
© Static Dress
Geschrieben von Tim Braff
Band: Static Dress
Album: Injury Episode
Genre: Post-Hardcore, Metalcore, Alternative Rock
Plattenfirma: Sumerian Records
Veröffentlichung: 29.05.2026
Die englische Core-Band Static Dress aus Leeds hat zuletzt für Presse gesorgt, indem sie aufgrund eines familiären Notfalls ihre Europakonzerte und ihren Slam Dunk-Auftritt abgesagt haben. Sehr schade, aber verständlich. Es hätte vor allem beim Slam Dunk Festival einen besonderen Auftritt geben können, da am gleichen Tag ihr neues Album „Injury Episode“ erschienen ist; es wäre also quasi eine Art Release-Show geworden.
Hätte Hätte Fahrradkette! Mit „Injury Episode“ hat Static Dress jedenfalls ihr 2. Studioalbum veröffentlicht. Stilistisch bewegen sie sich immer noch in ihren vertrauten Gefilden irgendwo zwischen Modernem Metalcore mit Gaze-artigen Akzenten und Post-Hardcore bzw. Alternative Rock. Was vor allem auffällt, ist, dass Static Dress sowohl harte Momente als auch Eingängigkeit auf ihr Album bringt. Daher hat das Album definitiv eine breite Zielgruppe. Vielleicht wird nicht jeder Hörer jeden Song mögen, aber einzelne Ausschnitte/Songs werden dann doch ansprechend sein. Mir kommt das entgegen, da ich sowohl Fan von hartem Core bin, als auch zugängliche Songs gerne höre.
Den größten Kontrast auf dem Album bildet dabei der harte Track „Nostalgia Kills“, der im Feature mit Underoath entstanden ist, und „…hospice“, der melancholischen Rock auf die Platte bringt. Dazwischen befindet sich ein kurzes Interlude, welches den Kontrast atmosphärisch nicht zu abrupt dahinstellt, aber der Unterschied ist nicht nicht spürbar. Die beiden genannten Tracks sind dennoch meine Favoriten der Platte. Welche Ironie es auch sein mag, dass die beiden Songs kaum unterschiedlicher sein könnten, aber das ist auch ein Qualitätsmerkmal der Band, dass sie auf beide Arten – zumindest mich – überzeugen können. Einen weiteren so großen Kontrast bilden auch „Classic.Death.Pose“ und „Adult Diamond“, wo Kompromisslosigkeit durch eine Halb-Ballade aufgebrochen wird.
Das Album zeichnet sich des Weiteren durch eine für mich gute Gitarrenarbeit aus. Vor allem das Intro von „dull blade disguise“ möchte ich hier hervorheben, da es sowohl den Groove als auch die treibende Wirkung des Albums darstellt. Diese Stelle steht quasi stellvertretend für „Injury Episode“ in der Hinsicht. Ein weiteres Lob bekommt von mir auch „Male-bomb“, der mit seiner Härte, die insbesondere durch das Zusammenspiel aus harten Vocals und rauer Gitarre mich permanent zum Headbangen veranlasst hat. Solche Songs sind keine bahnbrechenden Experimente, sondern funktionieren garantiert.
Ein (kleiner) Kritikpunkt ist für mich die Produktion der Vocals. Die Vocals an sich sind in harten Momenten passend und authentisch und auch die cleanen Stellen sind harmonisch. Da aber regelmäßig viel mit dem Computer an den Vocals gearbeitet wurde mit verschiedenen Effekten und anderen Spielereien, erinnert mich der Gesang an Shoegaze a la Chino Moreno von Deftones, wovon ich nicht ganz der Fan bin. Ich finde den Gesang nicht schlecht, mag aber dezentere Bearbeitung an den Vocals einfach mehr, da dann mehr eigene Identität zum Vorschein kommt. Daher mag ich auf dieser Platte eher die Momente, wo „roh“ die Vocals auf den Song präsentiert werden.
Fazit: Static Dress bringt auf ihrem 2. Studioalbum „Injury Episode“ ein Album, was sowohl harte als auch melodische Songs hat, die zu überzeugen wissen. Die Stimmeffekte sind nicht unbedingt meins, aber sie kommen auch nicht permanent vor. Insgesamt ist das ein solides Album, was durchaus in der Szene bestehen kann.
7 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 lose the rain
02 questioning
03 Pharmacy Film
04 Adapter
05 Nostalgia Kills
06 this farewell is a…
07 …hospice
08 lip critic
09 Male-bomb
10 dull bladedisguise
11 Classic.Death.Pose
12 Adult Diamond
13 human props
14 not a lesson to be endured, but one to grow from…
15 Treading
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