Tidal Wave – Volume Tree

© Tidal Wave

 

Geschrieben von:Bernd Kröninger   
Band: Tidal Wave 
Album: Volume Tree
Genre: Stoner Rock
Plattenfirma: Ripple Music
Veröffentlichung: 05.06.2026

 

2019 in Sundsval, Schweden gegründet, legen Alexander „Sunkan“ Sundqvist (voc), Jesper „Jerpo“ Sjödin (g), Adam „Aden“ Nordin (b) und Rasmus „Raz“ Sundberg (dr) ihr drittes Album vor. „Volume Tree“ beinhaltet 8 Songs, die in gut 40 Minuten eingebunden sind. Hören wir rein, ob uns wirklich eine „Flutwelle“ (Tidal Wave) im Sound mitreißt. 

Bedächtig ruhig startet der Opener „The Orb“, kracht mit einem brachialem Gitarrenriff wie eine Welle nach kurzer Zeit in den Gehörgang. Die aggressive Voice nimmt den Takt der Instrumente auf, und bringt diese unaufhörlich geile Endzeitstimmung auf den Höhepunkt. „Orb“ ist als eine Warnung vor der Zerstörung der Erde zu sehen (..“and as the worlds are shattered, people turn to god„..). Stimmlich höre ich „Doom Dio“ heraus.

Mit einem brachialem Riff führt uns „Hangman“ in eine megageile doomige Atmosphäre. Genau der Sound, der zu diesem Thema passt. Als Highlight des Songs nenne ich die Phase zwischen Minute 2:00 und 2:36, die eine Spannung aufbaut, die sich nach einem kurzen Bassintro in ein geniales Solo wandelt. Textlich sehr lyrisch gefasst zu diesem harten Thema (..“I see your blood filled veins„..“swing my axe„..“another life`s away„..). Aus und vorbei.

Doomig, schleppend bewegt sich „Earth“. Sorry, aber dieser Track versetzt mich in die Anfänge von „Black Sabbath“. Dieser Track hätte gut auf das Debut Album „Black Sabbath“ gepasst. Mit diesem „Earth – Song“ holst Du Dir Wacken nach Hause. 

„Sideburns“ setzte ich mal in die Kategorie „Funsong“. Anders ist es nicht zu erklären, wieso man eine „Hommage“ an die männliche „Wangenbehaarung“ besingen kann. Ein Zeichen der Band, das sie sich nicht allzu ernst nehmen. Irgendwie phänomenal.

„Shapeshifter“ bricht alle Erwartungen an einen Stoner Rock Song. Hier versammeln sich schwere, verzerrte Gitarrenriffs mit diversen Tempi, die hypnotisch, psychedelisch wirken. Dazu die sanften und harten Passagen, die Dynamik versprühen.

Da kann „Sunkan“ noch so oft „I fell the emptiness“ singen, hier spürst Du keine Leere. Nahtlos passt sich „Manuscript 512“ an, bedient sämtliche eben erwähnten Elemente (z.B. Tempi Wechsel ab 2:00). 

Zum Schluss folgt mit „Skitliv“ (Scheißleben) ein Unzufriedenheits – Song. So klingt auch die Voice, klagend, fast jammernd. Dazu ein Rhythmus, der nicht einmal depressiv gestaltet ist, der dies dennoch unterstützt. Besonders wirkt der Track durch die Landessprache. Und von dem „Jag är dömd, så dömd Det är ett skitliv“ („ich bin verdammt, so verdammt es ist ein Scheißleben“) doch noch zu der Einsicht „säg vad du vill, ta vad du vill, livet står still så håll ut lite till“ („sag was Du willst, nimm was Du willst, das Leben steht still, also halt noch ein bisschen durch“).  

Fazit: Hier bieten die Schweden eine gut gelungene Mischung aus Stoner Rock und klassischem Rock. Wie hier die Gitarren Aufs brachialste geschunden werden, ist schon bezeichnend. Vor allem diese fantastischen „Dio Vibes“ in der Voice reißen absolut mit. Wenn ich das Album so „Revue“ passieren lasse, komme ich zu der Erkenntnis, dass es mich doch angesprochen hat. Sollte ich doch noch in der Ära Stoner Rock hängen? 8,5 von 10 Hellfire Punkten auf dem Weg nach Sundsvall.

 

Tracklist:

01- The Orb
02- Hangman
03- Earth
04- Temple of Humanity 
05- Sideburns
06- Shapeshifter
07- Manuscript 512
08- Skitliv

 

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