
© SiM
Geschrieben von Tim Braff
Band: SiM
Album: Hooman After All
Genre: Alternative Metal, J-Metal, Nu-Metal
Plattenfirma: UNFD
Veröffentlichung: 02.09.2026
Kaum eine Band hat je einen einzigartigeren Sound geschaffen als SiM. Silence iz Mine – dafür steht SiM – ist eine Metalband aus Japan, die vor allem in den letzten Jahren einen gewaltigen Hype aufgrund ihres Soundtrack-Beitrags für den gigantischen Anime Attack On Titan mit „The Rumbling“ und „Under The Tree“ erlebt haben. Neben ihren ständigen Beiträgen zu Animes und Videospiel-Soundtracks, die ihnen auch schon einige Auszeichnungen eingebracht haben, verbindet die Band in ihrem Sound Alternative Metal, Metalcore, Nu-Metal, Ska, Reggae, Punk und auch J-Metal-Einflüsse; letzteres auch manchmal mit japanischem Gesang. Einen solchen Sound kennt man in der Metalwelt nur von ihnen.
„HHOOMAN AFTER ALL“ knüpft genau an ihren einzigartigen Sound an.
Direkt der Opener gefällt mir richtig gut. „FiVE TiMES DEAD (by my wallet)“ zeigt sich als eingängig, kombiniert aber ordentlich Härte mit eben dieser Eingängigkeit, wodurch dieser für mich auch der stärkste Song der Platte ist. „Hooman After All“ findet so einen Einstieg, der einen Löffel von allen Komponenten besitzt, die man für einen erfolgreichen Einstand braucht. Dazu befindet sich auch mit der Zeile: „DEAD! DE- DE- DEAD! DEAD! FIVE TIMES DEAD!“ einer der geilsten Ausrufe des Jahres 2026 auf der Platte.
Nach dem erwähnenswerten Intro in die Platte lässt SiM nicht nach und lässt einen Song nach dem anderen folgen, der jeweils sehr einzigartig aufgebaut ist. Sowas gefällt mir grundsätzlich gut, weil kaum bis gar keine Gefahr besteht, dass ein Album langweilig werden könnte. Das hat SiM definitiv geschafft.
Markant war auf einigen Tracks der Reggae-artige Gesang, der gut mit ihren Core-Anleihen, ihrem Punk-Tempo und den sonstigen Elementen verschmolzen ist. Auf dem Nu-Metal-artigen Song „BLACK SUBMARiNE“ hört man die gelungene Kombination exemplarisch.
Sie schaffen es zudem, jedes Mal den Song mit starken Elementen zu arrangieren, sei es durch Klatschen oder Gruppengesang, die den einzelnen Tracks jeweils das gewisse Etwas verleihen. Dieses System so konstant aufrechtzuerhalten, finde ich sehr stark.
Einzigartige Momente auf der Platte bilden „Karen’s Son“ und „The Sniffing Cats Ska“. „Karen’s Son“ weist hierbei deutliche Pop-Punk-Anleihen auf, was ich sehr unterhaltsam finde. Dazu wurde es auch nicht ironisch gestaltet, sondern passt perfekt zum Song und erst recht auf „HOOMAN AFTER ALL“. „The Sniffing Cats Ska“ präsentiert, wie der Name schon sagt, die Ska-Elemente ihres Sounds. Mit Trompeten, einem deutlichen Drang nach vorne und verspielten Instrumenten entsteht auf diesem Song eines von vielen Highlights der Platte. Insbesondere in der Hinsicht, dass man beim Hören Spaß hat, reißt „The Sniffing Cats Ska“ gut ab.
Besagter Song ist ebenfalls eines von drei Features auf dem Album, die allesamt gut passen und den Songs gute Akzente verleihen. Das umfasst Hey-Smith auf „The Sniffing Cats Ska“, Hanabie. bei „BLiNDEYES“ und auch Masato von Coldrain auf „ZiON“.
Bei japanischen Metalbands kann es Fluch und Segen sein, wenn diese japanischen Gesang verwenden. Durch eine stilistische Überschneidung können schnell einige Songs dieser Bands zu sehr nach Anime-Opening klingen bzw. ziemlich schnell damit assoziiert werden. Das ist allerdings Geschmackssache, ob es einem gefällt. Ich bin davon ein Fan, wenn die Songs trotzdem abreißen. SiM hat es grandios gestaltet, dass der J-Metal-Anteil zwar eine gewisse Anime-Affinität hat, vor allem ist „Freeze Me Up“ auf dem neuen Anime Black Torch zu hören, aber weitaus mehr eigenen Charakter aufweist als das klischeehafte Anime-Opening, was manchmal stilistisch sehr ähnlich zu anderen Openings ist. J-Metal und insbesondere SiM auf Animes zu reduzieren, ist deshalb meiner Meinung nach ungerecht.
Fazit: SiM hat mit „HOOMAN AFTER ALL“ ein Album veröffentlicht, was ich von der ersten bis zur letzten Sekunde vollständig genossen habe. Das Album hat nämlich viel Energie, einen hohen Unterhaltsfaktor und abwechslungsreiche Songs, wodurch Langeweile überhaupt keine Rolle spielen konnte. Die Japaner haben damit (hoffentlich nicht nur für mich) bewiesen, dass sie weitaus mehr zu bieten haben als Soundtrack-Beiträge. „HOOMAN AFTER ALL“ ist für mich ein wirklich starkes Album.
10 von 10 Hellfire-Punkten!
Trackliste:
01 FiVE TiMES DEAD (by my wallet)
02 BLiNDEYES
03 DALALA
04 HOLD MY BEER
05 Karen’s Son
06 The Sniffing Cats Ska
07 HOOMAN AFTER ALL
08 GHOST iN TOKYO
09 ZiON
10 BLACK SUBMARiNE
11 FREEZE ME UP
12 Sailing On
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