
© Soultrace
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Soultrace
Album: Ghost Of Liberty
Genre: Melodic Heavy Metal / Hard Rock
Plattenfirma: SM Noise Records
Veröffentlichung: 18.09.2025
Soultrace , eine 2023 gegründete Melodic Heavy Metal Band aus Baden-Württemberg, knüpfen hier nicht einfach an ihr starkes Debüt „Born Again“ an. Mit „Ghost Of Liberty“ ziehen das Ganze so charmant und locker weiter, dass man sich fragt, ob im Schwabenland heimlich ein Kreativbrunnen sprudelt.
Schon der erste Eindruck sitzt. Der Sound ist erneut glasklar, ehrlich und ohne Firlefanz. Andy Susemihl hat der Band im Studio einen Mix gezimmert, der jede Feinheit trägt, ohne aufgeblasen zu wirken. Die Gitarren, und das überrascht hier wirklich niemand, glänzen mit dieser typischen Susemihl-Mischung aus Gefühl, Virtuosität und einem Hauch „Ach komm, dat kann doch nich’ so leicht wirken, oder?“. Mal akustisch verträumt, mal neoklassisch flitzend, mal als simple Hook zum Mitsummen. Der Mann hat’s einfach drauf.
Stefan Fronk setzt obendrauf noch eine Gesangsperformance, die angenehm aus der Power-Metal-Normreihe fällt. Keine übertriebenen Heldentenöte, kein Plastik-Bombast, stattdessen Charakter. Vieles hat kleine rhythmische Ecken und Kanten und ein Ausdruck, der den Songs wirklich dient. Besonders in Refrains wie „Heaven Or Hell“ wird klar, wie viel eigene Note hier drinsteckt. Der heimliche Star des Albums ist allerdings für mich „Seasons In The Darkness“. Halb balladesk, halb rockig, aber voll Herzblut. Akustikgitarren, die wie aus einem Achtziger-AOR-Traum stammen, ein Solo mit Alternativschliff und eine Hook, die einen sofort einfängt. Das Ding wirkt so mühelos, als wäre es Soultrace einfach aus der Tasche gefallen.
Zwischendurch zieht die Band dann auch mal härter an. „Wicked World“ und das Titelstück bringen Power-Metal-Drive und flüssige Rhythmik, während „Pray For Me“ in eine dunklere, schwerere Richtung marschiert. Fast schon ein kleiner Gruß an Rage. Diese abwechslungsreichen Stimmungen machen „Ghost Of Liberty“ so rund. Man merkt, die Jungs wollen nicht irgendwelche Klischees bedienen, sondern ihren eigenen Platz im Genre ausfüllen. Das machen sie mit Erfolg, und mit deutlichem Spaß!
Am Ende bleibt ein Album, das sich warm ins Ohr legt, ohne anbiedernd zu sein. Ein Zweitling, der selbstbewusst ausbaut, was „Born Again“ angedeutet hat, und Soultrace eine kleine, aber fein ausgearbeitete Nische verschafft. Nur ein kleiner Wermutstropfen. Der ikonische Clown vom Debüt hätte als wiederkehrende Mascot-Figur richtig Charme gehabt. Aber gut, Künstler haben halt ihren eigenen Kopf.
Zusammenfassend ist alles stark, vielseitig, mit einer eigenen Duftmarke. Und genau das macht „Ghost Of Liberty“ so wertvoll. Auf einer Punkteskala zwischen 1 bis 10, vergebe ich 8 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Wicked World
02 Calm B4 the Storm
03 Hellalujah
04 Bringer of Pain
05 Thunder and Lightning
06 Seasons in the Darkness
07 Ghost of Liberty
08 Heaven or Hell
09 Pray for Me
10 Shepherd of the Damned
11 Soul Robbers
12 Old World
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