Schwarze Messe in der Karwoche! Behemoth, Satyricon und Rotting Christ zelebrieren die schwarze Kunst im Schlachthof Wiesbaden

Behemoth live @ Schlachthof Wiesbaden // 16.04.2025 © by Da Noize Pics n Arts

 

Geschrieben von Marco Gräff // Fotos by Marcus Bernarding – Da Noize Pics n Arts

Schlachthof Wiesbaden // 16.04.2025. Angekündigt als die „Unheilige Dreifaltigkeit“ (Unholy Trinity), machten sich Anfang April die Bands BEHEMOTH (Polen), SATYRICON (Norwegen) und ROTTING CHRIST (Griechenland) Anfang April auf den Weg, ausgewählte Locations quer durch Europa in ihren Bann zu ziehen. Nominell schon mal ein echt geiles Package, dem man als Fan der schwarzen Musikkunst eigentlich nicht widerstehen sollte.

Am frühen Abend dieses Mittwochs vor Ostern pilgerten hunderte Black Metal Anhänger in Hessens Landeshauptstadt, um dem Event beizuwohnen, Der Andrang war sehr groß, selten habe ich eine so lange Schlange vor der Einlasskontrolle gesehen wie an dem Tag. Die Zeit vom Einlass bis zum Konzertbeginn betrug gerad mal eine halbe Stunde, was dann auch dazu führte, dass beim Beginn von ROTTING CHRIST natürlich noch längst nicht alle Gäste anwesend waren. Zudem begannen die Griechen gute fünf Minuten vor der Zeit.

Was allerdings dann in den nächsten 45 Minuten im Schlachthof abging, war aller Ehren wert. Für mich war die (mittlerweile) Dark Metal Band der klare Gewinner an diesem Abend. Eine perfekte Vorstellung an dunklen, epischen Hymnen, zeitweise einer dunklen, rituellen Messe gleich. Können ROTTING CHRIST auch aus dem Vollen schöpfen, gehörte dem 2013er Album „Kata ton daimona eaytoy“ mit vier Tracks die meiste Aufmerksamkeit. Viele und dankbare Ansagen ans Publikum honorierten diese mit Mosh und Circle Pits. Ein grandioses, mitreißendes Konzert fand nach 45 Minuten mit „Grandis Spiritus Diavolos“ zumindest für mich ein viel zu frühes Ende.

In der anwesenden Fan Gunst hatten die folgenden SATYRICON gegenüber den Griechen klar die Nase vorn. Klar, es war mittlerweile richtig voll (wenn auch nicht ausverkauft), aber der Empfang der Norweger war deutlich frenetischer als bei der Band zuvor. Und auch die Stimmung wurde schon mit dem ersten Lied deutlich schwärzer. Ihre Mischung aus klassischem Black Metal und anderen, experimentellen Stilen kam super im Schlachthof an, die Fans zeigten sich textsicher. Zuweilen legte sich Sänger Satyr auch die Gitarre um, um dann als dritter Gitarrist auf der Bühne zu agieren. Mein Highlight war hier klar die Darbietung des extra als „Trve Norwegian Black Metal“ angekündigten Übersongs „Mother North“! Mit „K.I.N.G.“ vom Album „Now, Diabolical“ war dann nach einer Stunde Schluss. Ich war überrascht, wie großartig SATYRICON hier abgeliefert haben. Thumbs up!

Nach einer halbstündigen Umbauphase hinter einem Vorhang, man es ist bei BEHEMOTH mittlerweile gewohnt, begann ein Intro mit zugehörigem Video, welches auf den Vorhang projiziert wurde. Als dieser fiel, wurde das ganze Ausmaß der Bühne sichtbar. In der Mitte thronte auf einem Sockel Drummer ‚Inferno‘, der schon wie ein Berzerker zu „The shadow elite“ das Drum Kit quälte. Links und rechts erhoben sich zwei eher unspektakuläre Türme, die im Laufe der Show immer wieder mal von ‚Orion‘ (Bass) und ‚Seth‘ (Gitarre) erklommen wurden. Aber auch Fronter ‚Nergal‘ war hin und wieder dort oben zu sehen.

Mit dem zweiten Song „Ora pro nobis Lucifer“ hielt dann auch die Pyrotechnik Einzug. Wie zu erwarten geizten die Polen nicht mit der Feuershow, „Grandis Spiritus“ lag immer wieder in der Luft. Und in den ersten Reihen dürfte es gut warm gewesen sein. Die Setlist selbst war keine Überraschung, abgesehen vom neuesten Track „Luciferaeon“, der in Wiesbaden seine Live Premiere gab. Ansonsten bekam man das, was man auf den letzten Touren auch schon hören zu sehen konnte. Mit einer Ausnahme von „Cursed Angel of doom“, den Nergal als ältesten BEHEMOTH Song ankündigte. „Wolves ov Sibiria“ wurde seltsamerweise hinter dem erneuten Vorhang gespielt. Zum Abschluss gab es „Chant for Eschaton 2000“ und „O father, o Satan, o sun“.

Was mir an der perfekt inszenierten Show nicht ganz so gefiel, der Sound war etwas übersteuert und Nergal sah sich oft genötigt auf die Bühne zu spuken. Gehört wohl zum Bad Ass Image. Nach 80 Minuten war dann auch hier Schluss. Musikalisch boten BEHEMOTH meiner Ansicht nach nur die drittbeste Performance, Show technisch allerdings war das aller erste Sahne! Hat sich gelohnt, der Abend!

 

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