Rome is Burning – Rome is burning

© Rome is Burning

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Rome is Burning
Album: Rome is Burning
Genre: Hard Rock / Alternative Rock / Grunge
Plattenfirma: -/-
Veröffentlichung: 01.09.2025

 

Bereits der Bandname ist ein Statement und Rome Is Burning, das gleichnamige Debüt der britischen Formation, liefert den passenden Soundtrack zu genau diesem Bild. Lodernd, gefährlich, explosiv. Was Gitarrist Chris Flanagan (Xilla) und Sänger Leigh Oates (u. a. Rise to Addiction, Order of Voices) mit ihrer neuen Band entfesseln, ist eine hochgradig fokussierte Melange aus riffgetriebenem Rock, Grunge-Attitüde und groovigem Alternative-Gestus. Dabei gelingt der Spagat zwischen Stadiontauglichkeit und Erdverbundenheit erstaunlich mühelos. 

Leigh Oates gibt sich gewohnt präsent, seine Stimme, irgendwo zwischen Cornell-Schmelz, Staley-Tragik und klassischer Hardrock-Schule, trägt die Songs mit einer Mischung aus Kontrolle und Verzweiflung. Die Gitarren von Flanagan sind massiv, oft fett verzerrt, dann wieder tanzbar angelegt. Bass und Drums liefern das passende Fundament: präzise, wuchtig, voller Bewegung. Besonders beeindruckend. Trotz aller Referenzen klingen Rome Is Burning nie wie ein Abziehbild, die Band hat eine klare Identität, selbst wenn sie tief in vertrauten Genres gräbt. Die Produktion verzichtet auf überflüssigen Schnickschnack. Es klingt roh, direkt, ehrlich wie ein Live-Mitschnitt mit Studio-Schliff. Das macht die Platte extrem zugänglich, gerade für Fans von echtem Gitarrenrock ohne Plastik.

Ein gewaltiger Auftakt macht „Under Attack“. Druckvolle Drums, ein Gitarrenriff mit Alarmwirkung, dazu Leigh Oates’ Stimme. Sie ist angespannt, energisch, auf Krawall gebürstet. Der Track kanalisiert Wut und Abwehr ein klares Statement gegen Stillstand und Apathie. Klassischer Album-Opener mit Punch. Direkt danach folgt „Real Easy“. Lässiger Groove trifft auf schmutzigen Hardrock. Der Song lebt von seinem schelmischen Unterton, fast schon eine moderne Version von 70s-Cocky-Rock. Der Refrain zündet sofort, während die Gitarren verspielte, leicht bluesige Licks einstreuen. Rock mit Attitüde. Dunkel, eindringlich, melancholisch.

„Single Crow“ ist nun an der Reihe! Der Track bricht den Drive der ersten Tracks auf und bringt Tiefgang. Inhaltlich introspektiv ein einsamer Vogel als Sinnbild für Isolation. Flanagans Gitarrenlinien schimmern hier besonders emotional durch. Highlight für Fans der nachdenklichen Töne. Der Titel ist Programm: „War“, ein marschartiger Beat, militante Riffs und ein Refrain, der sich in den Gehörgang hämmert. Der Song spielt mit Kontrasten zwischen bombastischen Passagen und abrupten Ruhemomenten. Textlich anklagend, aber ohne Pathos, vielmehr ein innerer Krieg, als ein politisches Tempo, Druck, Panikgefühl ein Adrenalinschub.

Der Song „Run!“ wirkt wie ein musikalisches Fluchtmanöver. Tighte Riffs, fast punkige Energie, dazu ein leidenschaftlich gepeitschter Gesang. Kurze Verschnaufpausen im Pre-Chorus täuschen, dieser Track lässt dich nicht los. Langsamer, grooviger wird es bei „Satisfied“ mit einem unterschwellig sleazigen Vibe. Bass und Drums im Vordergrund, sehr körperlicher Track. Der Song stellt die Frage, ob wir jemals genug haben und lässt diese bewusst unbeantwortet. Ein Track zum Mitwippen, Nachdenken und Abdriften.

„Become Human“ bringt einen Epischen Aufbau, post grungige Düsternis und ein sich steigernder Spannungsbogen. Thematisch zentral: der Kampf ums Menschsein im Chaos der Moderne. In der Mitte öffnet sich der Song förmlich, bevor er in ein versöhnliches Outro gleitet. Kompositorisch komplex, aber emotional zugänglich. Track Nummer Acht – „Noose“. Das große Finale und das finsterste Stück. Eine schleppende Nummer mit bedrückender Atmosphäre, fast doomig im Feeling. Der „Strick“ im Titel ist mehr als Metapher, es geht um innere Fesseln, um psychische Last. Oates’ Gesang ist hier besonders intensiv, fast flehend. Ein Schluss, der hängen bleibt.

„Rome Is Burning“ zünden ein Feuer für Fans klassischer Rock-Intensität mit modernem Twist. Die Songs sind durchdacht, direkt und voller Hooks, aber nie berechnend. Wer auf ehrliche, rifflastige Musik steht, wird hier definitiv nicht enttäuscht. Ein starkes Debüt, das sich bewusst nicht neu erfindet, aber seine Nische mit Leidenschaft ausfüllt. Empfehlenswert für Fans, die gerne Queens of the Stone Age hören. Ich vergebe Rome is Burning 9 von 10 Hellfire-Punkten

 

Tracklist:

01 – Under Attack
02 – Real Easy
03 – Single Crow
04 – War
05 – Run!
06 – Satisfied
07 – Become Human
08 – Noose

 

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Ein Kommentar

  1. Awesome review thanks Tim! Leigh RIB

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