
© Sundrowned
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Sundrowned
Album: Higanbana
Genre: Post Black Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 26.09.2025
Mit den größten Vorschusslorbeeren gehen die Herren von Sundrowned in ihr zweites musikalisches Abenteuer. Dem Debüt wurde nachgesagt, die Grenzen des Post Metal neu verschoben zu haben und dabei mit Black-Metal-Elementen eine stimmungsvolle, düster-melancholische Melange geschaffen zu haben.
Lauscht man nun den Klängen des Nachfolgers, fällt es allerdings schwer, all die Lobeshymnen wirklich nachzuvollziehen. Ja, die Band verkörpert den Prototyp des post-metallischen, atmosphärischen Stoffes, spielt elegant mit Stimmungen und nutzt schwarzmetallische Facetten, wenn die Songs sich ausbreiten und in epische Soundscapes wachsen. Doch allzu schnell läuft „Higanbana“ in eine Einbahnstraße aus sich wiederholenden Arrangements, monotonem Gebrüll und klar erkennbaren Mustern. Hat man das Grundprinzip einmal durchschaut, verliert die Platte zunehmend an Reiz.
Sundrowned wurden oft als Mischung aus Alcest und Cult Of Luna beschrieben. Und auf dem Papier trifft das auch zu. Nur bleibt das Intensitätslevel deutlich hinter den genannten Vorbildern zurück. Der sphärische Aufbau aller Songs besitzt ohne Frage Atmosphäre und emotionale Tiefe, die dezenten Keyboards und akustischen Passagen wirken anfangs fesselnd. Doch das alles wiederholt sich zu häufig nach demselben Strickmuster, bis sich eine gewisse Eintönigkeit einstellt.
Einzeln betrachtet funktionieren die Stücke stark, jedes für sich ist atmosphärisch dicht, emotional und mitunter erhaben. In der Gesamtheit jedoch wirkt „Higanbana“ zu konstruiert, zu sehr auf vertraute Bausteine fixiert und letztlich zu berechenbar, um die Intensität über die volle Spielzeit zu tragen. Damit ziehen sich die Norweger am Ende selbst den Stecker.
Fazit: „Higanbana“ ist ein stark produziertes, emotionales Album, das in Momenten wirklich berührt, aber zu oft auf bekannten Wegen wandelt. Die Ambitionen sind groß, das Endergebnis solide, aber kein Meilenstein. Für mich ist es eine 6,5 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Barren
02 The Seed
03 Primrose
04 Illex
05 Wisteria
06 Higanbana
07 Jacobs Ladder
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