Solemnity – Opus Barbaricum

© Solemnity

 

Geschrieben von: Bernd Kröninger   
Band: Solemnity  
Album: Opus Barbaricum 
Genre: Heavy Metal 
Plattenfirma: Independent  
Veröffentlichung: 15.05.2026  

 

Kurz vor der Jahrtausendwende gründete sich in Augsburg die Formation „Solemnity“. Scheinbar hatte man schon genug Material in der Schublade, denn im selben Jahr erschien ihr Debut „Live Assasins“ als „Live – Album“. Anhand ihrer Alben z.B. „Reign in Hell“ (2002), „King of Dreams“ (2003), oder „Lords of the Damned“ (2008) darf man schon darauf schließen, dass es hoch hergeht. Horror und Battles sind die bevorzugten Themen der Songs. Mehrfache Wechsel bis 2018 an der Gitarre (u.a. Frank Pané), und den Drums (Jürgen „The Butcher“) waren kein Hindernis die Band 2025 wieder aufleben zu lassen. Stürzen wir uns also in dieses „Barbarische Werk“.

Einen rauschenden harten und genialen Opener liefert „Nightmares from the Neighbourhood“ ab. Temporeich, gnadenlos guter Gesang mit treibenden Drums, riffigen Gitarrenklängen lassen die „Albträume der Nachbarschaft“ lebendig werden. Ausgezeichnet! Einen verdammt epischen Beginn verdanken wir „The last Ghostrider“. Und so wie es textlich heißt:„the ghostrider is heading down the street with flames in his heart“..„temperature`s higher the devils in race“, so brennt der Song durch die Rille. Macht durch das Solo den Speed hörbar.

Mit einem wahnsinnigen Scream, coolen Backing Vocals empfängt uns „Meat Evil Steal“. Was ein Titel. Ein musikalischer Rat seinem Nachbarn das Fleisch zu stehlen. Rhythmisch, rasende Attacken, die mit Chorus Einlagen ein schon Opernhaftes Flair erlangen. Das Imperium des Untergrunds („Empire in the Underground“) bringt knallharten, kompromisslosen Heavy Metal. Drums wie Maschinengewehrsalven, magische Hände an den Saiten, und diese markante Voice machen den Song zum Headbanger.

„Escape from the Matrix“ ist ein eingängiger Song, der zum Nachdenken anregt. Eine melodische Auflehnung gegen das System (..„it`s a game in disguise“..„reality is not real“..„open up your eyes“). Wie ich finde, ein aktueller Text. Was anderes als eine gefühlvolle Ballade kann man bei dem Titel „Freya“ erwarten? Romantische Mythologie mit dramatisch klingender Voice in Noten verpackt. Da möchte sich „The Sleeper“ gerne einreihen. Stimmgewaltig und mit melancholischem Piano ein Meisterwerk.

„Witch wit the Bow“, „We will shine“ und „Storm of Steel“ bestechen durch martialische Rhythmen, die einen höllischen Treibstoff in sich tragen. Bombastisch, martialisch rammt sich der Rhythmus von „Drums of War (Resistance)“ in den Gehörgang. Was auch an den Backing Vocals, den kurzen balladesken Sequenzen, sowie an den ab Minute 3:18 (bis 3:30) einsetzenden femininen Vocals liegen mag. Ein epischer Song!

Lasst mich noch den mehrfach „geschiedenen“ Ehemann Heinrich VIII. erwähnen. Ja hätte er mal den richtigen Weg zu einer glücklichen Ehe gefunden. „The Way to a fortunate Wedding“ darf man ruhig als eine Persiflage auf den „König der Scheidungen“ ansehen. Klare Gesangsstruktur kombiniert mit ansprechender Rhythmik übertünchen die blutrünstige Regentschaft.  

Fazit: Wie sprechen hier wahrlich von einem „Opus Barbaricum“ (Barbarisches Werk). Warum? Diese Scheibe verbindet Horror, Mythologie und Dramaturgie miteinander. Und so passt es, das „The Sleeper“ (Gedicht von Edgar Allen Poe) hier seinen Platz findet. Relativ knapp bemessene Songs um die vier Minuten (Track 2, 6 und 8 über vier Minuten) lassen es an nichts fehlen. Eine heiße „Feierlichkeit“ („Solemnity“) wurde angekündigt, und sie wurde auch geliefert. „Sven the Axe“ verdient sich hiermit 9 von 10 Hellfire Punkten.

 

Tracklist:

01- Nightmares from the Neighbourhood
02- The last Ghostrider
03- Meat Evil Steal (A Barbecue Symphony in B Minor)
04- Empire in the Underground
05- Escape from the Matrix
06- Freya
07- Cheesecake
08- The Sleeper
09- Witch with the Bow
10- We will shine
11- Storm of Steel
12- The Dragon
13- Drums of War (Resistance)
14- Idiocracy
15- Gladiator
16- The Way to a fortunate Wedding (by Henry VIII)
17- Frozen in Time

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