Slaughter to Prevail – Grizzly

© Slaughter to Prevail

 

Geschrieben von: Tim Karow
Bamd: Slaughter to Prevail 
Album: Grizzly
Genre: Deathcore , Nu – Deathcore 
Plattenfirma: Sumerian Records 
Veröffentlichung  18.07.2025

 

„GRIZZLY“ ist ein Album der Russischen Deathcore Band Slaughter to Préveil, jedoch auch viel mehr .Es ist ein bewaffneter Aufstand, eine durchgeladene Faust in den Schädel aller, die Slaughter to Prevail bisher auf ihre virale Präsenz reduziert haben. Alex Terrible und seine Horde haben ein Werk vorgelegt, das sich zwischen nihilistischem Chaos, musikalischer Evolution und blanker Zerstörung bewegt. Eine heiße Platte die Chancen hat Album des Jahres zu werden.

Schon der Opener „Banditos“ markiert den Startpunkt eines audio-visuellen Feuersturms. Sirenenartige Synths, martialisches Drumming, eine Stimme wie geschmolzenes Eisen.

Direkt im Anschluss folgt „Russian Grizzly In America“, das sich als aggressive Hymne gegen die Regierung Russlands und dessen Doppelmoral lesen lässt. Es kracht, es brüllt, es beißt, eine klangliche Machtdemonstration mit maximalem Zerstörungswillen. 

Mit “Imdead” (feat. Ronnie Radke) folgt eine der größten Überraschungen. Der Wechsel zwischen poppigen Trap-Vibes und Slaughter-typischem Gutturalmassaker funktioniert unerwartet gut. Man kann den sehr kontroversen Frontmann Falling in Reverses aus guten Gründen nicht mögen, jedoch bringt Ronnie eine zerbrechliche Melodramatik ins Spiel, Alex kontert mit einer Vocalgewalt, die sich wie ein Kriegsschrei durch den Refrain fräst.

„Babayka“ arbeitet mit düsterem Folklore-Flair und erzählt von slawischem Okkultismus, zäh, drohend, unheilvoll. „Viking“ gibt sich tribal-aggressiv, ein Kriegstanz in musikalischer Form, während „Koschei“ die mythologische Schiene weiterführt und mit frostiger Atmosphäre und cineastischer Dichte überzeugt.

Dann folgt der beste Song der Platte. Das aufeinandertreffen zwischen Slaughter to Prevail und BABYMETAL.

„Song 3“ ist kein Kinderlied, sondern eine Kampfansage. Was Slaughter to Prevail hier mit den japanischen Metal-Idolen BABYMETAL abliefern, ist musikalisches Kamikaze, und einer der spannendsten Genrebrüche der letzten Jahre. Zunächst beginnt der Track mit einer fast schon irritierenden Leichtigkeit: BABYMETALs typische, glockenhelle Vocals eröffnen den Song über eine Synth-Fläche, die an J-Pop erinnert. Doch diese trügerische Fröhlichkeit ist nur Tarnung. Plötzlich bricht ein massives Riff herein, das alles niederschlägt, was sich an Struktur aufgebaut hat. Der Track wechselt abrupt zwischen süßlich-hypnotischem Refrain und blastbeat-geladenen Breakdowns, die wie Frontalangriffe wirken. Es ist, als würden zwei völlig verschiedene Welten miteinander kollidieren, und stattdessen eine dritte, eigene erschaffen. Der Clou liegt in der Dynamik. Während Alex Terrible in den Hintergrund gerückt ist, überzeugt er mit einem Level an Aggressionen, die sich an der Grenze zum Wahnsinn bewegen, singen die BABYMETAL-Stimmen im Refrain fast schon trotzig dagegen an , ein Wechselspiel aus Kontrast, Spannung und Auflösung. Der Mittelteil erinnert mit seinen Maschinenbeats und hektischen Tempowechseln eher an Cybergrind als an klassischen Deathcore, bevor der Breakdown alles zusammenstampft. Die Himmlischen Stimmen der Japanischen Mädchen im Kontrast zu Alex Terrbiles Tiefen Gutturals ist beeindruckend, wobei man auch Momometal beneiden muss für ihre Leistung. Ihre Stimme ist nicht zu unterschätzen! Und genau deshalb ist er das Herzstück von „GRIZZLY“.

Spätestens bei „Lift That Shit“ wird klar, dass Slaughter to Prevail inzwischen keine reinen Deathcore-Puristen mehr sind. Die Breakdowns sind hier fast schon Trap-inspiriert, der Groove dominiert, und man spürt, dass das Album auf Live-Explosionen hin produziert wurde.

„Behelit“ bedient wieder den blasphemischen Horror, „Rodina“ bringt eine fast schon nostalgische, cineastisch aufgeladene Note, bis „Conflict“, „Kid Of Darkness“ und das dystopische „1984“ das Album in einem brennenden, cyberpunkigen Mahlstrom beenden.

GRIZZLY ist das Manifest einer Band, die sich gerade noch so einordnen lässt, und das auch nicht mehr will. Slaughter to Prevail setzen auf maximale Zerstörung, gepaart mit überraschender Innovation, klarer politischer Note und einem Sound, der internationaler klingt als je zuvor. Wer bei „Imdead“ nicht ausrastet, hat die Core-Dystopie nicht verdient. Meine Anspieltipps: Imdead, Song 3, Koschei, sowie Rodina

Die Russische Deathcore Band Slaughter to Prevail haben sich 10 von 10 Hellfire-Punkten verdient. Es beißt und lässt nie wieder los !

 

Tracklist

01 Banditos
02 Russian Grizzly In America
03 Imdead (feat. Ronnie Radke)
04 Babayka
05 Viking
06 Koschei
07 Song 3 (feat. BABYMETAL)
08 Lift That Shit
09 Behelit
10 Rodina
11 Conflict
12 Kid Of Darkness
13 1984

 

Mehr Infos:

Instagram
Facebook

 

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.