.05.2026
Manche Musiker müssen niemandem mehr etwas beweisen. Sie haben Jahrzehnte auf den großen Bühnen gestanden. Alben eingespielt die längst zum Kanon gehören und ihren Platz in der Szene sicher. Genau zu dieser Kategorie gehört Uwe Lulis. Bekannt durch Accept, Grave Digger und Rebellion legt der Gitarrist mit seinem eigenen Projekt nun das Debütalbum „Analog“ vor.
Und der Titel hält was er verspricht.
Während viele moderne Produktionen auf maximale Kompression und klinische Perfektion setzen, klingt „Analog“ angenehm lebendig. Die Gitarren stehen jederzeit im Mittelpunkt. Warm. Druckvoll. Ehrlich. Hier wird nicht versucht Trends hinterherzulaufen. Stattdessen setzt das Uwe Lulis Project auf klassischen Heavy Rock und Heavy Metal mit viel Herzblut und Spielfreude.
Bereits der Opener „You Don’t Know My Name“ macht ordentlich Spaß. Eingängige Melodien und eine Produktion die eher nach Proberaum und Bühne als nach Computer klingt. Genau das verleiht dem Album seinen besonderen Charme.
„Shadowking“, „Lady Nosferatu“ und „The Battle“ schlagen in eine ähnliche Kerbe. Klassischer Metal trifft auf dunkle Atmosphäre und solide hooks. Keine Revolution. Aber ehrliche Handwerkskunst. Gerade Fans traditioneller Gitarrenmusik werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
Das absolute Highlight folgt allerdings mit „Faust (To Hell And Back)“. Gemeinsam mit ASP entsteht ein über sieben Minuten langes Epos das deutlich aus dem restlichen Material herausragt. Im verglich zum Rest ist das hier Düster und Theatralisch und voller Atmosphäre. Der Song entwickelt sich langsam und entfaltet eine Intensität die auf dem Album einzigartig bleibt. Hier zeigt sich das größte kreative Risiko der Platte.
Für zusätzliche Abwechslung sorgen „Fireflies“ und „Ballad Of The Lost“. Beide Songs lockern den Ablauf geschickt auf und zeigen, dass das Projekt auch die ruhigeren Töne beherrscht. Gerade diese Momente verhindern, dass sich die Platte ausschließlich auf klassische Riffarbeit reduziert.
Ganz frei von Kritik bleibt „Analog“allerdings nicht. Leider, denn ich mag sie sehr. Mit knapp einer Stunde Spielzeit schleichen sich einige kleinere Längen ein. Nicht jeder Song besitzt die gleiche Durchschlagskraft. Manche Ideen hätten etwas kompakter präsentiert werden können.
Dennoch liegt die Stärke dieses Albums ohnehin woanders.
„Analog“ lebt von seiner Haltung. Von seiner Authentizität. Von Musikern die nichts mehr beweisen müssen und deshalb genau die Musik machen die sie selbst hören möchten. Keine modernen Spielereien. Keine erzwungene Verjüngungskur. Sondern ehrlicher Heavy Rock und Metal mit Seele.
Das hier ist für diejenigen, die Leidenschaft für handgemachte Musik wertschätzen. Genauso sollte klassischer Heavy Metal auch 2026 noch klingen. 8 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 You Don’t Know My Name
02 Faust (To Hell And Back)
03 Midnight In The Night Of Ghosts
04 Shadowking
05 Lady Nosferatu
06 The Battle
07 Fireflies
08 Ballad Of The Lost
09 Deceiver
10 Emerald In The Dark
11 The Drive
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