Saviourself – Hard Launch

© Saviourself

 

Geschrieben von Tim Braff
Band: Saviourself
EP: Hard Launch
Genre: Metalcore, Deathcore, Nu-Metal
Plattenfirma: Corrupted Blood Records
Veröffentlichung: 04.09.2026

 

Wenn Musik dich von Sekunde 1 erschlägt, hat man den richtigen Metal gefunden. Da mir sowas gefällt und ich mich gerne von Musik verprügeln lasse, kann ich nur sagen:

Wow! Saviourself, ihr habt einen richtig überraschenden und umhauenden Einstieg geschaffen. Der Einstieg in ihre neue EP „HARD LAUNCH“ erfolgt mit „the grind“ abrupt und haut einem sofort einen Breakdown mit heftigen Screams um die Ohren. Da musste ich beim ersten Hören kurz einmal pausieren, um zu verarbeiten, was ich da vernommen habe. Einen geileren EP-Einstieg habe ich bislang noch nicht gehört.

„the grind“ arbeitet auch nach dem Einstieg mit starken, extremen Vocals und sieht auch gar nicht vor, eine Ruhepause zu präsentieren. Zum aggressiven Beginn folgen später ergänzend melodische Elemente, die eine angenehme Atmosphäre um den Song herum erzeugen. Mir gefällt, wie der Song und insbesondere die Gitarre mit verschiedenen Rhythmen und Schnelligkeiten spielt. Sowohl Hooks als auch Breakdowns treiben dadurch den Song weiter an und laden sehr zum Headbangen ein. Generell haut dieser Song massenweise Parts hintereinander raus, die in manchen Alben/EPs insgesamt der Anzahl aller Breakdowns entsprechen würden und hier umfasst das gerade einmal einen einzigen Song. „the grind“ ist schlichtweg ein purer Abriss.

Fließend mit einem HipHop-Beat geht es in „ragebait“ über. Das Intro gibt mir einen Vibe von modernem Nu-Metal und zeigt so eine andere Facette der Band zum bisher eher Core-artigen Sound der EP. Zwischendurch findet man aber auf diesem Track dann doch wieder den erwähnten Core und vor allem in Form von Abriss und Breakdowns. Hier gefällt mir vor allem das Arrangement. Auch dieser ist Eskalation in Reinform, hat aber eine sehr charakteristische Soundstruktur, die sich vom sonstigen typischen Einheitsbrei gekonnt unterscheidet. Ich bin insbesondere angetan vom wiederkehrenden Intro-Beat, welches dem Song das gewisse Etwas verleiht.

Vor allem bei „ragebait“ merke ich, wie unterschätzt Saviourself in der deutschen Metal-Szene ist. Während sich die meisten Bands in eine leicht poppigere Metal-Richtung entwickeln und quasi fast identische Strukturen aufweisen, bringt Saviourself meiner Meinung nach frischem Wind in ihre Nische. Bands, die ihr Ding machen, gefallen mir meistens sowieso. Das zeigt „ragebait“ exemplarisch und daher ist dieser Track für meinen Geschmack auch sehr gut gelungen.

„stray dogs“ knüpft am Abriss-Charakter der bisherigen EP instrumentalisch an und lässt keinen Spielraum für den Gedanken eines Nachlassens dieser EP. Hier findet man einen leicht elektronischen Charakter in den einzelnen Details, der dem Song feine Noten verpasst. Mir gefällt hier der clean-gesungene Refrain, der sehr eingängig ist. Das harmoniert gut mit den sonst gescreamten Vocals der EP. Auch die Komponente, dass ein kleiner ruhiger Part kurz das Tempo rausnimmt, bevor es wieder in den eingängigen Refrain geht, gefällt mir sehr gut. „stray dogs“ ist mein Favorit der EP.

Der Closer „CRSHR“ crusht auf jeden Fall! Mit einer Gitarrenarbeit, die Headbangen garantiert, heftigen Vocals und ordentlich Energie im Song wird beim Hören spätestens jetzt klar, dass „HARD LAUNCH“ keine EP, sondern eine Ansage ist. „CRSHR“ lässt kein bisschen nach und hält das hohe qualitative Niveau der EP meines Erachtens bis zum Ende aufrecht. Vor allem als Closer macht dieser alles richtig. Mit einem Krachen verabschiedet sich also „HARD LAUNCH“ und „CRSHR“ zeigt mir dabei, dass ich mich auf die Zukunft der Band freuen kann.

Fazit: „HARD LAUNCH“ hat mich nicht nur überrascht, sondern meine neue Messlatte für modernen Core gebildet. Releases dieser Nische sollen mich in Frische, Abriss und Kreativität abholen und dahingehend ist Saviourself für mich das 2026er Nonplusultra. Ich habe viele gute Alben etc. in 2026 gehört, aber in Sachen Songstrukturen hat mich keine Band so sehr umgehauen wie Saviourself. Ich bin sehr gespannt, was die Band in Zukunft noch bringen wird; diese EP lässt mich einiges erhoffen.
Kurze Zusammenfassung: Abriss, Frische, nochmal Abriss und unterschätzt!
10 von 10 Hellfire-Punkten!

 

Tracklist:

01 the grind
02 ragebait
03 stray dogs
04 CRSHR

 

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