
© Uncle Acid and the Deadbeats
Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Uncle Acid and the Deadbeats
Album: Shapes of Midnight
Genre: Heavy Psych
Plattenfirma: Killer Candy Records
Veröffentlichung: 18.09.2026
Machte es das vorherige Album von UNCLE ACID AND THE DEADBEATS so manchem Fan nicht ganz so leicht – schließlich war „Nell’ora blu“ der Soundtrack zu einem fiktiven Giallo-Horror-Film –, so ist „Shapes of Midnight“ zweifellos das zugänglichste Album, das die Band bislang rausgebracht hat. Die Zungänglichkeit ist dabei durchaus nachvollziehbar, denn das Quintett aus Cambridge ist dem Underground entschwunden und spielt in den Metropolen mittlerweile in Venues, in die 1000 Leute und mehr reinpassen. „Shapes of Midnight“ dürfte dazu beitragen, dass wir die Band künftig in noch größeren Hallen sehen. Denn UNCLE ACID gelingt das Kunststück, massenverträglicher denn je zu klingen, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Das zeigt sich etwa in der Produktion: Klang die Band früher deutlich dreckiger und streckenweise sperrig, kommt „Shapes of Midnight“ spürbar glatter daher. Ganz so doomig, metallisch und streckenweise herrlich zäh wie früher geht es auf Album Nr. 7 auch nicht mehr zu – stattdessen rockt und rollt die Platte eher vergnüglich vor sich hin und zeigt in einigen Stücken echte Pop Sensibility. Der Titeltrack etwa zeigt sich ultra-eingängig, bei „When Evil Awakes“ sorgt eine Ray-Manzarek-Gedächtnisorgel dafür, dass man sich den Song fast als Doors-Nummer vorstellen kann, und das flotte „Don’t Let It Control You“ könnte eigentlich auch im Mainstream-Radio laufen. Gleiches gilt für das mit einem Achtziger-Vibe daherkommende „Psycho on the Loose“. Besonders toll dabei: die John-Carpenter-mäßig anmutenden Keyboards.
Unterm Strich glänzt die Band auf jedem der acht Songs und hat ein Album aufgenommen, das sehr viel Gehör finden wird. Zwar vermisse ich ein wenig das Fiese, das Songs wie „I’ll Cut You Down“ (vom Album „Blood Lust“) oder „Waiting for Blood“ und „Melody Lane“ (beide von „The Night Creeper“) ausgemacht hat. Nichtsdestoweniger liefern UNCLE ACID hier so selbstbewusst wie souverän ab — und das hat 8 von 10 HELLFIRE-Punkten verdient.
Tracklist:
01 House By The Grave 06:49
02 Shapes Of Midnight 05:14
03 When Evil Wakes 06:35
04 Don’t Let It Control You 03:45
05 Psycho On The Loose 05:10
06 I Won’t Sleep (‚Til You’re Gone) 06:07
07 The Other Side Of The Sky 04:52
08 Sleep No More 06:24









