
© The HU
Geschrieben von: Tim Karow
Band: The HU
Album: HUN
Genre: Folk Metal / Hunnu-Rock
Plattenfirma: Better Noise Music
Veröffentlichung: 24.07.2026
The HU haben etwas geschafft, das nur wenigen Bands gelingt. Sie haben ihren ganz eigenen Sound nicht nur gefunden, sondern daraus eine musikalische Identität geschaffen, die man nach wenigen Sekunden erkennt. Mongolischer Kehlkopfgesang, traditionelle Instrumente, wuchtige Rhythmen und moderne Metal-Elemente treffen aufeinander und ergeben etwas, das gleichzeitig fremd und erstaunlich vertraut klingt. Sie sind nicht umsonst die erfolgreichsten Künstler der Geschichte Mongoleis.
Schon „Warrior Chant“ macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Treibende Drums, tiefe Stimmen und die traditionellen Saiteninstrumente erzeugen eine fast schon kriegerische Atmosphäre. Man fühlt sich weniger wie bei einem gewöhnlichen Metal-Album, sondern eher mitten in einer musikalischen Zeremonie. Genau darin liegt die große Stärke von The HU. Die Musik besitzt eine enorme Bildkraft.
Besonders spannend sind die ruhigeren und emotionaleren Momente. „Echoes of My Father“ funktioniert dabei auch ohne Verständnis der mongolischen Texte hervorragend. Die Emotion wird nicht über einzelne Worte vermittelt, sondern über Stimme, Melodie und Atmosphäre.
Auch Kooperationen wie „This Is Mongol“ beziehungsweise die Gastauftritte internationaler Musiker zeigen, dass The HU durchaus über den eigenen musikalischen Tellerrand schauen können. Trotzdem bleibt ihre mongolische Identität jederzeit erhalten. Sie versuchen nicht, wie eine westliche Metalband zu klingen, sie holen ihre eigene Kultur in den Metal und machen genau daraus ihre größte Stärke.
Besonders beeindruckend ist allerdings, wie gut dieses Material live funktioniert. Songs wie „Horseman“ oder „The Real You“ entwickeln auf der Bühne eine Energie, die sich auf Platte nur teilweise einfangen lässt. Wenn zehntausende Menschen gemeinsam „HU! HU! HU!“ skandieren, wird aus einem Konzert beinahe eine Gemeinschaftszeremonie. The HU spielen nicht einfach ihre Songs, sie ziehen das Publikum in ihre Welt hinein. Und genau deshalb sollte man „HUN” auch nicht ausschließlich als Studioalbum betrachten. The HU sind ein Gesamterlebnis. Die Platte liefert den Soundtrack, live bekommt diese Musik dann ihre endgültige Dimension.
„HUN” ist ein Album, das Grenzen zwischen Folk, Metal und Weltmusik praktisch verschwinden lässt. Eigenständig, kraftvoll, atmosphärisch und vor allem unglaublich authentisch. Wer The HU noch nie gehört hat, sollte das dringend nachholen, denn dann wird wirklich deutlich, welche Wucht hinter dieser ungewöhnlichen musikalischen Idee steckt.
9 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Warrior Chant
02 Lost Soul (Feat. NOTHING MORE)
03 The Men
04 Echoes of My Father
05 Shadow
06 Horsemen
07 Greed
08 The Real You
09 Grey Hun
10 Universal
11 Second Face
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