
© The Dark Horde
Geschrieben von: Klaus S.
Band: The Dark Horde
Album: The Calling
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 29.10.2021
„The Calling“ ist ein Konzeptalbum von THE DARK HORDE – einem Kollektiv internationaler Musiker, Sänger und Schauspieler, das vom australischen Künstler Brewin geschrieben und inszeniert wurde. Das Album ist ein musikalisches Erzählerlebnis mit einer übernatürlichen Horrorgeschichte, untermalt von einem 80er-Jahre-Heavy-Metal-Soundtrack. Es ist das Prequel zu Brewins preisgekröntem Horrorroman „The Dark Horde“, der 1989 im Südosten Australiens spielt. Die bekanntesten beteiligten Musiker dürften aus meiner Sicht Sänger Danny Cecati (Wicked Smile, ex-Pegazus, ex-Eyefear) und Gitarrist Hanny Mohammed sein, der kürzlich erst ein neues Album mit seiner Band Black Majesty veröffentlicht hat und als dessen Folge nun „The Calling“ an mich herangetragen wurde.
„Introduction“ leitet narrativ dem Beginn der Geschichte ein, zunächst noch ohne Musik, die dann doch allmählich hinzukommt und alles in allem ein dramatisch anmutendes Opening beschert. Mit „Mask“ folgt der erste „echte“ Metal Track, einem kraftvollen Midtempo Banger, der vor allem durch den herausragenden Gesang von Danny Cecati geprägt ist und sofort nachhaltig in Erinnerung bleibt. „Childhood“ führt die Story dank diverser Akteure in Hörbuch Form fort, wobei das Ganze in der Songmitte kurzzeitig von Metal Klängen untermalt wird.
„Victim“ schlägt dann eine ähnliche Richtung wie zuvor „Mask“ ein, wobei hier die Harmonien noch ein wenig ausgefeilter und schwungvoller ausgefallen sind, und auch das packende Gitarren Solo sollte nicht unerwähnt bleiben. „Therapy“ setzt dann den erzählerischen Teil fort, bis sich mit „Memory“ ein weiterer Track in mittleren Tempogefilden langsam hereinschleicht. Das interessante an diesem Song ist das Wechselspiel aus dem Erzähler und Danny Cecati, was man in dieser Form – wenn überhaupt – eher selten zu hören bekommt. Hier würde ich mir – vielleicht als Bonus Track – alternativ eine reine Metal Version wünschen, denn die Nummer hat es in sich.
„Destiny“ ist ein weiteres Spoken-Word-Stück, dass zwischendrin Platz für einen kurzen Instrumental Part bereithält. Auch „Puppet“ ist für die ersten knapp zwei Minuten mehr Hörspiel als Musik, wandelt sich dann aber schlagartig zum einem kurzen, aber sehr tighten Power Metal Track mit harschen Vocals, ehe gegen Ende des Stücks der Erzähler wieder übernimmt. Das knapp zweiminütige „Xenogenesis“ klingt wie etwas, was ich mir von Savatage hätte vorstellen können, dramatische Einleitung, dann übernehmen Gitarren Motive das Geschehen in Form eines getragenen Instrumentals, welches letztlich mit Glockenschlägen ausklingt.
„Rebirth“ ist ein eher schleppend verlaufender, epischer Track, der in dieser Form mit dem Gesang genauso gut von einem Bruce Dickinson Solo Album hätte stammen können – zumindest für etwa zwei Drittel seiner Spielzeit, dann erfährt der Song einen Break und entlädt sich in einem Knüppel-Part mit abermals harschen Vocals, ehe die Nummer in seine vorherige Ausrichtung zurückkehrt. Aufgrund dessen Dramaturgie sowie der umwerfenden Gesangs-Performance für mich ein Highlight des Albums.
Mit „Slaughter“ folgt der schnellste Song der Scheibe, eine echte Power Metal Perle, bei der von Stakkato-Riffs und reichlich Double Bass bis hin zu einer fantastischen Hookline alles geboten wird, was man von einem Track dieser Machart erwarten darf. Die Geschichte mündet dann im großen Finale „Awakening“, einem knapp achteinhalb minütigen Song, der sich gewissermaßen in mehrere Teile aufteilt. Zunächst hat er Erzähler wieder seinen Auftritt, erneut untermalt von getragenem Rock Sound. Was folgt ist ein relativ schwungvoller Metal Part, in dessen Verlauf sich dann auch wieder Growls hinzugesellen, ehe die Nummer mit unheilvollen Dämonen (?) Geräuschen beendet wird.
„The Calling“ ist ein Album wie geschaffen alle, die eine wohl inszenierte Geschichte zu schätzen wissen. Ungeachtet der Tatsache, dass mir persönlich die Erzähl-Passagen fast ein wenig des Guten zu viel sind, überzeugt die Scheibe aus metallischer Sicht auf ganzer Linie – und schreit eigentlich nach einer Fortsetzung.
Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Introduction
- Mask
- Childhood
- Victim
- Therapy
- Memory
- Destiny
- Puppet
- Xenogenesis
- Rebirth
- Slaughter
- Awakening
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