The Cruel Intentions – All Hail Hypocrisy

© The Cruel Intentions

Geschrieben von: Klaus S.
Band: The Cruel Intentions
Album: All Hail Hypocrisy
Genre: Sleaze / Hard Rock
Plattenfirma: Indie Recordings
Veröffentlichung: 29.05.2026

THE CRUEL INTENTIONS kehren vier Jahre nach ihrem großartigen „Venomous Anonymous“ mit ihrem dritten Longplayer „All Hail Hypocrisy“ zurück. Wobei so ganz weg waren die Schweden ja nicht, schließlich waren Ihre Songs „Jawbreaker“, „Sick Adrenaline“, „Borderline Crazy“, „Reapercussion“ und „Reckoning“ allesamt in den ersten beiden Staffeln des HBO/DC Comics-Hits „Peacemaker“ vertreten, was ihnen weltweite Aufmerksamkeit und öffentliches Lob vom Regisseur der Serie und Co-CEO der DC Studios, James Gunn einbrachte, der THE CRUEL INTENTIONS offen als eine seiner Lieblingsbands bezeichnete.

Und auch der Opener „Beating In My Chest“, quasi eine Liebeserklärung an Los Angeles, klingt so als würde er nahtlos an die Vorgänger-Scheibe anknüpfen. Der Song entpuppt sich als energiegeladene, leider aber auch mit nicht einmal drei Minuten Spieldauer viel zur kurz geratene Hymne, die danach schreit, die Boxen bis zum Anschlag aufzudrehen. „Living Out Of Line“ verringert das Tempo um einige Nuancen, behält aber die Ohrwurm Qualitäten des Eröffnungstracks bei und dürfte sich live für so manche Interaktion mit dem Publikum aufdrängen.

Wenn man weiß, dass beim Titeltrack Erik Mårtensson (u.a. Eclipse, W.E.T.) als Produzent seine Finger im Spiel hat, dann bekommt man eine Vorstellung davon, dass die Nummer wie eine sleazige Version von Mårtenssons Spielwiese inklusive eines Hangs zur Cheesyness klingt. „Triple Threat“ vermengt Sleaze mit einer gehörigen Portion Punk, während die Schweden mit „Wasteland“ etwas überraschend einen rein akustisch gehaltenen Song aus dem Hut zaubern, der trotz seiner eher düsteren Thematik weniger deprimierend klingt als man meinen könnte.

Das mit großartigen Hooks versehene „When Eden Burns“ klingt insbesondere im Refrain wie etwas, das ich mir gut und gerne von Mötley Crüe hätte vorstellen können. „Pseudo Genius“ setzt das fort, was „Triple Threat“ begonnen hat, und „Bad Addiction“ hält das Tempo hoch und überzeugt mit einer Mischung aus energiegeladenem Rock und tollem Gespür für Melodien, wer hier an Hardcore Superstar denkt, dürfte nicht gänzlich falsch liegen.

„Porridge Head“ (da würde mich mal die Inspiration zum Titel interessieren) nimmt sich ein klein wenig zurück, wenngleich die Nummer wie gehabt nicht nur amtlich rockt, sondern abermals mit einem phantastischen Chorus aufwartet. Das beschwingte „Whatcha Gonna Do“ geht mühelos als passende Beschallung für die nächste feucht-fröhlich-laute Party durch, und wer beim mitreißenden Schlusstrack „Cashed Out“ mit seinen „Whoa-Oh-Oh“ Gesängen keinen Ohrwurm bekommt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

„All Hail Hypocrisy“ ist unterm Strich ein großartiges Album, das wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass die Schweden völlig zurecht zur Speerspitze ihres Genres gezählt werden müssen. Und das ohne Wenn und Aber.

Von mir gibt es 9 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. Beating In My Chest
  2. Living Out Of Line
  3. All Hail Hypocrisy
  4. Triple Threat
  5. Wasteland
  6. When Eden Burns
  7. Pseudo Genius
  8. Bad Addiction
  9. Porridge Head
  10. Whatcha Gonna Do
  11. Cashed Out

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