
© The Narrator
Geschrieben von Tim Braff
Band: The Narrator
Album: Phosphor
Genre: Metalcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 8.5.2026
The Narrator ist eine der Core-Bands, die in den 2010ern sich im Ruhrgebiet gegründet haben und dann in den 2020ern ihren ersten Durchbruch feiern konnten. 2017 hat sich die Band gegründet und 2024 haben sie dann ihr Debütalbum veröffentlicht, womit sie sich direkt im deutschen Core etabliert haben. Jetzt veröffentlichen sie Studioalbum Nummer 2 „Phosphor“ und wollen am Vorgänger anknüpfen.
„Phosphor“ ist ein Album, dass einem sofort wissen lässt, was man erwarten kann. Die ersten Töne des Albums auf dem Titeltrack sind sofort mit voller Energie und zeigen, dass die Band weiß, wie sie einem das Album frontal ins Gesicht knallen können. Man hört direkt auch die typischen Core-Merkmale, die in der deutschen Szene üblich sind, wodurch man die gegenseitige Beeinflussung deutlich spürt. Mir ist generell aufgefallen, dass deutscher Core sehr aufeinander aufbaut. Bands lassen sich von einem inspirieren und so entwickelt es sich von Idee zu Idee immer weiter. Das ist auch auf „Phosphor“ für mich der Fall.
Wenn man die große Weiterentwicklung eines großen Genres erwartet, ist man bei „Phosphor“ falsch. Man kriegt hier typisch-starken Metalcore, der mitreißt, unterhält und zum Headbangen anregt. Die Jungs aus dem Ruhrpott wissen allemal, was ihr Handwerk verlangt. Die qualitative Weiterentwicklung ihres Sounds ist wahrscheinlich der meiner Meinung nach stärkste Punkt, warum „Phosphor“ einen umschlingt, dass man es sich erneut anhören möchte. Potenzial nach oben gibt es dahingehend weiterhin und das ist erfreulich für jeden Fan, dem in Zukunft bestimmt noch mehr Kracher in Plattenform erwarten. Wenn Metalcore funktioniert, hören sich die Hörer das Album 3-4 mal an; demnach funktioniert diese Platte für mich.
Gut gefallen hat mir auch das Feature von AVRALIZE auf „Stasis“, was wie die Faust aufs Auge gepasst hat. Generell haben mir auch die Songs als Einzelwerke sehr gut gefallen. Als perfekt positioniert habe ich „9010“ empfunden, der dem Album ein würdiges Ende beschert hat. Kein Song hat einen starken negativen Knick erlebt, was der guten Qualität im Durchschnitt entspricht.
Mich hat „Phosphor“ gut unterhalten können und Spaß an der Platte kann man definitiv haben. Ich traue ihnen dennoch mehr zu – Luft nach oben besteht also. Für die Zukunft ist das eine gute Ausgangslage für The Narrator, da sie ein starkes Werk veröffentlichen, man dennoch nicht das Gefühl hat, dass ihr Zenit erreicht ist. Ich hoffe, sie nutzen das Momentum dieses Albums und verwöhnen ihre Fans mit einer weiteren Steigerung, denn nach diesem Album, ist ihnen meines Erachtens jede Tür geöffnet.
8 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Phosphor
02 Aurora
03 Modern Age Blaspehmy
04 Stasis
05 Pills From The Start
06 Agnosia
07 Two Lives
08 Dissection
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