
© Seasons in Black
Geschrieben von Marco Gräff
Band: Seasons in Black
Album: Anthropocene
Genre: Death / Doom / Heavy Metal (Doomcore)
Plattenfirma: Apostasy Records
Veröffentlichung: 04.07.2025
1996 wird als Jahr der Bandgründung der bayrischen Band SEASONS IN BLACK genannt. Wirklich fleißig war die Band in knapp 30 Jahren nicht, gemessen am Album Output. ANTHROPOCENE ist jetzt mal gerade das dritte Album, das erste seit zwölf Jahren. Was auch am eigentlichen Job von Sänger und Bassist Ludwig ‚Lucky‘ Maurer liegen mag.
Jener ist Rinderzüchter und (Fernseh-) Koch, Gastronom. Gerne auch als „Fleischpapst“ tituliert. Wahrscheinlich kennen ihn mehr Leute durch seine TV Präsenz als durch die Tatsache, dass er Sänger einer Metal Band ist. Bei mir war es lange ähnlich. Gestartet haben SEASONS IN BLACK als Black Metal Band, mittlerweile ist davon nichts mehr übrig. Viel mehr spielen die Bayern nach eigener Aussage eine „packende Melange aus Gothic, Hardcore und einer gehörigen Portion Groove: dem Doomcore„.
Das klingt dann in etwa nach langsam gespieltem, schleppenden Death Metal mit ordentlich Groove. Die hin und wieder eingesetzten Keyboard- und Klavierklänge erzeugen dann so etwas wie Mid-90er Gothic Metal Stimmung. Sänger Maurer setzt größtenteils auf tiefe Growls. Ob er auch für die wenigen Clean Vocals verantwortlich ist, mag ich nicht wirklich beurteilen zu könne. Nur so viel sei gesagt, die Growls klingen besser.
Das Album startet vielversprechend. World wide venom und Seasons in Black sind stark, wenn ihr ihrer Art und Weise auch etwas ähnlich. Starke Bänger, bei denen man mitgröhlen und das Haupt im Takt mitnicken möchte. Im Grunde geht es in der Art weiter. Die Songs bewegen sich meist im Mid-Tempo Bereich, der Gesang variiert hier und da. Melodische Refrains brechen die schleppende, gerne auch mal in die Sludge Ecke driftende Atmo auf.
Dann gibt es ja noch die Cover Version der 94er ‚Stiltskin‘-Nummer Inside. Unterstützt durch zwei ‚In Extremo‘ Musikanten. Ich sag mal so, ich bevorzuge das Original. Besser klappt das dann wieder mit den Songs der zweiten Albumhälfte. Blacksite und das fast epische Forsaken wissen zu gefallen.
Insgesamt tut sich ANTHROPOCENE schwer, dem Hörer auf Anhieb zu gefallen. Es mag ja alles homogen wirken und klingen, aber das ist dann auch die Krux an der Geschichte. Am Ende klingen SEASONS OF BLACK auf ihrer dritten Platte zu eintönig. Sicher gut, aber mir fehlt an mancher Stelle dieser Aha-Effekt, ein echter Wachmacher. Das Zeug dazu hat die Band sicherlich.
von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten
Tracks:
01 – World wide venom
02 – Seasons in black
03 – You get what you give
04 – Yellow sky
05 – Inside (Stiltskin Cover)
06 – Blacksite
07 – Fatal fallout
08 – Hell again
09 – Forsaken
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