
© Sauerkraut
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Sauerkraut
Album: In Madness
Genre: Modern Nu Metal / Metalcore
Plattenfirma: WormHole Death
Veröffentlichung: 19.09.2025
Mit “In Madness” legen Sauerkraut am 19. September 2025 ein Werk vor, das sich kompromisslos den Schattenseiten des Menschseins widmet. Textlich ist das Album ein wütender wie nachdenklicher Rundumschlag gegen Krieg, gesellschaftlichen Stillstand und die inneren Dämonen, die jeder mit sich trägt. Musikalisch bewegt sich die Band souverän zwischen Nu Metal, Rap Metal, Crossover und vereinzelten Metalcore-Einschüben, eine Mischung, die vertraut wirkt, aber durch unkonventionelle Details wie den Einsatz von Bläsern oder Gastvocals aufhorchen lässt.
Schon der Einstieg mit „Symbol of Death“ ist ein klares Manifest gegen den Krieg, düster, eindringlich und mit einem finalen Knall, der sich tief ins Gedächtnis brennt. Epischer Höhepunkt des Albums ist „In Madness“, ein über siebenminütiger Koloss, der langsamen Groove mit progressiven Strukturen verbindet und im Mittelteil fast schon deathmetallische Schwere erreicht. In „He Is“ tauchen Sauerkraut tief in menschliche Abgründe ab und entwerfen mit der Metapher vom inneren Teufel, der letztlich das Göttliche in uns zerstört, ein Bild, das musikalisch ebenso beklemmend wie lyrisch wirkungsvoll umgesetzt ist. Gesellschaftskritik steckt auch in „Today’s Past“, das den endlosen Kreislauf eines konsumgetriebenen Alltags beleuchtet und stilistisch stark an Rap Metal und Crossover anknüpft. Mit „Silent Violence“ folgt ein weiterer Anti-Kriegs-Track, diesmal aggressiver und direkter, getragen von deutlichen Nu-Metal- und Metalcore-Anleihen. „Dark Mind“ befasst sich mit der Versuchung, die eigene Seele für materiellen Gewinn zu verkaufen, während „Anatomia“ als Abschluss noch einmal die Endlichkeit des Lebens und die Abhängigkeit vom eigenen Körper in den Vordergrund stellt. Letzterer Song glänzt zudem mit einem Gastauftritt des Rappers Boris, der den Mix aus Rap Metal und Nu Metal authentisch abrundet.
“In Madness” ist kein einfaches Album, sondern ein schwer verdauliches Stück moderner Metal-Kunst, das mit einer Mischung aus sozialem Kommentar, psychologischer Tiefe und musikalischer Härte überzeugt. Sauerkraut gelingt es, bekannte Genre-Versatzstücke mit einer eigenen Handschrift zu versehen und so ein Album vorzulegen, das ebenso unbequem wie fesselnd ist.
Ich vergebe 9 von 10 Hellfire-Punkten
Tracklist:
01 Symbol of Death
02 In Madness
03 He Is
04 Today’s Past
05 Silent Violence
06 Dark Mind
07 Anatomia (feat. Boris)
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