
© Sacred Leather
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Sacred Leather
Album: Keep The Fire Burning
Genre: Heavy- / Thrash Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 26.11.2025
Wenn ein Albumtitel schon so selbstbewusst daherkommt wie “Keep The Fire Burning”, darf man sich sicher sein:, hier wird kein falsches Spiel gespielt. Die Indiana-Metaller Sacred Leather knüpfen mit ihrem neuen Werk direkt an die goldene Ära des klassischen Heavy Metal an. Hier wirds rau, ehrlich, mit schimmernden Twin Leads und einem Herz, das in Stahl gegossen ist.
Nach dem eröffnenden Instrumental „Resurrection“ geht die Band ohne Umschweife in den Vollangriff über. „Spitfire At Night“ lässt die Trademarks der frühe Anthrax und Judas Priest erkennen, getragen von dieser ungestümen Turbin-vs.-Belladonna-Energie, die Sänger Dee Wrathchild mit einer Stimme zwischen Schmirgelpapier und Theatralik füttert. Die Twin-Gitarren von Owens und St. Michaels zünden Funken über donnernden Rhythmen, ein Einstieg, der sich wie eine Live-Explosion anfühlt. „Phantom Highway (Hell Is Comin’ Down)” schaltet dann noch einen Gang höher. Gitarrenduelle, Divebombs und halsbrecherische Leads wohin das Ohr hört. Man fühlt sich unweigerlich in eine nächtliche Verfolgungsjagd auf dem Highway to Hell versetzt, während „Wake Me Up“ die Dokken-Schule der 80er mit einem metallischen Fitnessprogramm versieht. Hier drückt Magnus Legrand am Bass ordentlich auf die Tube.
Nach dem hymnischen „Fallen Angel“, das mit Defenders Of Faith-Vibes kokettiert, gönnt man sich mit „Flatline“ ein kurzes, melancholisches Intermezzo, bevor „Tear Out My Heart“ mit seinem schweren Groove und einer fast schon Queensrÿche Theatralik überrascht. Die Nummer entwickelt sich zur emotionalen Ballade mit echter Substanz, auch wenn man an dieser Stelle kurz das Bedürfnis verspürt, wieder in die Raserei der Anfangsminuten einzutauchen. Dieses Verlangen wird prompt erfüllt: „Malevolent Eyes“ und „Keep The Fire Burning“ entfachen das Feuer erneut. Letzteres ist ein manifestierter Live-Hit, ein Speed-Metal-Ungetüm mit Chören, Pathos und dem Geist von Manowar in jeder Silbe. Wenn Wrathchild hier „Keep! The Fire! Burning!“ brüllt, will man instinktiv das Schwert heben.
Das Finale „Mistress Of The Sun“ bringt schließlich den dramatischen Schlusspunkt: kraftvoll, getragen, fast sakral in seiner Melodik, irgendwo zwischen Europe’s Frühphase und Savatage zur Edge Of Thorns-Zeit. Drummer Don Diamond brilliert hier mit wuchtiger, aber geschmackvoller Präzision, ein leises, würdiges Ausbrennen nach einem Feuerwerk aus purer Metal-Leidenschaft.
Zusammenfassend kann man sagen, das Sacred Leather mit “Keep The Fire Burning” bewiesen, dass klassischer Heavy Metal weit mehr ist als Nostalgie. Hier wird mit Liebe, Schweiß und einer gehörigen Portion Authentizität zelebriert, was dieses Genre einst so groß machte. Es ist ein Album für Headbanger mit Herz. Retro im besten Sinne, mit genug Power und Pathos, um selbst alte Recken wieder zum Fäuste-Recken zu bringen. Die Metaller aus den vereinigten Staaten bekommen von mir 9 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Resurrection
02 Spitfire At Night
03 Phantom Highways (Hell Is Comin‘ Down)
04 Wake Me Up
05 Fallen Angel
06 Flatline
07 Tear Out My Heart
08 Malevolent Eyes
09 Keep The Fire Burning
10 Mistress Of The Sun
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